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Iran lässt Muskeln spielen

Der Iran hat nach eigenen Angaben einen ersten Brennstab hergestellt und somit einen weiteren Schritt in Hinsicht auf das eigene Atomprogramm gemacht.

Der Iran ist nach eigenen Angaben bei seinem Atomprogramm einen wichtigen Schritt weitergekommen: Erstmals testeten Wissenschaftler einen aus eigenen Uranerz-Vorkommen hergestellten Atombrennstab, wie die iranische Atomenergiebehörde auf ihrer Internetseite erklärte. Derweil drohte Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit einer entschlossenen Reaktion auf neue US-Sanktionen gegen die Zentralbank. Experten hätten den Brennstab in den Kern eines Forschungsreaktors in Teheran eingeführt, um seine Tauglichkeit zu prüfen, teilte die Atomenergiebehörde mit. Der Teheraner Reaktor dient offiziell medizinischen Zwecken. Die bisher dort eingesetzten Brennstäbe hatte das Land im Jahr 1993 aus Argentinien gekauft, die Vorräte sind inzwischen aber fast aufgebraucht. Der Reaktor arbeitet mit Brennstäben, in denen das Uran auf 20 Prozent angereichert ist. Bei diesem Anreicherungsgrad kann Uran nur zu zivilen Zwecken genutzt werden, erst ab über 90 Prozent kann es für die Atombombe verwendet werden.

Iran reagiert auf US-Sanktionsbeschlüsse

Nach der Inkraftsetzung neuer US-Sanktionen gegen die Zentralbank in Teheran kündigte Ahmadinedschad eine entschlossene Reaktion seines Landes an. Der Iran werde "dem Druck seiner Feinde" entgegentreten, hieß es in einer Mitteilung des Staatschefs an die Notenbank, die auf der Internetseite der Präsidentschaft veröffentlicht wurde. Am Samstag hatte US-Präsident Barack Obama neue Sanktionen gegen die iranische Zentralbank und den Finanzsektor in Kraft gesetzt, um Teheran weiter unter Druck zu setzen. Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zu sperren. Die USA sowie mehrere EU-Staaten wollen nach den Öl-, Gas- und Petrochemie-Branchen auch die iranischen Ölexporte mit Strafmaßnahmen belegen.

Iran zu neuen Gesprächen bereit

Am Samstag erklärte sich der Iran zunächst zwar grundsätzlich zur Wiederaufnahme der seit fast einem Jahr auf Eis liegenden internationalen Gespräche über sein Atomprogramm bereit. Am Sonntag testete die iranische Armee aber eine neue Mittelstreckenrakete und kündigte für Montag Übungen zur Sperrung der Meerenge von Hormus an.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Sonntag, Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sei "besorgt" angesichts der Drohungen aus Teheran hinsichtlich der Straße von Hormus.

tkr/Reuters/DPA/DPA/Reuters
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