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22. Oktober 2007, 06:39 Uhr

Tusk besiegt Kaszynski

Die Doppelherrschaft der Kaczynski-Zwillinge in Polen hat am Sonntag ein Ende gefunden. Mit klarer Mehrheit siegte die liberale Partei des Herausforderers Donald Tusk gegen die Konservativen. Damit dürfte Tusk der nächste Regierungschef werden. Der amtierende Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski gestand seine Niederlage ein.

Zeichen des Sieges allenthalben: Donald Tusk, Chef der liberalen Bürgerplattform (PO), Wahlsieger und wahrscheinlich Polens nächster Regierungschef© AFP

Sie haben in Europa für Furore gesorgt - jetzt ist einem von ihnen in der Heimat das Mandat entzogen worden: Die Zwillinge Lech und Jaroslaw Kaczynski, der eine polnischer Präsident, der andere, noch, Regierungschef.

Noch, weil Lech Kaczynskis nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag eine herbe Niederlage hat einstecken müssen. Nach ersten Prognosen wurde die liberale Bürgerplattform (PO) von Herausforderer Donald Tusk klare Siegerin. Die PO erhielt 43,6 Prozent der Stimmen, berichtete der Nachrichtensender TVN 24 in der Nacht zu Montag. "Wir haben lange gewartet!", rief der von seinen Anhängern stürmisch gefeierte Tusk.

Kaczynski räumt Niederlage ein

Jaroslaw Kaczynski räumte seine Niederlage ein. "Wir haben es nicht geschafft", sagte er im Wahlkampfzentrum der PiS. Die hohe Wahlbeteiligung habe jedoch gezeigt, dass die polnische Demokratie gestärkt aus dem Wahlkampf hervorgegangen sei. Eine Beteiligung an einer möglichen Koalition lehnte er ab. Tusk machte am Wahlabend noch keine Angaben über mögliche Koalitionspartner, nachdem die Liberalen eine absolute Mehrheit offenbar knapp verfehlt haben.

PiS war der Prognose zufolge deutlich abgeschlagen mit 31,1 Prozent der Wählerstimmen auf Platz zwei. Ebenfalls im neuen Parlament sind das neue Mitte-Links-Bündnis LiD mit 12,6 Prozent und die gemäßigte Bauernpartei PSL, die nach den Prognosen auf 8,3 Prozent der Stimmen kam. Die radikale Bauernpartei Samoobrona und die nationalistische Liga Polnischer Familien (LPR), die bis zum Scheitern der Regierungskoalition mit Kaczynski zusammengearbeitet hatten, scheiterten an der fünf Prozent-Hürde und sind im künftigen Parlament nicht vertreten.

"Das war der längste Abend meines Lebens"

Die unerwartet hohe Wahlbeteiligung von über 55 Prozent - vor zwei Jahren waren 40 Prozent zu den Urnen gegangen - hatte am Abend für deutliche Verzögerungen bei der Bekanntgabe der Prognosen gesorgt. Da in einigen Wahllokalen die Stimmzettel ausgegangen waren, musste die Wahlkommission erst Ersatz besorgen. Entsprechend blieben die Wahllokale länger geöffnet.

Mit Blick auf diese Verzögerung sagte Tusk: "Das war der wohl längste Abend meines Lebens." Er rief nach dem aggressiv und leidenschaftlich geführten Wahlkampf die Polen zur Versöhnung auf. Tusk setzte sich mit seiner Kandidatur in Warschau auch klar gegen Jaroslaw Kaczynski durch. Für den Liberalen stimmten 47 Prozent der Warschauer, mehr als doppelt so viele wie für Kaczynski.

