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27. Dezember 2009, 10:21 Uhr

Offenbar vier Regimekritiker getötet

Tränengas und Schüsse: Im Iran haben erneut tausende Oppositionelle demonstriert, nach Augenzeugenberichten wurden vier Menschen getötet. In Sprechchören hatten sie die Absetzung des Ahmadinedschad-Regimes verlangt.

Iran, Proteste, Demonstranten, Demonstrationen, Teheran, Regime

Zuletzt nutzte die iranische Reformbewegung das Begräbnis von Ajatollah Montaseri zu Protesten. Jetzt sollen in Teheran drei Demonstranten getötet worden sein© DPA

Im Iran ist es am Sonntag zu den schwersten Zusammenstößen seit dem Höhepunkt der Proteste gegen die Präsidentschaftswahl im Juni gekommen. Dabei wurden nach Informationen aus Oppositionskreisen und Berichten von Augenzeugen in der Hauptstadt Teheran mindestens vier Menschen getötet und zwei verletzt. Zusammenstöße wurden zum Höhepunkt des schiitischen Aschura-Festes auch aus den Städten Isfahan und Nadschafabad gemeldet.

Sprechchöre gegen die Regierung

Mit Sprechchören wie "Tod dem Diktator" gingen in Teheran mehrere tausend Anhänger der Oppositionsbewegung auf die Straße. Auf der Engelab-Straße gaben die staatlichen Einsatzkräfte zunächst Warnschüsse in die Luft ab und gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Menschenmenge vor. Schließlich hätten sie direkt auf Demonstranten geschossen, berichteten Augenzeugen und die dem Reformlager nahestehende Website Rah-e-Sabs.

Eines der Todesopfer sei ein älterer Mann mit einer Schusswunde auf der Stirn. Augenzeugen sahen, wie er mit blutüberströmtem Gesicht von Anhängern der Opposition weggetragen wurde. Aufgebrachte Demonstranten warfen nach Augenzeugenberichten Steine auf die Einsatzkräfte und setzten Dutzende von Motorrädern in Brand, wie sie von den Basidsch-Milizionären eingesetzt werden.

Journalisten internationaler Nachrichtenmedien war es verwehrt, über die Kundgebung zu berichten. Über dem Zentrum von Teheran stiegen zeitweise schwarze Rauchwolken auf, Sirenen von Rettungswagen waren zu hören. Polizeihubschrauber kreisten über den Straßen. Wie in der Vergangenheit bei ähnlichen Zusammenstößen wurde das Mobilfunknetz abgeschaltet, Internetleitungen waren auf eine minimale Bandbreite gedrosselt.

Proteste bereits am Samstag

Die iranische Opposition nutzt das schiitische Aschura-Fest zu Demonstrationen gegen die Regierung. Bereits am Samstag sei es immer wieder zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen, meldeten Internetseiten der Opposition. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt und in die Luft geschossen, um die Kundgebungen aufzulösen.

Die Oppositionellen hatten sich am Samstag an zunächst mehreren Stellen in Teheran versammelt, darunter auch an der Universität, hieß es auf den regimekritischen Websites. Zu größeren Protesten kam es nach Augenzeugenberichten am Samstagnachmittag auch in der belebten Niavaran-Avenue im Norden Teherans. Dort gingen Hunderte Anhänger der grünen Bewegung von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi auf die Straße. Eine Rede des regimekritischen Ex-Präsidenten Mohammed Chatami war von Anhängern Ahmadinedschads verhindert worden.

Zuletzt hatten die Regimekritiker die Trauerfeierlichkeiten für den vor einer Woche gestorbenen Großajatollah Hussein Ali Montaseri für Demonstrationen in vielen Städten des Landes genutzt. Die Proteste im Iran richten sich gegen die umstrittene Wiederwahl von Ahmadinedschad im Juni.

