Erdogan verkündet "Ende der Toleranz"

11. Juni 2013, 13:12 Uhr

Ministerpräsident Erdogan rechtfertigte das rigorose Vorgehen der Polizei bei der Räumung des Taksim-Platzes in Istanbul. Den Demonstranten wirft er Vandalismus vor und droht mit noch mehr Härte.

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Ein zu Boden geworfener Demonstrant in Istanbul, in der Hand eine Fahne, darauf das Porträt des türkischen Gründervaters Mustafa Kemal Atatürk©

Am zwölften Tag der Massenproteste in der Türkei ist für Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach eigenen Angaben das Ende der "Toleranz" erreicht. "Diese Episode ist nun vorbei", sagte Erdogan am Dienstag vor Abgeordneten der Regierungspartei AKP in Ankara. "Wir werden keine Toleranz mehr zeigen." Erdogan sieht sich seit zwölf Tagen Protesten gegen seine Regierung ausgesetzt.

Am Dienstagmorgen stürmte die Polizei den Taksim-Platz in Istanbul, das symbolträchtige Zentrum der regierungskritischen Proteste. Sie ging dabei mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor. Erdogan verteidigte das Vorgehen der Polizei. In einer Rede vor Abgeordneten seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in Ankara dankte er der Polizeiführung am Dienstag.

Den Demonstranten warf er vor laufenden Fernsehkameras Vandalismus und erhebliche Zerstörungen bei den Protesten in den vergangenen zwei Wochen vor. Es gebe zudem einen Versuch, die Türkei wirtschaftlich in die Knie zu zwingen und Investoren einzuschüchtern.

Bei den Protesten wurden Erdogan zufolge bislang vier Menschen getötet. Laut türkischem Ärztebund wurden zudem fast 5000 Menschen verletzt.

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