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
AdmiralCrunch (23.10.2007, 10:20 Uhr)
@mieszko
.. du bringst es auf den punkt
mieszko (22.10.2007, 20:30 Uhr)
ALLES NUR PROPAGANDA!!!!!!!!!!!
Ich bin ein sechzehnjähriger polnischer Junge, der in Deutschland lebt und kann nicht verstehen, dass sich die gesamten Medien sowohl in Polen als auch in Deutschland nicht schämen. Deutschland hat(te) den ersten und zweiten Weltkrieg begongen und auf brutalste Weise beendet. Kein Deutscher musste für die Weltkriege richtig leiden und hatte sie schon nach ein paar Jahrzehnten fast vergessen. Das einzige Monument, dass sie noch an ihre Taten erinnerte waren die Ausländer, die einen bei Auslandsaufenthalten nicht bedienten oder verächtlich anschauten. Warum tun die das? Das fragt sich wahrscheinlich noch manch ein Ungebildeter / Medienmanipulierter. Aber was soll das alles?
Russland hatte Polen nach dem Weltkrieg geschickt aufgeteilt und unsere Grenzen schön gezeichnet (ironisch). Deutsche glauben, dass ihnen Ostpreußen schon sein tausenden von Jahren gehöre (In Wahrheit gehören alle Gebiete hinter Berlin seit 50 n. Chr. Polen. Die Germanen sind ein aggressives Völkchen und haben die friedlichen Polen immer und immer wieder attackiert und 1772 mit RUSSLAND und Österreich aufgeteilt. Polen war geteilt. Der östliche Teil an Deutschland abgegeben, der ab 1772 Ostpreußen hieß ca. 160 Jahre vor dem 1. Weltkrieg!!!! Das heißt Ostpreußen ist polnisch 100%. Russen sind gute Schachspieler und daher auch gute und hinterhältige Taktiker. Polen wurde mit Absicht so aufgeteilt, damit es zwischen Deutschen und Polen immer zu Streit kommen werde, denn:
„Starkes Europa ist schlechtes Europa.“ (Putin). Die polnische Presse gehört den Deutschen (Das ist alles wirklich wahr, Ehrenwort die polnischen Zeitungen gehören deutschen Presseverlegern). Polen war dank Deutschen kommunistisch und wie üblich für solche Länder sehr korrupt (um an ein Taxi zu kommen musste man extra zahlen, um ein Arzt zu werden der Vater ein Parteimitglied sein und um überhaupt an ein Vermögen zu kommen korrupt und in der kommunistischen Partei angesehen sein (Jeder will reich sein, oder). Und der Kommunismus wahr erst vor zwanzig Jahren OFFIZIELL vorüber, eine Säuberung, wie in Deutschland fand aber nicht statt!!! Schlussfolgerung: Viele besonders Reiche in Polen sind korrupt, verkaufen ihr Land an Deutsche und Russen und sind gegen Kaczynski. Deutsche hassen Pole, wer das nicht glaubt, frage einen 12 Jährigen Deutschen was ein Pole sei und ICH selbst gehe in ein deutsches Gymnasium und glauben Sie mir bitte, die 40 % der fünfzehnjährigen sind rechts eingestellt, manche weniger manche sehr viel mehr.
Die Presse in Polen ist gekauft und die Partei PO korrupt, die letzte HERAUSGEKOMMENE Korruptionsaffäre mit der Frau Beata Sawicka von der Partei vom Herrn Tusk bestätigt dies. Die Fernsehersender gehören ehemaligen Kommunisten und waren daher für Tusk, was sich darin widerspiegelte, dass er die meiste Sendezeit bekam und über ihn eher positiv geredet wurde, kurz: Alle Medien waren gegen Kaczynski, einfach aus Angst, dass der Chef als ehemaliger Kommunistenspitzel enttarnt werden würde. Tusk versprach den karrieregeilen Jungen, die nicht ganz so viel von dem richtigen Kommunismus mitbekamen, dass sie reich werden, mal schauen, wie er dieses Problem löst. Eins weiß ich als Insider und nicht als gekaufter Reporter sicher: In Polen wird jetzt so geklaut wie nie zuvor und spätestens, wenn die (jungen) Polen merken, dass sie zu gut Deutsch verarscht wurden, werden sie merken, dass Kaczynski doch die bessere Wahl wahr, hoffentlich ist es dann nicht zu spät. Aber dieser ganze Fall ist für mich persönlich ein Beispiel, wie korrumpiert und falsch und gesteuert die Medien sind und was für eine Macht sie haben.
gacol (22.10.2007, 12:39 Uhr)
Vor zwei Jahren war anders...
Als ich vor zwei Jahren die Wahlergebnisse zum Kenntnis genommen habe, traurig und enttäuscht sie zu kommentieren versuchte, sagte mein Arbeitskollege, ihr Polen, ihr habt doch die Russen (Kommunisten) aus Osteuropa verjagt, da werdet mit den zwei Gnomen auch fertig.
Wir sind jetzt auf dem halben Weg.
AdmiralCrunch (22.10.2007, 11:21 Uhr)
ui
.. da löscht der stern doch glatt einen kommentar der nicht die meinung der redaktion wiederspiegelt.. super.. das ist echt demokratie und meinungsfreiheit
Schnaafpaaf (22.10.2007, 08:20 Uhr)
Klatsche
Eine wohltuende Klatsche für die unsäglichen Zwillinge! Sind die Polen diesen Radikalinskis doch nicht komplett auf den Leim gegangen. Das lässt hoffen, wie auch die Zunahme der Wahlbeteiligung zeigt. Hoffentlich ist nun eine vernünftige Europapolitik und eine Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen zu Deutschland die Folge.
Nur leider ist einer der beiden noch im Amt. Aber das werden die Polen hoffentlich auch noch regeln.
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