. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
29. Dezember 2007, 15:43 Uhr

Der konservative Mormone

Mitt Romney ist ein politischer Spätzünder: Mit 47 Jahren bewarb er sich erstmals für ein politisches Amt. Nun will er für die Republikaner ins Rennen um die US-Präsidentschaft gehen. Doch vor allem seine Religion könnte ein Hindernis werden - die Hälfte der Wähler hat Bedenken, für einen Mormonen wie ihn zu stimmen.

Mitt Romney, der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, will für die Republikaner antreten© Brian Snyder/Reuters

Mitt Romney folgt den Fußstapfen seines Vaters - ob als Wirtschaftsmanager, Gouverneur oder jetzt als Bewerber um das höchste Staatsamt der Vereinigten Staaten. Dabei will er aber zumindest bei dem Letzteren erfolgreicher sein als der Vater George Romney, der nach einem Patzer im Präsidentschaftswahlkampf 1968 seine Bewerbung noch vor der ersten Vorwahl in New Hampshire wieder zurückgezogen hatte. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts gilt neben dem früheren New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani und dem mittlerweile in Umfragen mit an die Spitze aufgerückten Exgouverneur Mike Huckabee aus Arkansas als einer der Favoriten im Rennen um die Spitzenkandidatur der Republikanischen Partei für die Präsidentenwahl 2008.

In die Politik ging der erfolgreiche Investmentbanker und Multimillionär erst relativ spät. 1994, im Alter von 47 Jahren, bewarb sich Romney erstmals um ein politisches Mandat. Damals wollte er gleich ein politisches Schwergewicht vom Sockel stürzen. Bei der seinerzeitigen Senatswahl forderte er den langjährigen Senator Edward Kennedy aus Massachusetts heraus. Romney brachte die Ikone der liberalen Demokraten arg in Bedrängnis, konnte sich aber am Ende doch nicht durchsetzen. Nach der Niederlage legte Romney seine politischen Ambitionen erst einmal auf Eis. 1999 wurde er Vorsitzender des Organisationskomitees zur Vorbereitungen der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City. Danach wagte er einen neuen Sprung und bewarb sich erfolgreich um den Gouverneursposten im Staat Massachusetts. Romney nutzte das Amt, aus dem er Anfang 2007 ausschied, zur Vorbereitung seiner Präsidentschaftskandidatur.

Romney wäre der erste Präsident, der den Mormonen angehört

Dass er in die Politik gegangen sei, verdanke er seinem Vater, sagte Romney einmal. Er sei für ihn das große Vorbild. Romneys Vater George war dreimaliger Gouverneur von Michigan und davor Manager in der Autoindustrie. In seinen Wahlkämpfen 1994 und 2002 präsentierte sich Romney noch als gemäßigter Politiker. Mittlerweile versucht er die republikanischen Parteigänger davon zu überzeugen, dass er ein solider Konservativer ist und Abtreibung sowie gleichgeschlechtliche Ehen entschieden ablehnt. Beides sind bei republikanischen Wählern wichtige Themen. Bei vielen stößt Romneys Meinungswandel allerdings auf Kritik. Zum Thema ist in den vergangenen Wochen auch Romneys Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft der Mormonen geworden, denen viele Amerikaner skeptisch gegenüberstehen. Romney musste sich in diesem Zusammenhang gegen heftige Angriffe seines Rivalen Huckabee auf seine Religion wehren. Huckabee, ein baptistischer Geistlicher, hatte in einem Gespräch mit einem Journalisten die Frage gestellt, ob die Mormonen nicht glaubten, dass Jesus und der Teufel Brüder seien.

Inzwischen hat er sich dafür entschuldigt. Romney wäre der erste Präsident, der den Mormonen angehört. Aus einer kürzlich veröffentlichten Umfrage geht hervor, dass bis zu 50 Prozent der wahrscheinlichen Wähler Bedenken hätten, einen Mormonen zum Präsidenten zu wählen. In einem spektakulären Auftritt Anfang Dezember verteidigte seinen Glauben, machte aber auch deutlich, dass er Politik und Religion strikt trenne. Der Auftritt erinnerte an eine Rede John F. Kennedys, der sich 1960 als Präsidentschaftskandidat wegen seines katholischen Glaubens rechtfertigen musste. Er wurde im selben Jahr als erster Katholik zum Präsidenten der USA gewählt. Bei Kennedy wurde die Frage aufgeworfen, ob er sich in seinen Entscheidungen nicht vom Papst als oberste Autorität der Katholiken leiten ließe.

AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
juliansongs (30.12.2007, 01:22 Uhr)
RON PAUL FOR PRESIDENT
Vor allem darf es kein Bilderberg Kandidat werden.
Blauregen (30.12.2007, 00:48 Uhr)
Bloß nicht!
Vor Jahren war ich durch eine Verwandte mehrere Male in einem Gottesdienst von Mormonen (in Deutschland). Zwei Punkte störten mich massiv:
1. wie schnell Verhaltensweisen im Alltag , wie zb Zimmer nicht aufräumen sofort mit Satans Einfluß begründet werden.
2. die straffe autoritäre Führung, alles wird von oben bestimmt, wer für welche Posten eingesetzt wird und wer nicht. Und noch markanter finde ich, daß zu sämtlichen Gottesdiensten weltweit ein bestimmtes Thema von Utah vorgegen wird, was dann im Gottesdienst gepredigt wird.
Auch ein dritter Punkt stört mich. wie sehr die Mitglieder gegängelt werden, erfüllen sie nicht die engen moralischen Vorgaben, sind sie vom Tempelbesuch ausgeschlossen. Wobei es ähnlich hart wohl auch bei einigen anderen Glaubensgemeinschaften zugeht.
Ich mache mir Sorgen, wenn ich mir vorstelle, daß jemand als bekennender Mormone Präsident werden könnte. Die Fronten werden sich verschärfen, die Kriege und Maßnahmen werden noch mehr als *im Namen Gottes* deklariert, die Fronten verschärfen sich.
gmathol (29.12.2007, 22:04 Uhr)
@BEEGEESFAN
...in der Tat die USA haben seit Beendigung des 2. Weltkrieges gezeigt wozu dieses "schoene" Land faehig ist: 25 Millionen Menschen haben in zahlreichen von den USA angezettelten Kriegen seit 1945 ihr Leben fuer die heilige "Demokratie" lassen muessen und noch ist kein Ende in Sicht.
Frohes Neues Jahr trotzdem!
gmathol (29.12.2007, 22:02 Uhr)
Es gaebe nur 2 Kandidaten die die Bush Politik nicht fortsetzen wuerden!
Bei den Republikanern: Ron Paul, bei den Demokraten: Dennis Kucinich. Ron Paul hat gute Chancen die Primaries fuer die Praesidentschafts-Kanditatur zu gewinnen.
Die Frage ist allerdings - wird der militaerisch industrielle Komplex wieder zum politischen Mord greifen, um das zu verhindern. Alle Kandidaten oder Praesidenten wie Kennedy die die Federal Reserve verstaatlichen und das Militaer reduzieren wollten ueberlebten nicht lange.
Die USA stehen uebrigens z. Zeit unter Kriegsrecht! Das Militaer kann jederzeit Menschen verhaften und in Sondergerichten ohne Beweisfuehrung und Anwalt verurteilen.
Hmm, Russland wird wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen kritisiert? Selbst in der alten Sowjet-Union gab es mehr Schutz.
August_Stark (29.12.2007, 17:19 Uhr)
Hauptsache: Nicht! Hillary
Egal wer Präsident wird, Hauptsache es ist nicht die karrieregeile Hillary Clinton!
BEEGEESFAN (29.12.2007, 16:38 Uhr)
GUTMENSCHEN?
VON DIESEN "GUTMENSCHEN" MÖCHTE ICH NICHT REGIERT WERDEN.SIE GLAUBEN DOCH WIRKLICH DAS SIE ALLEIN DIE WAHRHEIT GEPACHTET HABEN.MIR REICHT SCHON SCHON DER ZWERG VON TEXAS, DER IM MOMENT DIE GESCHICKE AMERIKAS LENKT.ALS BEKENNENTER AMERIKA FAN HOFFE ICH INSTÄNDIGST; DAS DIESES SEHR SCHÖNE LAND EINMAL VON EINEM FÄHIGEN PRÄSIDENTEN REGIERT WIRD
MEHR ZUM ARTIKEL
Mormonenführer "Polygamie ist bei uns verboten"

Ein Mormone als US-Präsident? Der Republikaner Mitt Romney will dies schaffen. Doch die Skepsis in den USA ist groß, das Mormonentum ist als Sekte verschrien. Im stern.de-Interview wehrt sich Frerich Görts, oberster Mormone in Deutschland, gegen diese Vorwürfe und äußert sich zu Vielweiberei und Homosexualität. mehr...

US-Wahlkampf Glaubenskrieg hinter den Kulissen

Die zehnte Wahlkampfdebatte der Republikaner war als Showdown der in Iowa führenden Kandidaten angekündigt: Mitt Romney gegen Mike Huckabee. Sie wurde zum Langweiler. Das wahre Duell fand hinter den Kulissen statt. Im Mittelpunkt: Jesus und Satan. mehr...

US-Wahlkampf Sechs Sieger und ein Profiteur

Obama, Edwards oder Clinton? Die Caucus-Wahlen am 3. Januar sollen die Entscheidung bringen, wer für die Demokraten bei der US-Präsidentenwahl kandidieren wird. Mit entsprechend großer Spannung wurde die letzte TV-Debatte vor den Wahlen erwartet. Sie endete ohne klaren Sieger, aber einem Profiteur: Barack Obama. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe