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27. März 2007, 16:57 Uhr

Blair glaubt an Kidnapping

Die 15 britischen Marine-Soldaten sind möglicherweise entführt worden: Angeblich liegen dem britischen Premier Tony Blair Beweise vor, dass die gefangenen Matrosen gewaltsam in iranische Hoheitsgewässer gebracht worden sind.

Blair: "Wir könnten an den Punkt geraten, wo wir deutlicher werden"© Kai-Uwe Knoth/AP

Premierminister Tony Blair will notfalls in aller Öffentlichkeit eindeutige Beweise dafür vorlegen, dass die 15 britischen Marineangehörigen vom Iran aus irakischen Hoheitsgewässern entführt wurden. "Wir haben bislang nicht ausdrücklich erklärt, warum wir das wissen, weil wir die Sache nicht eskalieren wollten", sagte Blairs Sprecher in London. "Wir könnten aber an den Punkt geraten, wo wir deutlicher werden." Blair selbst hatte zuvor ein solches deutlicheres öffentliches Vorgehen Londons angekündigt, falls diplomatische Bemühungen um die Freilassung fehlschlagen sollten.

Die Regierung in Teheran warf Großbritannien unterdessen vor, die Angelegenheit zu "politisieren". Die 15 Seeleute seien "wegen einer illegalen Aktion festgenommen worden, und deshalb müssen juristische Mittel zum Zuge kommen", zitierte die Nachrichtenagentur ISNA den stellvertretenden Außenminister Mehdi Mostafavi. Es müsse juristisch geklärt werden, ob die Briten absichtlich oder unabsichtlich in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien. "Wenn es absichtlich war, müssen die Gründe dafür geklärt werden... Sowie dies klar ist, wird es eine angemessene Entscheidung geben." Berichten, Teheran wolle die 15 Briten möglicherweise gegen fünf im Irak von den USA inhaftierte Iraner austauschen, erteilte Mostafavi eine klare Absage.

Aufenthaltsort der Gefangenen unbekannt

Blair betonte auch, die Regierung des Irans müsse "begreifen, dass wir keine Situation haben können, wo unsere Soldaten und Soldatinnen gefangen genommen werden, wenn sie ganz klar mit einem UN-Mandat in irakischen Hoheitsgewässern sind". Großbritannien bemühe sich allerdings noch, "auf diplomatischen Kanälen verständlich zu machen, dass diese Leute freigelassen werden müssen und dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, sie weiter gefangen zu halten".

Die britische Regierung hat auch noch immer keine Informationen über den Aufenthaltsort der 15. "Bislang hat uns die iranische Regierung nicht gesagt, wo sie festgehalten werden", sagte Außenministerin Margaret Beckett am Dienstag während eines Türkei- Besuchs in Ankara. Zuvor hatte der Sender BBC ohne eindeutige Quelle berichtet, nach seinen Informationen würden die 15 auf einem Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden in Teheran festgehalten und verhört.

EU fordert Freilassung

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat bei einem Telefongespräch mit dem iranischen Chef-Atomunterhändler Ali Laridschani unter anderem auch über die 15 Briten gesprochen. Über den Inhalt des Gesprächs wurden allerdings keine Angaben gemacht. Die EU fordert die umgehende Freilassung der Seeleute. Derweil trat die Familie der einzigen Frau unter den Festgenommenen an die Öffentlichkeit. Sie gab den Namen der Marinesoldatin mit Fay Turney an und erklärte, die Gefangennahme der 26-jährigen Mutter sei für die Familie eine schwere seelische Belastung.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
starmax (28.03.2007, 10:58 Uhr)
Genau anders !
Das war eine "Kriegsauslöser"-Falle, in die der Iran dankenswerter Weise nicht getappt ist. Man hat auf englischer mit Schußwechsel und Toten einen Kriegsgrund provozieren wollen. Laut Meldung aus Russland, das seine Wissenschaftler bereits aus Irans Atomanlagen abzieht, soll es am 6. April (Feiertag, langes WE) mit 12 Stunden Bombenangriff losgehen ...
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