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24. Februar 2010, 08:47 Uhr

Griechenland tritt in 24-stündigen Generalstreik

Alle Flüge sind gestrichen, die Fähren, Busse und U-Bahnen werden lahmgelegt: Die Gewerkschaften in Griechenland haben zum 24-stündigen Generalstreik aufgerufen. Der Ausstand richtet sich gegen das geplante Sparprogramm der Regierung, mit dem diese einen Ausweg aus der Schuldenkrise sucht.

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Griechenland in seiner tiefen Staatskrise: Ein nationaler Streik richtet sich gegen das Sparprogramm der Regierung© DPA

Eine massive Streikwelle im Gefolge der Finanzkrise droht Griechenland an diesem Mittwoch praktisch lahmzulegen. Vor allem im Bereich Verkehr dürfte fast nichts mehr gehen. Bereits seit Mitternacht waren sämtliche Flüge von und nach Griechenland wegen der Beteiligung der Fluglotsen ausgefallen. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn werden bestreikt. Die U-Bahnen und viele Buslinien in Athen und Thessaloniki fahren ebenfalls nicht.

Geschlossen blieben auch alle staatlichen Behörden, die meisten Schulen und die Universitäten. Die Ärzte in öffentlichen Krankenhäusern behandeln nur Notfälle. Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichtensendungen, da auch die Journalisten für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Der Streik richtet sich gegen das schmerzhafte Sparprogramm der Regierung, die damit gegen die massive Staatsverschuldung ankämpft.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte auf die Streikankündigung mit dem Hinweis reagiert, er habe zwar "Verständnis dafür", es gebe aber einfach "kein Geld". Das harte Sparprogramm der sozialistischen Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte vor. Griechenland schuldet fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ihre ständige Aufsicht gestellt. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuern in den kommenden Wochen gilt als sicher. Drastisch erhöht wurden bereits die Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Veritas44 (26.02.2010, 23:13 Uhr)
Es war doch abzusehen, dass wir wieder bezahlen. Wenn irgend einer in der Welt Geld braucht dann ist er bei uns richtig. Nachdem wir schon Hotel für alle ausländischen Schmarotzer sind, die Gehälter von mindestens 50 Staatspräsidenten und ihrer Clans bezahlen, können wir auch noch die leichtfertig gemachten Schulden übernehmen.
Was unsere schlauen Politiker unserer Nachwelt hinterlassen schreit zum Himmel. und sie machen immer weiter, solange bis es in jedem Dorf in der Welt einen Angela Merkelplatz, Strasse, oder Schule gibt.
Aber im eigenen Land verarmen die jahrelang schuftenden Mitbürger immer mehr.
Hoffentlich denken auch alle Kommentarschreiber bei den nächsten Wahlen an dieses von unseren eigenen Politikern verursachtes Unrecht.
Aber dann ist alles wieder vergessen
Onzapintada (26.02.2010, 19:21 Uhr)
Griechenland Deutschland und der Euro
Also Sparprogramm auch fuer Griechenland. Das Volk zahlt fuer die Krise. Loehne runter wie in Deutschland. Toll!
Ob das ?bequeme Leben? fuer die Griechen vorbei ist, und ihnen ein Hartz-IV-Regime nach deutschem Muster aufoktroyiert werden kann, wird der Ausgang der sozialen Kaempfe dort zeigen. Nicht jedes Volk ist so gefuegig. Es ist natuerlich unverschaemt von den Griechen, jetzt auf den deutschen Besuch vor 70 Jahren hinzuweisen, aber der erfolgte nun einmal ohne Einladung; eine vorausschauende deutsche Politik wuerde die Krise zu einer Einigung mit Griechenland nutzen.
Die kollektive deutsche Erfahrung zweier Währungsreformen bzw. deren Missbrauch fuer eine Deflations-, d.h. Lohnkuerzungspolitik durch die Eliten, ist allerdings ein Problem, aber ein rein deutsches; diese Politik ist nicht zur Nachahmung zu empfehlen.
Es geht nicht um die Frage, ob die Griechen über ihre Verhältnisse leben dürfen, sondern ob die deutsche Industrie sozusagen eingefangen werden soll. Allein, die deutschen Eliten, die die Industrie ihrer europaeischen Nachbarn mit ihren kuenstlich herbeigefuehrten, per Gesetz erzwungenen, sogenannten wettbewerbsstarken Dumpingloehnen niederkonkurrieren, sind beratungsresistent wie eh und je.
