Wladimir Putin und Dmitri Medwedew bilden das Führungsduo Russlands. Nun planen die beiden Politiker, ihre Ämter zu tauschen.

Kennen sich seit Jahren und stehen an der Spitze Russlands: Dmitri Medwedew und Waldimir Putin© Maxim Shipenkow/DPA
Wladimir Putin und Dmitri Medwedew kennen sich bereits aus ihrer Zeit in der Stadtverwaltung von St. Petersburg. Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2000, als Putin sein erstes Mandat als russischer Staatschef errang, war Medwedew der Chef seines Wahlkampfteams. In den Folgejahren stieg der Vertraute im Machtgefüge des Landes immer weiter auf. Seit vier Jahren ist er Präsident und bildet mit dem Regierungschef Putin das Führungstandem des Landes.
Die Kreml-Partei Einiges Russland schlägt den damaligen Vize-Ministerpräsidenten Medwedew zum Präsidentschaftskandidaten bei der Wahl im Frühjahr 2008 vor. Putin darf bei dem Urnengang nach zwei Amtszeiten in unmittelbarer Folge nicht wieder kandidieren.
Einen Tag später spricht sich Medwedew für seinen Ziehvater Putin als neuen Regierungschef aus. "Ich betrachte es von höchster Bedeutung für unser Land, Wladimir Wladimirowitsch Putin im höchsten Amt der Exekutive zu halten, dem Amt des Regierungschefs der Russischen Föderation", sagt er in einer TV-Ansprache.
Putins Wunschnachfolger Medwedew gewinnt die Präsidentschaftswahlen mit rund 70 Prozent der Stimmen.
Zu seinem Amtsantritt als neuer Staatschef verspricht Medwedew, sich für die Bürgerrechte und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes einzusetzen. Einen Tag später wird Putin zum neuen Regierungschef gewählt.
Medwedew übersendet der Duma einen Gesetzesentwurf, mit dem die Amtszeit des Präsidenten nach Ende seines Mandats von vier auf sechs Jahre heraufgesetzt werden soll. Russische Medien spekulieren, dass der Staatschef mit dem Vorstoß die Weichen für die Rückkehr Putins in den Kreml stellen will.
Medwedew unterzeichnet die Verfassungsänderung zur neuen Länge der präsidialen Amtszeit. In den Wochen zuvor hatten das Parlament und die 83 Regionalparlamente im Eiltempo die Reform gebilligt.
Präsident Medwedew gibt das erste große Zeitungsinterview seit seinem Amtsantritt der kremlkritischen "Nowaja Gaseta". Dass er die Oppositionszeitung wählt, heizt Gerüchte über mögliche Meinungsverschiedenheiten mit Putin an. In dem Gespräch bezeichnet Medwedew Demokratie als unabdingbar für Russland.
In einer Rede an die Nation fordert Medwedew den grundlegenden Umbau des Landes in einen demokratischen und hochmodernen Staat. Er spricht während seiner Amtszeit immer wieder von einer Modernisierung des Landes, enttäuscht aber die in ihn gesetzten Hoffnungen.
Nach monatelangen Spekulationen schlägt Medwedew auf dem Parteitag von Einiges Russland Regierungschef Putin als Kandidat für die Präsidentschaftswahl vor. Dieser wiederum erklärt, Medwedew zu seinem Ministerpräsidenten machen zu wollen. Die Rochade ist perfekt.