. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
14. März 2010, 11:00 Uhr

Geheimwaffe: Ehefrau

Auflockerung im drögen Wahlkampf: In Großbritannien melden sich Sarah Brown und Samantha Cameron, die Frauen der Premierminister-Kandidaten, zu Wort – wer wird die nächste First Lady?

Sarah Brown, Samantha Cameron, Parlamentswahlen, Gordon Brown, Großbritanninen, England, David Cameron

Sarah Brown (l.) und Samantha Cameron mischen sich in den Wahlkampf ein© Reuters/Getty Images

Im modernen Wahlkampf schlägt die Stunde der Ehefrau. So auch in Großbritannien. Dort hat die omnipräsente Gattin von Premierminister Gordon Brown, Sarah, jetzt Konkurrenz von der Frau des konservativen Herausforderers David Cameron bekommen. Bisher hatte sich die brünette, stets lächelnde Samantha Cameron diskret im Hintergrund gehalten. Doch wenige Wochen vor der Wahl sollen die Briten erfahren, wer bald die neue First Lady sein könnte. Medien sehen schon den "War of the Wives", einen Krieg der Ehefrauen.

Am Sonntag gab Samantha Cameron (38), genannt "SamCam", ihr erstes TV-Interview. Schließlich wurde es Zeit, so dröge Wahlkampfthemen wie Finanzkrise und Haushaltsdefizit aufzulockern. Und der ehemals meilenweite Vorsprung der konservativen Tories zu Labour schrumpfte zuletzt immer mehr zusammen. "Ihr werdet wesentlich mehr von ihr sehen, Großbritannien mach Dich auf was gefasst!", kündigte Tory-Chef Cameron (43) an, als er seine "Geheimwaffe" Samantha präsentierte.

Statt von Cameron dem Politiker, war nun von Cameron dem Haus- und Ehemann die Rede. Zwar sei er ein super Koch, aber in der Küche hinterlasse er ein "schreckliches Durcheinander", enthüllte Samantha. Außerdem lasse er ständig seine Kleidung herumliegen und mache sie mit seinem Gezappe durch die Fernsehkanäle verrückt. Klingt nach ganz normaler Ehe, menschlich eben.

Und genau so soll es rüberkommen. Denn Cameron ist bei vielen Briten immer noch als "Schnösel" verschrien, weil er in der Elite-Schule Eton war, im elitären Kreis in Oxford studierte und sich mit einer schicken "Notting Hill Clique" umgibt.

Ein Fan von Gwen Stefani

Auch seine Frau kommt aus besseren Kreisen und gilt als "posh", als schickimicki. Aber sie studierte Kunst, hat ein Tattoo und zählt die Sängerin Gwen Stefani zu ihren Idolen. Mit den Tories hatte sie weniger am Hut, bevor sie durch Camerons Schwester ihren künftigen Mann kennenlernte. Ihre Freunde sollen sie für ihren "Tory Boy" verspottet haben, mit dem sie sich schon im Alter von 23 Jahren verlobte. Auch machten immer wieder Gerüchte die Runde, dass Samantha Labour wählt.

Doch davon war am Wochenende nicht die Rede. Samantha sprach von ihrem "Dave", dem "fantastischen Vater". "Wir sind seit 18 Jahren zusammen. Ich kann aufrichtig sagen, dass er mich in all der Zeit nie im Stich gelassen hat", sagte sie. Gleichzeitig schwärmte ihr Mann von seiner "wunderbaren Frau", von der "berufstätigen Mutter und sehr erfolgreichen Karrierefrau".

Diese Karriere will Samantha, die als Kreativdirektorin bei dem Büromaterialien-Hersteller Smythson arbeitet, auch nicht aufgeben, wenn ihr Mann in die Downing Street einziehen sollte. Und anders als Cherie Blair, die Frau von Browns Vorgänger Tony Blair, hat sie auch keine eigenen politischen Ambitionen. "Ich bin nicht politisch, ich bin eine Geschäftsfrau", sagte sie einmal.

Die Camerons waren bisher aufgeschlossener als die Browns. Mehrmals sprach David Cameron offen über den Tod ihres ältesten Sohnes, der letztes Jahr an einer Behinderung gestorben war. Heute haben die Camerons noch zwei Kinder.

Nur eine hat in der Downing Street was bewegt

Doch zuletzt hatte auch Gordon Brown mit Tränen in den Augen über den Tod seiner kleinen Tochter gesprochen. Und Sarah Brown hat mittlerweile sowieso den Weg in die Öffentlichkeit gefunden und ist von Benefiz-Veranstaltungen und Modeschauen nicht mehr wegzudenken. Nicht nur twittert die 46-Jährige PR-Fachfrau fleißig. Auf dem letzten Labour-Parteitag sprach sie von "meinem Mann, meinem Helden" und machte ihm öffentlich ein Liebesgeständnis.