Man kann es schon so ausdruecken, wie gestern in der FAZ zu lesen: Die Wurzel des Übels ? ist der ständige Verstoß gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Es darf aber gefragt werden, wer hier verstossen hat. Im Vertrag wurde ein jaehrliches Inflationsziel von zwei Prozent angepeilt, was kumuliert ueber zehn Jahre circa 22 Prozent ergibt. Dementsprechend sind die Lohn-Stück-Kosten, die Arbeitskosten im Verhältnis zur Arbeitsproduktivität, in diesem Zeitraum in Suedeuropa und in Frankreich um circa 25 Prozent gestiegen. In Deutschland lag die Steigerung bei Null; die Realloehne sind sogar gesunken! Mit diesem Dumping kann man jeden Handelspartner plattmachen, der nicht abwerten kann. Das ist das ganze Geheimnis der ueberdimensionierten deutschen Exportueberschuesse. Und der Verschuldung der Handelspartner.
Eine sozialere EU, vor allem ein wieder soziales Deutschland, letzteres zugegebenermassen komplett unrealistisch, wuerde die Binnennachfrage stimulieren. Aber das darf in der neoliberalen Theorie nicht sein; die, nebenbei bemerkt, eine Herrschaftsideologie ist, als wirtschaftswissenschaftliche Theorie aber leider nur eine Luftnummer.
Ja, liebe "Eliten", bleiben Sie nur standhaft, sprengen Sie die EU, bleiben Sie lernresistent, fallen Sie noch hinter den IWF-Erkenntnisstand zurueck, halten Sie am Neoliberalimus fest und gehen Sie mit dieser Ideologie unter. Heinrich Bruening hat gezeigt wie es geht. Deutschlands Zukunft?
Onzapintada (26.02.2010, 19:05 Uhr)
Absurdes Theater
Also ?Sparprogramm? auch fuer Griechenland. Das Volk zahlt fuer die Krise. Loehne runter wie in Deutschland. Toll!
Ob das ?bequeme Leben? fuer die Griechen vorbei ist, und ihnen ein Hartz-IV-Regime nach deutschem Muster aufoktroyiert werden kann, wird der Ausgang der sozialen Kaempfe dort zeigen. Nicht jedes Volk besteht aus Untertanen. Es ist natuerlich unverschaemt von den Griechen, jetzt auf den deutschen Besuch vor 70 hinzuweisen, aber der erfolgte nun einmal ohne Einladung; eine vorausschauende deutsche Politik wuerde die Krise zu einer Einigung mit Griechenland nutzen.
Die kollektive deutsche Erfahrung zweier Währungsreformen bzw. deren Missbrauch fuer eine Deflations-, d.h. Lohnkuerzungspolitik durch die Eliten, ist allerdings ein Problem, aber ein rein deutsches - diese Politik ist nicht zur Nachahmung zu empfehlen.
Es nicht um die Frage, ob die Griechen über ihre Verhältnisse leben dürfen, sondern ob die deutsche Industrie ?eingefangen? werden soll. Allein, die deutschen Eliten, die die Industrie ihrer europaeischen Nachbarn mit ihren kuenstlich herbeigefuehrten, per Gesetz erzwungenen, ?wettbewerbsstarken? Dumpingloehnen niederkonkurrieren, sind beratungsresistent wie eh und je.
Man kann es schon so ausdruecken, wie gestern in der FAZ zu lesen: ?Die Wurzel des Übels ? ist der ständige Verstoß gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt.? Es darf aber gefragt werden, wer hier verstossen hat. Im Vertrag wurde ein jaehrliches Inflationsziel von zwei Prozent angepeilt, was kumuliert ueber zehn Jahre circa 22 % ergibt. Dementsprechend sind die Lohn-Stück-Kosten, die Arbeitskosten im Verhältnis zur Arbeitsproduktivität, in diesem Zeitraum in Suedeuropa und in Frankreich um circa 25 % gestiegen. In Deutschland lag die Steigerung bei Null; die Realloehne sind sogar gesunken! Mit diesem Dumping kann man jeden Handelspartner plattmachen, der nicht abwerten kann. Das ist das ganze Geheimnis der ueberdimensionierten deutschen Exportueberschuesse. Und der Verschuldung der Handelspartner.
Eine sozialere EU, vor allem ein wieder soziales Deutschland, letzteres zugegebenermassen komplett unrealistisch, wuerde die Binnennachfrage stimulieren. Aber das darf in der neoliberalen Theorie nicht sein ? die, nebenbei bemerkt, eine Herrschaftsideologie ist, als wirtschaftswissenschaftliche Theorie aber leider nur eine Luftnummer.
Ja, liebe "Eliten", bleiben Sie nur standhaft, sprengen Sie die EU, bleiben Sie lernresistent, fallen Sie noch hinter den IWF-Erkenntnisstand zurueck, halten Sie am Neoliberalimus fest und gehen Sie mit dieser Ideologie unter. Heinrich Bruening hat gezeigt wie es geht. Deutschlands Zukunft?
tannebaum (25.02.2010, 10:42 Uhr)
überzogene ansprüche...
...aber keine arbeitlichen gegenleistung.

