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12. Juni 2009, 07:41 Uhr

Mit Knüppeln gegen Demonstranten

Mit Tränengas und Knüppeln ist die Polizei in Peru gegen Demonstranten vorgegangen, die nach dem gewaltsamen Einsatz von Sicherheitskräften vor einer Woche den Protest von Indios im Amazonasgebiet unterstützen. In der Hauptstadt Lima kam es kurzfristig zum Eklat.

Lima, Peru, Polizei, Demo, Festnahmen

Heftige Auseinadersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gab es in Peru© Mariana Bazo/Reuters

In Peru sind landesweit mehrere tausend Demonstranten auf die Straße gegangen und haben die Regierung zum Schutz der Ureinwohner-Rechte im Amazonasgebiet aufgefordert. Am Rande eines Protestzugs zum Parlament in der Hauptstadt Lima kam es am Donnerstag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Einsatzkräfte gingen im historischen Zentrum der Stadt mit Tränengas und Gummiknüppeln gegen die Demonstranten vor. Mehrere Menschen wurden festgenommen. In Arequipa, der zweitgrößten Stadt des Landes, verbrannten die Demonstranten Bilder von Präsident Alan García. Auch in den Andenstädten Puno und Ayacucho sowie in weiteren Teilen des südamerikanischen Landes gab es Demonstrationen.

Ureinwohner-Verbände, Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften hatten zu den Demonstrationen aufgerufen, um die Bewohner des Amazonasgebiets bei ihren Protesten gegen umstrittene Dekrete der Regierung zu unterstützen. Die Ureinwohner in der Region im Nordosten des Landes protestieren seit Monaten gegen mehrere Dekrete von Präsident García, mit denen die Regierung die Erschließung des Gebiets etwa für Erdölbohrungen, Abholzungen und Landwirtschaft erleichtern will. Die Erlasse widersprechen nach Auffassung der Ureinwohner-Organisation AIDESEP dem internationalen Schutz von Ureinwohner-Rechten.

Am Mittwoch hatte die Regierung zwei der umstrittenen Dekrete ausgesetzt. Ureinwohner und die Opposition fordern jedoch die vollständige Aufhebung der Gesetze. Die Atmosphäre in Peru ist angespannt, seit es in der vergangenen Woche zu den blutigsten Zusammenstößen in Peru seit rund 17 Jahren gekommen war. Nach offiziellen Angaben starben am Freitag und Samstag in der Umgebung der Stadt Bagua mindestens 34 Menschen, darunter 25 Polizisten und neun Ureinwohner. Vertreter der Ureinwohner sprechen indes von bis zu 30 getöteten Amazonas-Bewohnern, deren Leichen zum Teil beiseite geschafft worden seien.

Reuters/AFP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
horst.pachulke (12.06.2009, 21:03 Uhr)
Wachstum braucht Rohstoffe...
... wo das Land, das diese birgt, von Menschen bewohnt und besessen wird, die anderes mit dem Land vorhaben als es kaputt machen zu lassen, um ein paar Menschen zu ermöglichen, noch mehr dümmere oder aber entrechtete Frauen v****ln könnnen, muss man etwas von "Freiheit des Rostoffverkehrs und der Rohstofferschließung" faseln, tierisch empört reagieren, wenn Menschen anmerken, dass menschliche Werte wichtiger als Geld sind und heimlich, still und leise die Freiheiten und Besitztümer derer, die sich nicht wehren können und nur das haben, was sie zum Leben brauchen, enteignen.
Herzlich willkommen im Kapitalismus, der nach Sloterdijk ja von Marx sosehr verleumdet wird, da dieser sagt, er beruhe auf Diebstahl (s. FAZ online heute). Herzlich Willkommen.
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