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18 Menschen sterben bei Anschlägen

Millionen Pakistaner haben am Samstag ein neues Parlament gewählt. Die historische Abstimmung wurden von schweren Gewalttaten überschattet. 18 Menschen starben.

  Urnengang unter Lebensgefahr: Elf Menschen starben in Pakistans Handelsmetropole Karachi, als eine Bombe nahe eines Wahllokals explodierte

Urnengang unter Lebensgefahr: Elf Menschen starben in Pakistans Handelsmetropole Karachi, als eine Bombe nahe eines Wahllokals explodierte

Begleitet von Bombenanschlägen und Schießereien haben die Pakistaner ein neues Parlament gewählt. Mindestens 18 Menschen wurden am Samstag bei Gewalttaten getötet. In der Handelsmetropole Karachi starben nach Angaben des dortigen Jinnah-Krankenhauses mindestens elf Menschen. 48 wurden verletzt, darunter viele Kinder. Ziel des Anschlags sei das Büro der regierenden Koalitionspartei ANP gewesen, berichteten mehrere Fernsehsender.

In der Provinz Baluchistan starben bei Feuergefechten sechs Menschen. Vor einem Wahllokal eröffneten Bewaffnete auf einem Motorrad das Feuer und töteten zwei Menschen. Für die Anschläge wird die mit der Al-Kaida verbündeten pakistanischen Taliban verantwortlich gemacht. Sie lehnen die Wahl als unislamisch ab. Informationsminister Arif Nizami verurteilte die Gewalt. "Leider ist sie erwartet worden", sagte er. Die pakistanischen Taliban (TTP) hatten bereits den Wahlkampf in ein Blutbad verwandelt.

Mehr als 86 Millionen Pakistaner waren am Samstag aufgerufen, über die Vergabe von 268 Parlamentssitzen zu entscheiden. Es ist das erste Mal seit der Unabhängigkeit des Landes 1947, dass eine zivile Regierung die Macht an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt. Etwa die Hälfte der Zeit war die südasiatische Atommacht von Militärs beherrscht. Die Wahlkommission hatte vor Schließung der Wahllokale mitgeteilt, sie rechne wegen des großen Andrangs mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 60 Prozent. 2008 hatte sie bei 43,7 Prozent gelegen.

Cricket-Star liegt vorn

Ersten Teil-Auszählungen zufolge lagen die Parteien des früheren Cricket-Stars Imran Khan und die des ehemaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif in Führung. Sharif strebt 14 Jahre nach seinem Sturz wieder an die Macht. Der regierenden Volkspartei sagten die Umfragen eine schwere Niederlage voraus. Mit ersten Ergebnissen wird am frühen Sonntag gerechnet.

Zahlreiche Wähler in Karachi klagten über Einschüchterungsversuche und Unregelmäßigkeiten. Die Wahlkommission erklärte, die Wahl dort sei nicht frei und fair verlaufen. Was die Einschätzung der Kommission für die Gültigkeit der landesweiten Abstimmung bedeutet, blieb zunächst unklar.

Ein knapper Wahlausgang und damit wohl verbundene langwierige Koalitionsverhandlungen dürften Reformen in dem wirtschaftlich angeschlagenen Land weiter verzögern. Weit verbreitete Korruption, eine marode Industrie und wiederholte Stromausfälle sind nur einige der Probleme, die die neue Regierung angehen muss. Auch der Kampf gegen Islamisten stellt eine große Herausforderung dar. Sharif war in den 90er Jahren zweimal Regierungschef. Er wurde vom Militär gestürzt, inhaftiert und musste schließlich das Land verlassen.

jwi/Reuters/DPA/DPA/Reuters
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