klingt blöd, aber ist so: griechenland ist heute da, wo wir in 15 jahren sein werden.

zu wenig gearbeitet, zu wenig bildung, zu viele lobbyarbeit und zu viele berufspolitker ohne ideal.

aber alle griechen wollten den immerwährenden wohlstand auf pump! PENG!!! da platzte die schuldenblase..
Sozimod (24.02.2010, 15:48 Uhr)
Wer lebt wohl auf Kosten der anderen?
Lieber zappuser, die Politikelite, Parteien, Großunternehmen leben auf Kosten der anderen. Schönes Eigentor. Meine Quelle:
OECD Studien 2009, mehrfache Milliardäre(Stiftung Lidl, Albrecht(Aldi),Schlecker, Erivan Haub und Kinder, Waffen Industrie, Banken und Versicherungen.

Alle sie raffen bis zum geht nicht mehr.
Alle Sponsoren sich gegenseitig, auf Kosten der Allgemeinheit.

Mehr Griechenland Mentalität würde ich mir für Deutschland wünschen.

Auch wir sind Pleite, nur hat es noch keiner realisiert.
also_ne... (24.02.2010, 15:25 Uhr)
@ trespuntos (24.02.2010, 13:15 Uhr)
so? was wird denn alles unter den Tisch gekehrt?
Sie haben bestimmt entsprechende Nachweise, auf die ich äußerst gespannt bin.
iosono (24.02.2010, 13:23 Uhr)
kriegsentschädigung?
solte deutschland griechenland eine kriegsentschädigung bezahlen? JA
aber erst nachdem spanien und schweden die schäden des 30-jährigen krieges bezahlt haben.-)
indien und china freuen sich wenn sich europäer wieder die köpfe einschlagen.weiter so
tursu (24.02.2010, 13:17 Uhr)
STREIKEN
das ist richtig was die da machen. Die Verantwortlichen müssen jetzt verfolgt und angeklagt werden. Wieso sind es immer die Bürger schuld???????? Wieso müssen immer die Bürger bluten???( sieha auch Deutschland). Griechen macht weiter, bis zum bitteren Ende
trespuntos (24.02.2010, 13:15 Uhr)
Kopfschüttel
Deutschland beschwert sich über Griechenland? Über die Korruption? Ich muss lachen! Hier in Deutschland wird doch alles unterm Teppich gekehrt. Das griechische Volk kann für die Schulden seines Landes nichts dafür. Wie heißt es so schön, was ein Politiker kann, kann ein Bürger genau so gut! Die EU sollte nicht das Volk bestrafen sondern die "Regierung". Das Volk ist am Ende. Die Zitrone wurde schon trocken gepresst.
tonimont (24.02.2010, 12:36 Uhr)
Hetze!!
Sie sollte doch bitte genau darüber nachdenken wen Sie hier beu-/verurteilen.
Das klingt ganz nach einer Hetzkampagne.
Ich bin selber Grieche und verurteile die Bilanzfällschungen im höchsten Masse.
Allerdings wird hier in dem Forum nicht gegen die Regierung, sondern gegen den griechischen Bürger gehetzt. Ich glaube nicht das der griechische Bürger auf die Barickaden steigt, weil er noch mehr von der EU (bei Ihnen gleich Deutschland) absahnen möchte. Von diesem Verlust über ? 300 Mrd. wusste der griechische Bürger bestimmt nichts. Und das der jetzt wegen dem Unvermögen der Politiker nicht geradestehen möchte ist vollkommen zu verstehen. Hier ist zur Zeit eine Diskossion über Hartz IV entfacht, ohne jegliche Androhung von Kürzungen. Denken Sie, dass wenn der Hartz IV-Satz bwz. Lohn z. B. um die Hälfte gekürtz wird keiner auf die Strasse gehen wird? Wäre bei einer Kürzung des Hartz IV-Satzes bzw. der Löhne wg. hoher Staatsschulden auch der Bürger Schuld? Denken Sie doch einfach nochmal darüber nach über welche Person oder Institution etc. hetzen!!
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