DPA/AP/AFP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
ganzbaf (28.12.2009, 12:58 Uhr)
Man kann nur hoffen...

das sich auch dieses Volk dort von seinem "Honecker" und rückständigen Islambild befreit.
Malt (28.12.2009, 12:52 Uhr)
Sichtweise!
"Auf der Engelab-Straße gaben die staatlichen Einsatzkräfte zunächst Warnschüsse in die Luft ab und gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Menschenmenge vor."
.
Wenn in Deutschland ähnliches passiert dann heißt es immer: Die Polizei warnte die gewaltbereiten Demonstranten per Warnschuss und ging schließlich mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Randalierer vor!
.
Leist sich gleich ganz anders - und bedeutet doch das gleiche... es kommt halt immer drauf an WER die Schagzeile diktiert...
endbenutzer (28.12.2009, 10:56 Uhr)
Wenn im Iran...
...Oppositionelle verprügelt und getötet werden, wird dies - insbesondere von den USA - streng verurteilt. Passiert das Gleiche in China, interessiert es niemanden. Dabei ist doch offensichtlich, dass es den USA gelegen kommt, wenn sich der Iran mehr und mehr destabilisiert. So steigt die internationale Akzeptanz für einen Krieg, bei dem es in Wirklichkeit doch wieder nur um Öl geht..
K-H-J (27.12.2009, 23:23 Uhr)
Im Terrorstaat Iran


Alles, aber auch alles wird im Mullahstaat Iran verboten. Ob man für mehr Rechte und Freiheiten demonstriert oder für ein besseres Leben. Der größte Feind ist nicht die USA. Nein, es ist die eigene Bevölkerung, die sich gegen das islamistische Mullahregime mit ihrem Leben wehrt.

Unterdessen kam es in der südiranischen Kleinstadt Sirjan zu heftigen Protesten bei einer öffentlichen Hinrichtung (Aufhängen) zweier Männer durch die Geheimpolizei. Eine aufgebrachte Menge vertrieb die Henker mit Steinwürfen und schnitt die Deliquenten, die bereits am Galgen hingen, wieder los. Mindestens einer der beiden Männer soll noch am Leben gewesen sein. Danach rückte die Polizei mit Verstärkung an, erschoss einige Befreier und hing die beiden Männer wieder auf.

Die UN tut das was sie immer tut in so einem Fall. Sie schaut entweder weg oder ist noch in den Weihnachtsferien. Der islamistische Terrorstaat Iran geht unterdessen, ungehindert mit Folter und Morden an seiner eigenen Bevölkerung - sein blutigen Weg.

In der Deutschen Nachrichten-Welt gibt wichtigeres zu berichten als über den Amok-Staat Iran.

KHJ aus Köln
K-H-J (27.12.2009, 23:06 Uhr)
Im Terrorstaat Iran

Alles, aber auch alles wird im Mullahstaat Iran verboten. Ob man für mehr Rechte und Freiheiten demonstriert oder für ein besseres Leben. Der größte Feind ist nicht die USA. Nein, es ist die eigene Bevölkerung, die sich gegen das islamistische Mullahregime mit ihrem Leben wehrt.

Unterdessen kam es in der südiranischen Kleinstadt Sirjan zu heftigen Protesten bei einer öffentlichen Hinrichtung (Aufhängen) zweier Männer durch die Geheimpolizei. Eine aufgebrachte Menge vertrieb die Henker mit Steinwürfen und schnitt die Deliquenten, die bereits am Galgen hingen, wieder los. Mindestens einer der beiden Männer soll noch am Leben gewesen sein. Danach rückte die Polizei mit Verstärkung an, erschoss einige Befreier und hing die beiden Männer wieder auf.

Die UN tut das was sie immer tut in so einem Fall. Sie schaut entweder weg oder ist noch in den Weihnachtsferien. Der islamistische Terrorstaat Iran geht unterdessen, ungehindert mit Folter und Morden an seiner eigenen Bevölkerung - sein blutigen Weg.

In der Deutschen Nachrichten-Welt gibt wichtigeres zu berichten als über den Amok-Staat Iran.

KHJ aus Köln
 
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