27. Juni 2012, 13:01 Uhr

Historische Geste der Versöhnung

In Belfast haben sich Queen Elizabeth II. und Ex-IRA-Mann McGuinness die Hand gereicht. Das historische Zusammentreffen gilt als wichtiger Schritt im Friedensprozess der Region.

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Unter den Augen des ersten Ministers Robinson (m) reichen sich Queen Elizabeth II. und der ehemalige IRA-Führer McGuinness die Hand©

Die britische Queen Elizabeth II. ist am Mittwoch in Nordirland zu einem historischen Treffen mit dem früheren Anführer der katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA), Martin McGuinness, zusammengekommen. Am zweiten Tag ihres Besuchs in der britischen Provinz gab sie dem Vizechef der dortigen Regierung in der Hauptstadt Belfast die Hand, wie der Königspalast mitteilte. Die Geste gilt als wichtiger Schritt im nordirischen Friedensprozess. Das Zusammentreffen ist das erste Mal, dass ein Mitglied des einstigen bewaffneten Widerstandes in Nordirland der Königin persönlich gegenübertrat. Bisher wurde die Queen, die formell auch Oberbefehlshaberin der britischen Streitkräfte ist, bei den nordirischen Republikanerin stets als Feindbild angesehen.

Der rund drei Jahrzehnte dauernde gewaltsame Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland, in dem mehr als 3000 Menschen ums Leben kamen, war im Jahr 1998 durch das sogenannte Karfreitagsabkommen beendet worden. Trotzdem gibt es immer wieder gewalttätige Zwischenfälle und Bombendrohungen, vor allem aus Protest gegen die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien. Mit einem bürgerkriegsähnlichen Aufstand in den 1970er und 1980er Jahren wollte die IRA die Abspaltung Nordirlands von Großbritannien erreichen. Die Organisation schwor dem bewaffneten Kampf jedoch ab.

McGuinness gilt als einer der Köpfe der IRA. Von britischen Medien wurde er einst als "Staatsfeind Nummer eins" bezeichnet. Seit Mitte der 1990er Jahre setzte er sich jedoch für die Aussöhnung ein und gilt als einer der Baumeister des Karfreitags-Friedensabkommens. Seit 2007 ist der Vize-Ministerpräsident einer All-Parteien-Regionalregierung in Belfast.

hw/AFP/DPA
 
 
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