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5. Juni 2005, 16:26 Uhr

Riesiges Tunnelsystem entdeckt

170 mal 275 Meter oder so groß wie sechs Fußballfelder - dieses Ausmaß hat ein unterirdische Rebellenversteck, das jetzt von amerikanischen und irakischen Soldaten entdeckt wurde. Der Unterschlupf wurde offenbar bis zuletzt benutzt.

Widerstandskämpfer in der Provinz Anbar: Frische Lebensmittel im Unterschlupf© AFP

Amerikanische und irakische Soldaten haben im Irak US-Medienberichten zufolge ein riesiges unterirdisches Waffenversteck von Aufständischen ausgehoben. Wie der Sender CNN unter Berufung auf das US-Militär berichtet, erstrecke sich der Komplex in der Rebellenprovinz Anbar auf einer Fläche von 170 mal 275 Metern. Damit ist der Bunker so groß wie sechs Fußballfelder. In dem rund 45.000 Quadratmeter umfassenden Labyrinth seien große Mengen an Waffen und Munition gefunden worden. Es sei das seit einem Jahr größte entdeckte Waffenlager.

Rebellen seien in dem Stollensystem nicht gefasst worden. Doch sei der Unterschlupf kürzlich noch benutzt worden, sagte US- Militärsprecherin Kate Van den Bossche. In dem Bunker befänden sich zwei komplett eingerichtete Wohnquartiere, zwei Duschen sowie eine Klimaanlage. In der Küche hätten noch frische Lebensmittel gelegen. Der Unterschlupf sei von einer Patrouille am vergangenen Donnerstag in einem alten Steinbruch in der Wüste nördlich von Karmah nahe der westirakischen Stadt Falludscha aufgespürt worden. Der geheime Eingang habe sich in einem verlassenen Gebäude hinter einem großen Kühlschrank befunden. Noch sei unklar, ob der Stollenbunker bereits unter dem Saddam-Regime oder erst von den Rebellen gebaut worden sei.

Wie der Sender weiter berichtete, ging den Sicherheitskräften außerdem ein mutmaßlicher Stellvertreter von Terrordrahtzieher Abu Mussab al Sarkawi ins Netz. Der gesuchte Sarkawi-Vertraute Mullah Mehdi sei zusammen mit fünf weiteren Verdächtigen am späten Freitag in Mossul festgenommen worden, berichtete CNN. Unter ihnen soll auch Mehdis Bruder sein. Bei den anderen handele es sich um drei Iraker und einen Syrer, sagte der irakische Generalmajor Chalil al Obeidi. Mehdi soll der Extremistengruppe Ansar al Sunna angehören und im Auftrag von Sarkawi Anschläge ausgeführt haben.

DPA
 
 
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