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12. Juni 2009, 10:47 Uhr

Iraner drängen an die Wahlurnen

Mehr als 46 Millionen Iraner sollen heute ihren neuen Präsidenten bestimmen. Nach einem kontroversen Wahlkampf wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem international umstrittenen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad und dem reformorientierten Herausforderer Mir-Hussein Mussawi erwartet. Der Andrang an den Wahlurnen ist groß.

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Die Wähler stellen die Weichen: Das Ergebnis dürfte entscheidend für die künftigen Beziehungen des Westens zum Iran sein© Atta Kenare/AFP

Im Iran hat am Morgen die Präsidentenwahl begonnen. Dabei sollen mehr als 46 Millionen Wahlberechtigte darüber entscheiden, ob der international umstrittene Staatschef Mahmud Ahmadinedschad für weitere vier Jahre im Amt bleibt oder abgelöst wird. Als sein aussichtreichster Herausforderer gilt der reformorientierte frühere Ministerpräsident Mir-Hussein Mussawi. Zudem kandidieren der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karrubi sowie Mohsen Rezai, ein Ahmadinedschad-Kritiker aus dem konservativen Lager.

Es zeichnet sich eine rege Wählerbeteiligung ab. Wenige Stunden nach Öffnung der Wahllokale standen in der Hauptstadt Teheran zahlreiche Wähler in langen Schlangen an, um ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale sollen zunächst bis 15.30 Uhr geöffnet bleiben. Es wird jedoch erwartet, dass die Wahlzeit wegen des Andrangs um einige Stunden verlängert wird. Das Innenministerium rechnet mit der höchsten Wahlbeteiligung in der 30-jährigen Geschichte der islamischen Republik. Die Ergebnisse sollen am Samstag bekanntgeben werden.

Falls keiner der vier Bewerber in der ersten Runde die für einen Sieg notwendigen 50 Prozent erreicht, muss eine Stichwahl am 19. Juni zwischen den beiden Bestplatzierten entscheiden.

Mussawi: Wahlbeobachter werden behindert

Mussawi warf hat den Behörden vor, Wahlbeobachter zu behindern. Einigen seiner Vertreter sei der Zugang zu den Wahllokalen verweigert worden, sagte er der Nachrichtenagentur Ilna. Sie hätten dort den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl überprüfen wollen.

Das Wahlergebnis dürfte entscheidend für die künftigen Beziehungen des Westens zum Iran sein. Vor allem der seit Jahren andauernde Streit um das iranische Atomprogramm hat dieses immer wieder belastet. Mussawi gilt als moderater als Ahmadinedschad und will das Verhältnis zum Westen verbessern. Keiner der vier Kandidaten hat jedoch eine wirkliche Änderung der Atompolitik in Aussicht gestellt.

Der Präsident ist im Iran mit seinen rund 72 Millionen Einwohnern der höchste gewählte politische Vertreter. Sein Spielraum ist dennoch begrenzt, da die nicht vom Volk gewählten Theokraten unter der Führung von Ayatollah Chamenei in allen wichtigen Fragen das letzte Wort haben.

Kurz nach Beginn der Wahl rief der oberste geistliche Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, die Bevölkerung zu einem friedlichen Urnengang auf. Die Beteiligung an der Abstimmung sei "ein Recht und eine Pflicht" des Volkes, sagte der Geistliche am Freitagmorgen bei der Stimmabgabe. Er fordere die Iraner auf, sich an der Wahl des Präsidenten zu beteiligen. Dabei sollten jegliche Versuche verhindert werden, "Spannungen in den Wahllokalen" zu erzeugen. Der Ayatollah hatte sich vor der Wahl wiederholt zu Gunsten des ultrakonservativen Amtsinhabers Ahmadinedschad ausgesprochen.

DPA/AP/Reuters/AFP
 
 
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