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Tolokonnikowa bleibt in Haft

Schon ihre Bandkollegin Maria Aljochina scheiterte mit ihrem Antrag auf vorzeitige Entlassung. Nun entschied ein Gericht: Auch Pussy-Riot-Sängerin Nadeschda Tolokonnikowa muss im Straflager bleiben.

  Nadeschda Tolokonnikowa: "Ich erkenne meine Schuld nicht an und ich werde sie auch niemals anerkennen".

Nadeschda Tolokonnikowa: "Ich erkenne meine Schuld nicht an und ich werde sie auch niemals anerkennen".

Die russische Justiz hat auch dem zweiten inhaftierten Mitglied der Punkband Pussy Riot eine vorzeitige Haftentlassung verwehrt. Das Oberste Gericht von Mordowien lehnte am Freitag einen Berufungsantrag von Nadeschda Tolokonnikowa ab, die in der Region eine zweijährige Lagerhaftstrafe verbüßt. "Freilassung abgelehnt" sowie "Verbleib in Haft bis zum Ende der Strafe", schrieb die russische Künstlergruppe Woina, die der Punkband nahesteht, im Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Gerichtssprecherin bestätigte, dass das frühere Urteil gegen Tolokonnikowa aufrechterhalten worden sei.

Die Aktivistin, die ihre Strafe in Mordwinien rund 650 Kilometer südöstlich von Moskau verbüßt, verfolgte die Entscheidung im Gerichtssaal in einem Gitterkäfig. "Die Zeit in Haft hat nicht dazu geführt, dass ich meine Einstellung ändere", sagte sie der Agentur Rapsi zufolge. Tolokonnikowas Anwältin Irina Chrunowa schloss einen erneuten Antrag auf Freilassung nicht aus.

Sie will "bis zum Ende" kämpfen

Die 23-jährige Studentin Tolokonnikowa war gemeinsam mit ihren Bandkolleginnen Maria Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch im August 2012 wegen "Rowdytums" und "Anstachelung zu religiösem Hass" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden, weil die Gruppe im Februar in einer Moskauer Kathedrale ein Protestgebet gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt hatte. Ein Berufungsgericht wandelte später Samuzewitschs Strafe in eine Bewährungsstrafe um, bestätigte aber die Haftstrafen der beiden anderen Frauen.

Tolokonnikowas erster Antrag auf vorzeitige Haftentlassung war Ende April in erster Instanz abgelehnt worden. Am Mittwoch war Aljochina mit einem ähnlichen Gesuch ebenfalls im Berufungsverfahren gescheitert. Beide Musikerinnen haben kleine Kinder. Der Prozess und das Urteil gegen die Frauen waren international von Politikern und Künstlern sowie von der russischen Opposition scharf verurteilt worden.

Noch am Freitag sagte Tolokonnikowa vor Gericht, sie werde "bis zum Ende" gegen ihre Verurteilung kämpfen und ihren Fall wenn nötig vor den Obersten Gerichtshof des Landes bringen. "Ich erkenne meine Schuld nicht an und ich werde sie auch niemals anerkennen", sagte sie. Sie habe Prinzipien und werde diese verteidigen.

anb/APF/DPA/DPA

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