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15. August 2008, 11:37 Uhr

Tibet-Aktivisten entrollen Protestplakat

Die "Students for a Free Tibet" haben wieder zugeschlagen: Fünf Aktivisten der Gruppe seilten sich neben dem neuen Wolkenkratzer des chinesischen Staatsfernsehens ab und entrollten ein riesiges Protestplakat. Ihren Angaben zufolge brauchte die Polizei ungewöhnlich lange, um die Aktion zu beenden.

Klare Botschaft: Mit ihren "Free Tibet"-Plakaten machen Aktivisten immer wieder auf die Menschenrechtslage in der chinesischen Provinz aufmerksam© Oded Balilty/AP

Bei einer neuen Protestaktion von Tibet-Aktivisten sind fünf Ausländer von der Polizei festgenommen worden. Der Protest vor dem Neubau des chinesischen Staatsfernsehens begann am Morgen um 5.50 Uhr Ortszeit. Nach Angaben der New Yorker Gruppe "Students for a Free Tibet" hängten zwei ihrer Aktivisten ein Banner mit der Forderung "Befreit Tibet" über den Bauzaun des 234 Meter hohen Fernseh-Wolkenkratzers. Der Turm sei ein "glänzendes neues Gebäude" für die Propaganda, die Studenten wollten jedoch eine "Botschaft der Wahrheit" senden, erklärte die Exekutivdirektorin der Gruppe, Lhadon Thetong.

Den Studenten zufolge schritt die Polizei erst nach einer halben Stunde ein. Derzeit sei unklar, wohin die Aktivisten von der Polizei gebracht wurden. Der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge waren sie mit Touristen-Visa eingereist und sollen abgeschoben werden. Drei von ihnen stammen aus den USA und jeweils einer aus Kanada und Großbritannien.

Das chinesische Olympia-Organisationskomitee Bocog forderte die Weltpresse auf, der Demonstration keine Bühne zu geben. Tibet sei ein "unabtrennbarer Teil Chinas", so Bocog. Tibet-Protestaktionen seien in China "nicht willkommen".

Es war die mittlerweile sechste Protestaktion der "Students for a Free Tibet" in Peking. Erst am Mittwoch hatten sieben andere Mitglieder in der chinesischen Hauptstadt pro-tibetische Transparente enthüllt. Ein britisches Kamerateam, das über den Protest berichten wollte, war dabei von der Polizei massiv behindert worden.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Eisenbaer (15.08.2008, 13:00 Uhr)
Ungewöhnlich lange... ??
Die Staatsmacht demonstrierte eindeutig ihre Souveränität. Jeder hat es sehen dürfen, die Presse darf berichten, niemand würde niedergeknüppelt. Nachdem die Staatsmacht die Aktion als lange genug stattgefunden ansah und die Demonstranten ihrerseits schon etwas ungeduldig wurden, weil die Staatsmacht nicht das tat, was man in kürzerer Reaktionszeit von ihr erwartet hatte, beendete sie dieses Intermezzo und schritt gemächlich zur Tat.

Diese Aktion könnte sogar einen vielleicht sogar ungesunden Nebeneffekt für die Protestbewegung haben: die chinesische Führung sieht nun, dass sie in der Vergangenheit viel zu viel Respekt vor einer vermeintlichen schlechten Reaktion des Westens auf die Inhalte der Proteste hatte. Sie verstand seinerzeit nicht, dass es der westlichen Presse aber gar nicht auf die Inhalte der Proteste ankam, sondern nur, dass diese stattfinden dürfen.

Der westlichen Presse ist dabei ganz egal, ob die Protestler nach der Freiheit der Tibeter rufen, oder "Freiheit für die Eisbären, befreit Grönland vom Pack Eis!" Aber China lernt schnell... ;-))
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