1. März 2012, 11:53 Uhr

Rebellen stoppen Bodenoffensive der Armee

Homs ist zum Symbol des Widerstands geworden. Die Armee greift das Viertel Baba Amr, in dem offenbar hunderte Rebellen ausharren, immer wieder an. Bislang konnten die Kämpfer die Bodenoffensiven abwehren - Damaskus behauptet etwas anderes.

Syrien,Bodenoffensive,Baba,Amr

Panzer fahren durch die Straßen in Homs. Die Gefechte in der Stadt halten nach Oppositionsangaben weiter an©

Die syrischen Aufständischen haben die Bodenoffensive der Armee gegen ein Viertel der Protesthochburg Homs nach eigenen Angaben bislang abwehren können. Deserteure hätten den Angriff auf Baba Amr gestoppt, sagte der Aktivist Hadi Abdallah am Donnerstag. Der syrischen Armee sei es nicht gelungen, in den Stadtteil einzudringen, Kämpfe gebe es lediglich außerhalb des Viertels.

Auch der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte, die Kämpfe zwischen Aufständischen und Soldaten würden außerhalb von Baba Amr ausgetragen. Die Armee wolle Baba Amr aber einnehmen, "koste es was es wolle". Am Mittwoch hatte ein Vertreter der syrischen Sicherheitsbehörden erklärt, der Bereich von Baba Amr sei "unter Kontrolle": "Die Armee hat bereits eine Säuberung Block für Block, Haus für Haus vorgenommen, und jetzt durchforsten die Soldaten jeden Keller und jeden Tunnel auf der Suche nach Waffen und Terroristen."

Homs steht seit fast einem Monat unter dem Beschuss der syrischen Armee. Die Angriffe auf Baba Amr sind besonders heftig.

Nationalrat will Waffen für Rebellen organisieren

Unterdessen kündigte der Syrische Nationalrat (SNC) am Donnerstag in Paris an, Waffenlieferungen nach Syrien für den Kampf gegen die Regierung von Staatschef Baschar al Assad zu organisieren. Über ein neues "Militärisches Büro", das wahrscheinlich in der Türkei angesiedelt sein werde, sollten Waffen für die Rebellen in Syrien geliefert werden, sagte SNC-Chef Burhan Ghaliun. Es dürfe nicht sein, dass die Waffen "ungeordnet" nach Syrien kämen, fügte er hinzu.

Mehrere Länder haben laut Ghaliun ihre Bereitschaft erkennen lassen, die Rebellen mit Waffen zu versorgen. Der SNC wolle direkte Lieferungen von einzelnen Ländern vermeiden. "Es geht darum, die Zivilisten zu verteidigen und nicht darum, einen Krieg zu starten", hob er hervor. Die "friedliche Revolution" des Volkes müsse verteidigt werden.

Der im August 2011 in Istanbul gegründete SNC gilt als größte und repräsentativste syrische Oppositionsgruppe. Im SNC, der von zahlreichen Ländern als der "legitime" Ansprechpartner innerhalb der syrischen Opposition angesehen wird, sind Islamisten, vor allem Anhänger der Muslimbrüder, Liberale und Nationalisten vereint. Ghaliun lebt im französischen Exil und hat sich für eine militärische Intervention in Syrien ausgesprochen.

kave/AFP
 
 
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