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13. Juni 2007, 06:45 Uhr

Kann Abbas den Bruderkrieg stoppen?

In den Palästinensergebieten herrscht de facto Bürgerkrieg, das fragile Staaten-Gebilde droht zu zerreissen. Im Gazastreifen gewinnt die radikalislamische Hamas die Oberhand. Fatah-Anhänger drängen Präsident Abbas dazu, den Ausnahmezustand auszurufen.

Ein Mitglieder der islamischen Hamas macht sich zum Kampf bereit© Ibraheem Abu Mustafa/Reuters

Die bürgerkriegsähnlichen Kämpfe zwischen Hamas und Fatah haben im Gazastreifen weitere Menschenleben gekostet. Seit Montag kamen bei den Kämpfen mehr als 50 Menschen ums Leben. Allein sechs Tote habe es gegeben, als Kämpfer der radikalislamischen Hamas in Gaza ein Gebäude stürmten, in dem der Fatah-Sprecher Maher Magdad lebt, wurde aus einem Krankenhaus mitgeteilt. Magdad war nicht in dem Gebäude.

Zudem griff die Hamas eine Station der Geheimpolizei am nordwestlichen Stadtrand von Gaza an. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden, hieß es aus palästinensischen Polizeikreisen. Die Hamas-Kämpfer versuchten, das Gebäude zu stürmen.

Die radikalislamische Hamas-Bewegung eroberte nach eigenen Angaben strategische wichtige Kontrollpunkt der Fatah an einer wichtigen Nord-Süd-Verbindungsstraße sowie an der Küstenstraße. Dies könnte den Nachschub für die Fatah gefährden. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen teilte mit, es könne nicht mehr Lebensmittel verteilen, auf die knapp ein Drittel der Bewohner im Gazastreifen angewiesen sind. Auch Regierungsmitarbeiter geraten ins Visier: Eine Granate setzte das Haus eines stellvertretenden Ministers der Hamas in der Flüchtlingssiedlung Schati in Brand.

Größenvergleich zwischen dem Gazastreifen und der Hansestadt Hamburg

Schüsse auf Friedensdemonstranten

Gegen die ausufernde Gewalt gingen jetzt einige hundert Menschen in der Stadt Gaza auf der Straße. Sie schwenkten palästinensische Flagge und skandierten "Nicht schießen" und "Nationale Einheit". Nach Augenzeugenberichten wurden die Demonstranten vom Dach einer von der Hamas kontrollierten Polizeistation beschossen. Beobachter berichteten von einer zunehmenden Überlegenheit der Hamas. In einem Versuch der verzweifelten Gegenwehr griffen Fatah-Kämpfer den Fernsehsender der Hamas an, wurden aber zurückgeschlagen.

Wegen der Eskalation der Lage setzte die Fatah-Bewegung ihre Mitarbeit in der palästinensischen Regierung vorerst aus. Das Zentralkomitee der Partei beschloss auf einer Krisensitzung in Ramallah zudem den vollständigen Rückzug aus dem von der Hamas geführten Kabinett, falls die Kämpfe im Gazastreifen nicht eingestellt werden.

Fatah will den offiziellen Ausnahmezustand

Hamas-Milizen hätten das Areal um das Hauptquartier der Fatah-Sicherheitskräfte nahe dem Flüchtlingslager Dschabalia völlig unter Kontrolle, teilten Hamas und Sicherheitskräfte später mit. Zuvor hatten Hamas-Milizionäre bereits gewaltsam die Kontrolle über die Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens übernommen und dort Polizeistationen besetzt. Auch im Norden des Gazastreifens forderten Hamas-Milizionäre die Fatah-Polizeitruppe zur Aufgabe auf. Sie erklärten den Norden des Gazastreifens zu einem "militärischen Sperrgebiet" unter Kontrolle ihrer Kassam-Miliz.

Einige Fatah-Funktionäre drängten den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, den Ausnahmezustand auszurufen, was ihm weit reichende Befugnisse geben würde. Zugleich verstärkte sich die Sorge, dass die Kämpfe auf das Westjordanland übergreifen könnten. Dort ist die Fatah in der Überzahl. Bei einer Schießerei in Nablus wurden am Dienstagabend nach Angaben der Fatah vier Hamas-Aktivisten verletzt.

