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19. September 2006, 11:21 Uhr

Flankenschutz von Ahmadinedschad

Ausgerechnet Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad, einer der wüstesten Polemiker des Islamismus, gibt sich in Sachen Benedikt XVI. großzügig: Der Papst sei trotz seiner umstrittenen Äußerungen zu respektieren.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad betonte, er respektiere den Papst© David de la Paz/DPA

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Respekt für den Papst geäußert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte zuvor seine umstrittenen Äußerungen zum Islam bedauert. "Was das Thema der Papst-Äußerungen angeht, so respektieren wir den Papst und alle, die interessiert sind an Frieden und Gerechtigkeit", sagte Ahmadinedschad bei einer Pressekonferenz zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs in Venezuela.

US-Präsident George W. Bush bezeichnete unterdessen die Entschuldigung des Papstes als aufrichtig. Wie ein US-Vertreter am Montag weiter sagte, äußerte Bush diese Einschätzung bei bilateralen Gesprächen mit dem malaysischen Ministerpräsidenten Abdullah Ahmad Badawi in New York vor der heute beginnenden Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Badawi sagte, er akzeptiere die Entschuldigung des Papstes. In Zukunft müsse der Papst jedoch Bemerkungen vermeiden, die Muslime beleidigen könnten, fügte der Ministerpräsident hinzu.

US-Regierung ruft zu Gewaltverzicht auf

Die US-Regierung rief in der Diskussion um die Äußerungen von Papst Benedikt XVI. zu einem Verzicht auf Drohungen und Gewalt auf. Die freie Religionsausübung sei ein fundamentales Menschenrecht, sagte ein Außenamtssprecher in Washington. Eine irakische Terrorgruppe hatte zuvor mit Angriffen auf Rom gedroht. Die dortigen Sicherheitsvorkehrungen wurden verstärkt. Der Heilige Stuhl beauftragte seine Botschafter, den islamischen Führern den Inhalt der umstrittenen Papst-Rede genau zu erklären.

Papst Benedikt XVI. hatte in einer Vorlesung an der Universität von Regensburg vergangene Woche einen mittelalterlichen byzantinischen Herrscher mit der Kritik zitiert, der Prophet Mohammed habe die Verbreitung des islamischen Glaubens mit dem Schwert propagiert. Mit dem offenkundig aus dem Zusammenhang gerissenen und verbreiteten Zitat sahen Moslems in vielen Ländern den Islam zu Unrecht als gewaltsame Religion dargestellt. Diese Kritik hält an, obwohl der Papst am Sonntag noch einmal deutlich machte, dass die historische Äußerung nicht seine persönliche Ansicht sei. Am Montag kündigten radikale Moslems als Reaktion auf die Äußerungen des Papstes einen Krieg gegen Christen an.

AP/Reuters/DPA
 
 
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