Ob die Frauen-Strategie aufgeht, ist fraglich und wird sich am 6. Mai - wenn die Parlamentswahlen voraussichtlich stattfinden - herausstellen. "Es ist herablassend, wenn man annimmt, dass wir nur für jemanden stimmen, wenn wir die Frau mögen", kritisierte Justine Roberts vom Onlinenetzwerk Mumsnet. Und auch Arbeitsministerin Yvette Cooper monierte: "Frauen werden ihr Urteil nach der Politik der Parteien fällen, nicht nach den Partnern." In dieser Hinsicht gibt es sowieso nur eine Frau, die in der Downing Street etwas bewegt hat: Premierministerin Margaret Thatcher.

Annette Reuther/DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Johann58 (15.03.2010, 12:21 Uhr)
@stern admins
sorry, der Kommentar war weg, dann wieder da.
Johann58 (15.03.2010, 12:16 Uhr)
@Tempelhofer
Auch wenn die erste Antwort geloescht wurde; Sind Sie zum Co-Zensor der Stern Admins mutiert.

@Stern Admins;

Es war ja zu erwarten, dass meine Antwort an @Tempelhofer geloescht wird, aber muss ich mir von ihm den Mund (das Schreiben) verbieten lassen? Ihr verliert das Augenmass. loescht seine Bemerkung von 7:10, damit Eure Loescherei wenigsten ausgewogen ist.
Johann58 (15.03.2010, 11:49 Uhr)
@Tempelhofer
sind Sie jetzt zum Co-Zensor der Stern Admins mutiert. Wenn ich das lese, dann muss ich vermuten, dass Sie garnicht existieren sondern ein bezahlter Schreiber sind.
Tempelhofer (15.03.2010, 07:10 Uhr)
@ Johann58
Bitte bleiben Sie beim Thema, und unterlassen Off-Topic-Beiträge.
Bebuquin (14.03.2010, 19:09 Uhr)
@Johann58
Wahre Worte! Dieses Diskussionsverbot bei Beiträgen zu Westerwelle oder der Papstkirche sind einfach nur feige.
Johann58 (14.03.2010, 14:58 Uhr)
offener Brief (natuerlich off topic)
Stern.de,

um es ganz offen zu sagen, ich glaube die meisten Leser von Ster. de interessiert es nicht ob Cameron seine Klamotten rumliegen laesst oder durch die TV Kanaele zappt. Es ist vielemhr deutlich zu erkennen, dass es den meisten unter den Naegeln brennt was in Deutschland passiert und wie ein Bundesaussenminister sich im Stile eines Rambo 'verdient macht'.

Ich persoenlich habe den Stern unter Henry Nannen immer als unterhaltsames, liberales Magazin geschaetzt, welches auch Fehler machen konnte ohne es der Redaktion uebel zu nehmen, man hat sich kontroversen Themen angenommen und guten Journalismus gezeigt.

Was seit Tagen jedoch praktiziert wird indem man ueber DSDS und die Ehefrauen Brittischer Politiker diskutieren darf aber die Westerwelle'schen Fehltritte kommentarlos hinnehmen muss, grenzt schon fast an Zensur. Es wuerde Stern.de gut zu Gesicht stehen, wenn entweder alles kommentiert werden kann oder dann eben besser nichts. Wenn ein Bundesaussenminister ohne jegliche Konsequenzen Menschen gegeneinander aufhetzen kann, sich als kritikresistenten Halbstarken praesentieren kann, sich als kaeuflichen Vasallen einiger weniger zeigen kann, nicht die Allgemeinheit sondern nur einige wenige spendenwillige protektioniert, dann muss es doch auch moeglich sein hier seine Meinung zu aussern.

MEHR ZUM ARTIKEL
Very British Mr. Brown lernt balancieren

Gordon Brown galt schon als ausgezählt. Doch plötzlich befindet sich Englands Premierminister wieder im Aufwind. Selbst den schwierigen Auftritt vor der Irak-Kommission wusste er für den Wahlkampf zu nutzen. mehr...

Very British Thatchers Angst vor den Deutschen

Margaret Thatcher befürchtete deutsches Großmachtdenken, Francois Mitterand befeuerte ihre Skepsis: Neue Dokumente bestätigen, dass die Idee einer Wiedervereinigung für die Alliierten zunächst kein Grund zur Freude war. mehr...

Wissenstest Die erste Frau im Staate

Sie ist mit dem mächtigsten Mann der Welt verheiratet, sozial engagiert und greift auch schon mal aktiv ins Regierungsgeschäft ein. Wie gut kennen Sie die First Ladys der Vereinigten Staaten von Amerika? Machen Sie den Test. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe