In Berlin haben Delegationen aus mehr als 40 Ländern über die nächsten Schritte im Nahost-Friedensprozess. Im Zentrum der Konferenz stehen konkrete Maßnahmen für die palästinensische Justiz. stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur Konferenz.

Nehmen von deutscher Seite an der Nahost-Konferenz teil: Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier© Guido Bergmann/Pool/DDP
Überschattet von neuen Raketenangriffen auf Israel hat die Staatengemeinschaft auf einer internationalen Konferenz in Berlin mit Aufbauhilfen in Millionenhöhe einen weiteren wichtigen Baustein für einen unabhängigen Palästinenser-Staat gesetzt. Bei der "Sicherheitskonferenz Palästina" wurden aber auch die Differenzen zwischen Israelis und Palästinensern sowie über den weiteren Umgang mit der radikalislamischen Hamas im Gaza-Streifen deutlich. Ranghohe Vertreter aus mehr als 40 Staaten sagten rund 156 Millionen Euro Hilfen für Infrastruktur, Ausbildung und Ausrüstung für Polizei und Justiz zu. Die deutsche Zusage beläuft sich auf 15 Millionen Euro.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zog eine positive Bilanz. Von der Berliner Konferenz sei ein klares Signal der Unterstützung für den Aufbau eines palästinensischen Staates ausgegangen. Die Staatengemeinschaft sei bereit, gemeinsam mit der palästinensischen Regierung für mehr Sicherheit zu sorgen und ein funktionierendes Rechtssystem zu schaffen.
Laut Steinmeier haben die Unterstützungszusagen die Erwartungen übertroffen. Das vereinbarte Maßnahmenpaket solle nun zügig umgesetzt werden. "Ich bin überzeugt, dass dieses Geld mehr als gut angelegt ist", sagte er. "Wir müssen eine Situation schaffen, um auch Rückschläge im Friedensprozess aufzufangen." Alle Teilnehmer hätten überdies die Vision einer Zwei-Staaten-Lösung geteilt.
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, bezeichnete die Konferenz, an der auch US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihre israelische Kollegin Zipi Liwni teilnahmen, als einen "Eckstein bei der Förderung von Recht und Gesetz". Scharf kritisierte er den israelischen Siedlungsbau, der unverzüglich beendet werden müsse.
Zum Auftakt der Gespräche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein verlässliches Rechtssystem als Grundlage für den Aufbau eines palästinensischen Staates bezeichnet. Deutschland unterstütze die Zwei-Staaten-Lösung, sagte sie. Unabdingbar seien dabei das Existenzrecht Israels in sicheren Grenzen und ein lebensfähiger palästinensischer Staat. "Deshalb sind so viele heute hierher gekommen, um ein kleines Mosaiksteinchen für das große Aufbauwerk einer Zwei-Staaten-Lösung beizutragen", so die Kanzlerin. Rice sagte: "Der Frieden lässt schon zu lange auf sich warten."
Fast zum gleichen Zeitpunkt feuerten militante Palästinenser drei Raketen auf die israelische Grenzstadt Sderot. Nach Angaben einer israelischen Militärsprecherin wurde eine Person leicht verletzt. Zu dem Angriff bekannte sich die Organisation Islamischer Heiliger Krieg (Dschihad). Der palästinensische Regierungschef Salam Fajad sagte mit Blick auf diese Raketenangriffe, sie unterstrichen die Brüchigkeit der vor wenigen Tagen vereinbarten Waffenruhe.
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