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Im Bann des Blutbades

In Ägypten eskaliert die Gewalt. Die Regierungen des Westens schauen gelähmt zu und auch die Presse findet keine Lösung. Die Ägypter müssten einen Kompromiss findet, lautet ihr hilfloser Apell.

  Das Militär geht mit aller Härte gegen die Anhänger des gestürzten Prädsidenten Mursi vor.

Das Militär geht mit aller Härte gegen die Anhänger des gestürzten Prädsidenten Mursi vor.

Nach den blutigen Unruhen der vergangenen Tage diskutiert die ägyptische Regierung über ein Verbot der Muslimbruderschaft. Der Vorschlag, die Islamisten-Organisation für illegal zu erklären, wird die Situation nicht beruhigen können. Im Gegenteil. Die internationale Presse sieht dagegen in der Fähigkeit zum Kompromiss die einzige Chance, einen jahrelangen Bürgerkrieg zu vermeiden. Aber niemand weiß, woher der Wille zum Ausgleich überhaupt herkommen solle.

Die konservative britische Zeitung "The Times" sehen die Generäle in der Verantwortung:

"Ägyptens Militärführer haben die Wahl. Nach einer Woche unerträglicher Gewalt können sie ihren Kurs fortsetzen und ihr Land zu einem jahrzehntelangen Konflikt zwischen einem Polizeistaat und einem islamistischen Aufstand verdammen. Oder sie beruhigen die Bevölkerung und halten sich an ihr Versprechen, Ägypten auf den Weg einer repräsentativen Regierung zu führen. (Armeekommandeur) General Abdel Fattah al-Sisi, der für den Tod von mehr als 600 Zivilisten verantwortlich ist, will sicherlich keine Lehren von Außenstehenden für sein leidgeplagtes Land hören. Doch für die Zukunft Ägyptens und um Islam und Demokratie miteinander zu versöhnen, muss Al-Sisi das Ruder herumwerfen und einen Weg der Versöhnung einschlagen."

Die linksliberale Pariser Zeitung "Libération" hofft auf eine politische Einigung:

"Die Ägypter stehen heute da ohne Unterstützung, sie sind sich selbst überlassen und zutiefst gespalten. Man ist für oder gegen die Muslimbrüder. Ihre Anhänger und diejenigen der Militärs schwenken beide ihr eigenes Konzept der Demokratie auf ihren Fahnen. Auch wenn es illusorisch oder naiv erscheinen mag, so wird man irgendwie einen politischen Prozess einleiten müssen. Zwei entscheidende Länder dieser Region, Tunesien und die Türkei, verfolgen die Ereignisse in Ägypten mit großer Aufmerksamkeit. In diesen beiden Ländern wird die Macht der Islamisten infrage gestellt. Man weiß nur zu gut was passiert, wenn ein Dominostein fällt."

Das "Luxemburger Wort" sieht nur begrenzte Einwirkungsmöglichkeiten auf die Eskalation in Ägypten:

"Gut zweieinhalb Jahre nach Ausbruch des Arabischen Frühlings droht das größte und wichtigste arabische Land langsam, aber sicher im Chaos zu versinken. Das kann niemand wollen - weder die Ägypter selbst, noch der Rest der Welt. Doch sind Aufrufe zum Kompromiss bislang auf taube Ohren gestoßen. Der Westen sieht der Eskalation der Gewalt hilflos zu. Alle Vermittlungsbemühungen prominenter Diplomaten und Politiker sind im Sande verlaufen. Fast sieht es so aus, als müsste Ägypten erst selbst zur Raison kommen."

Die "Leipziger Volkszeitung" lenkt den Blick auf die Gewalt in Ägypten und die Reaktionen der westlichen Welt: "Ägypten versinkt im Blut, und der Westen verharrt in der Rolle des betroffenen, aber ratlosen Zuschauers. Alle diplomatischen Bemühungen liefen ins Leere. Auch der UN-Sicherheitsrat kam über den hilflosen Appell, das Blutvergießen doch bitte zu beenden, nicht hinaus. Das verdeutlicht, wie sehr der Westen an Einfluss verloren hat. Insbesondere die USA kommen aber in Handlungszwang, wenn das Land am Nil tiefer in den Sumpf aus Hass und Gewalt steuert. Obama möchte schließlich ein altes Versprechen einlösen und zwischen Israelis und Palästinensern vermitteln. Aber es gibt keinen Frieden in Nahost, wenn in Syrien der Bürgerkrieg tobt und Ägypten brennt."

Die "Welt" ist ratlos angesichts der Herrschaft der Gewalt: "Die ohnehin schwache Hoffnung auf einen Übergang Ägyptens in die Demokratie hat das ägyptische Militär einstweilen in Blut ertränkt. Das Militär hat damit gezeigt, dass es zur Durchsetzung seiner Machtinteressen Gewalt anzuwenden bereit ist. So undurchsichtig die Lage in der arabischen Welt, so deprimierend gleichbleibend ist das Phänomen, dass sich Gewalt und Willkür dort immer wieder gegen den vernünftigen Ausgleich durchsetzen. Die arabische Welt hat keine Werte jenseits von nationalem und religiösem Fanatismus entwickelt, auf die sie ihre Gesellschaftsordnung gründen könnte."

Gernot Kramper mit Agenturen

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