Kämpfe begannen im Januar

Der Machtkampf zwischen Hamas und Fatah setzte nach der Parlamentswahl vom 25. Januar 2006 ein. Damals beendete die Hamas die vier Jahrzehnte währende Vorherrschaft der Fatah und übernahm die Regierung der palästinensischen Autonomiegebiete. Im Streit um die Kontrolle der Sicherheitskräfte flammten Mitte Mai erneut heftige Kämpfe zwischen Fatah und Hamas auf.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 28)
 
avarua (14.06.2007, 02:26 Uhr)
lasst mich in die zukunft schauen...
hier wird nach dem sieg der hamas im gaza-streifen ein kleiner islamistischer gottesstaat entstehen, der natürlich ansprüche auf das westjordanland stellen wird...und natürlich auf das gesamte gebiet des staates israel.
ein vorzüglicher unterschlupf für neue gotteskämpfer, die dem demokratischen europa in den nächsten jahren und jahrzehnten gehörige herzschmerzen bereiten wird.
irgendwann wird sich europa von humanistischen und demokratischen verhaltensweisen verabschieden müssen, will es sein eigenes überleben gegen einen feind verteidigen, der ohne regeln kämpft.
ich bin demokrat aus tiefstem herzen, sehe aber schon heute, das eine auf blanker gewalt und todesangst basierenden macht, die hier immer stärker heranwächst...mit unseren diplomatischen und humanitären mitteln nichts entgegenzusetzen ist.
es sei denn, wir können durch radikale umweltpolitische maßnahmen den größten profiteuren unserer abhängigkeit von öl und gas den geldhahn zudrehen. den damit werden diese religiösen eiferer bezahlt...aus saudi-arabien, iran etc.
alle kommentare hier lassen ausser acht, das gaza seit langer zeit nicht mehr von israelis besetzt...geschweige den bewohnt ist. was entstanden ist ist ein machtvakuum, das die islamisten nur zu gern ausfüllen.
so sehr ich den krieg der usa gegen irak verurteile....sich jetzt auch von dort zurückzuziehen bedeutet ein weiteres gaza, afganisthan.......
ich bin froh heute schon über 40 zu sein und muss wohl zum glück die welt in 40 oder 50 jahren nicht mehr erleben.
wie sagte einst karl marx:
religionen sind opium fürs volk.
dummerweise ist opium auf dauer tödlich.
was kann man da noch sagen?????
Prometheus90 (13.06.2007, 18:52 Uhr)
;-)
Ich meine alle palästinensischen Männer...
Prometheus90 (13.06.2007, 18:29 Uhr)
Ein Problem
Ich habe eine Idee, warum Sperren wir nicht alle Männer ab 16 Jahren ein, wie die deutschen Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Zeit wo die Männer, die die Gewalt sähen, weg sind könnte sich eine neue Gesellschaft bilden, wo es keine Imame die einen fundamentalistischen Islam lehren mehr gibt, Frauen endlich auf die Straße gehen können, ohne einen männliche Verwandten dabei haben zu müssen. Die Jungs, die ohne das Typische Rollenbild der arabischen Welt aufwachsen, werden Frauen ungefähr so behandeln wie wir im Westen. Selbst wenn ein Junge seine Mutter dann bervormunden will, wird ihm das nicht mehr gelinegn, weil der Westen inzwischen Polizistinnen ausgebildet hat, es Ärztinnen, Richterinnen gibt und viele weitere weiblich besetzte Posten, die so ein Verhalten nicht mehr tolerieren werden. Noch was, was macht eine palästinensischer Mann wenn er ein Gewehr findet?
Ich denke das eine Frau es abgeben würde...
Die Männer würden auf ihre Gesinnung überprüft, wie die Nazis nach dem Krieg und könnten in die Entfundamentalisierte Gesellschaft zurückkehren.
Meine kleine, harte Idee, um den Konflikt zu lösen, weil ich der Meinung bin, dass selst gebildete Männer in Arabien(Dubai,Saudi Arabien)trotz dem vorhandenen Geld und Wohlstand ziemlich krass drauf sind und man das Problem mit Geld(EU Gelder) alleine nicht in den griff bekommt.
"Wer ein Problem definiert, hat es schon halb gelöst." - Julian Huxley
RBrunnerHH (13.06.2007, 16:15 Uhr)
@saurer Regen
grins, ganz im Gegenteil, für mich als aufgeklärten Menschen sind das eben nichts weiter als Gebäude und ich schieße mit Sicherheit nicht auf Araber, die mich als "GIAURR", als Christenhund bezeichnen, denn ich führe ein im Rahmen der Verfassung und meiner gesellschaftlichen Verpflichtungen selbstbestimmtes Leben.
mo77fds (13.06.2007, 15:30 Uhr)
soII
Hallo frei talk danke dass du sachlich bist
ich glaube das waren damals hebräer und keine palästinänser
aber davon weiss ich nicht wirklich etwas
lese keine fantasy (bibel)
du schreibst wobei die juden HIER nicht das problem sind
ich denke auch nicht anderswo
vorhin wurde mal gesagt dass Israel nichts dafür kann
und warum in diesem Artikel immer von Israel die Rede ist
Jede Besatzungsmacht hat für die Unversehrtheit der Bevölkerung die Verantwortung
Mondeo : ein Volk kann meineserachtens nicht kollektiv dumm sein
das zuschreiben charakteristischer eigenschaften auf eine bestimmte völkische Gruppe (Rassismuss)tut der Diskussion nicht gut dieser
hardrain (13.06.2007, 15:27 Uhr)
Brunner - nur mal so
aus dem Ärmel geschüttel: Die Tatsache, daß Sie von den " beschissenen Heiligtümern " sprechen, läßt jede Dialogfähigkeit gegen Null tendieren.
S C H A M E S R Ö T E soll Sie von nun an begleiten, wenn Sie daran denken, daß Sie so einen Dreck geschrieben haben!
Frei_Talk (13.06.2007, 15:23 Uhr)
mo77fds
Den Madagaskarplan? Nie von gehört. Aber Danke werde ich mal nachlesen.
Die Juden haben in dem Gebiet vor ca. 1500 - 2000 Jahren gelebt. bevor sie von der damaligen römischen besatzungsmacht in alle Winde zerstreut wurden. Das Gebiet wurde dann von nomadisierenden Stämmen genutzt. U.a den Palestinensern. Es gibt also keine andere Heimat. Weder für die einen noch für die anderen. Aber es klappt nur wenn man sich arrangiert. Aber das wurd ja hier schon zigmal erörtert. Wobei das Problem hier nicht die Juden sind. Sondern fanatische und dumme Palestinenser.
mindx (13.06.2007, 15:17 Uhr)
wenn
sich 2 streiten, freut sich der 3. =)
Mondeo1999 (13.06.2007, 15:00 Uhr)
Nur benutzt...
So lange sich die Palästinenser (-Organisationen) als Vehikel verschiedenster externer Einflussgruppen benutzen lassen, wird das alles nichts werden mit "dem Frieden".
Denen könnte man statt Waffen auch Schippen und Kellen zum Aufbau in die Hände geben; ich bin mir zu 100% sicher: es würde damit aufeinander eingeprügelt und-gestochen.
Dummheit und (gesteuerter) Fanatismus werden dieses Volk irgendwann in den kompletten ! Abgrund getrieben haben!
mo77fds (13.06.2007, 13:59 Uhr)
so
Hallo
@ freutalk die frage wurde beantwortet leider hat man die die es betrifft nicht gefragt sondern auch nur dessen Besatzer
@es gab auch anderweitige Überlegungen wie den Madagaskarplan.
Kann mir einer wissenschaftlich erklären warum das auch ihr Land ist.
Wie wäre es mit einem Palästinenschischen Staat der sekulär ist mit bleiberecht für alle Juden oder einem Zusammenschluss von der Gesamten Region unter UN verwaltung ca 50 Jahre lang
denke das müsste langen um das Gebiet zu befrieden
die Zeit hat ja auch gelang um es zum Kollabieren zu bringen
Nahezu jeder hier ist nicht an einer Diskussion interessiert sondern nur am spalten und denunzieren
ich poste nicht unter meinem vollen namen weil ich angst vor so typen wie einigen hier habe
@werdakong hardrain wirft israel nichts vor aber wenn man israel nur in den Mund nimmt erscheint das ja schon antisemitisch
gruss an alle gutmenschen da draussen
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