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22. März 2010, 19:34 Uhr

Sarkozy zieht Konsequenzen aus Wahlschlappe

Die Regionalwahlen in Frankreich endeten für die Regierungspartei in einem Debakel. Präsident Nicolas Sarkozy reagierte umgehend: Er entließ mehrere Minister und stellte sein Kabinett neu auf.

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Das prominenteste Opfer von Präsident Nicolas Sarkozy: Arbeitsminister Xavier Darcos (l.)© Philippe Wojazer/AFP

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat mit einer Kabinettsumbildung auf die herbe Schlappe seiner konservativen Regierungspartei UMP bei den Regionalwahlen reagiert. Prominentester Abgang: Arbeitsminister Xavier Darcos, der am Sonntag in der Region Aquitaine mit nur 28 Prozent kläglich am Kandidaten der Sozialisten gescheitert war. Er wird vom bisherigen Finanzminister Erik Woerth ersetzt, wie der Élysée-Palast am Montagabend bekanntgab. Die von der Sozialistischen Partei (PS) angeführte Linke hatte am Sonntag landesweit fast 54 Prozent der Stimmen erzielt und in 21 von 22 Regionen gewonnen.

Woerths Posten soll der "junge Wilde" Francois Baroin bekommen. Baroin, ein Vertrauter von Ex-Staatschef Jacques Chirac, gilt als Kritiker im eigenen Lager. Er hatte Präsident Sarkozy zuletzt vorgeworfen, zu viele Nicht-UMP-Politiker auf Regierungsposten gesetzt zu haben. Neben Arbeitsminister Darcos wird auch der für Armut und Jugend zuständige Martin Hirsch die Regierung verlassen. Er war einer derjenigen, die für die "Öffnung nach links" standen. Neu ins Kabinett rücken neben Baroin zudem Marc-Philippe Daubresse, der Jugendminister wird, und Georges Tron, der als Staatssekretär für den öffentlichen Dienst zuständig sein wird.

Stammwähler sind enttäuscht

Mit der Kabinettsumbildung reagierte Sarkozy auf den Frust in den eigenen Reihen. Viele konservative Stammwähler sind von Präsidenten und seiner als hektisch und undurchdacht empfundenen Reformpolitik enttäuscht. Steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Kaufkraft trugen zum Popularitätsverlust des einstigen Hoffnungsträgers bei. Gestärkt gehen die Sozialisten aus der Wahl hervor, allen voran ihre Vorsitzende Martine Aubry. Sie richtete den Blick nach vorn und rief am Montag Grüne und Kommunisten auf, sich an der Vorwahl zur Auswahl eines sozialistischen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2012 zu beteiligen.

Zusätzlich unter Druck gerät Sarkozy durch die anhaltenden Proteste gegen seine Reformpolitik und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Am Dienstag werden der Zugverkehr, der öffentliche Nahverkehr, Schulen und Kindertagesstätten bestreikt. Die Gewerkschaften haben zu Demonstrationen in mehr als 70 Städten aufgerufen.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Roll-Mobs (23.03.2010, 10:31 Uhr)
Was geht das den Elsässer an...
In welchem Zustand sich das restliche Frankreich durch seine dekatenten Regierungs-Kasperl auch befindet, all dies geht den lieben Elsässer am Sack vorbei! Das Geld vorwiegend in der Schweiz verdienend (Migros und COOP sind dauerbesetzt!), legen sich diese Leute zuhause jedoch den braunen Mantel an und stimmen nur für den eigenen Säckel und gegen jedes soziale Gewissen! Grauslig....
Administrator (23.03.2010, 10:20 Uhr)
Liebe User,
Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich und verzichten Sie auf Beleidigungen.

@ Prologo
wir haben an dieser Stelle ihren Kommentar gelöscht.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Fraggles (22.03.2010, 21:02 Uhr)
seltsam immer
sieht es dann ungefähr so aus "Präsident Nicolas Sarkozy reagierte umgehend: Er entließ mehrere Minister und stellte sein Kabinett neu auf. "

Das er aber vielleicht selbst das Problem sein könnte, auf diesen Gedanken kommen die werten Herren und Damen natürlich nicht. Immer nur schön den Fehler bei anderen suchen bzw. seine Schuld auf andere abladen, das können die Politclowns nicht nur in Frankreich auch hierzulande.
REINI2 (22.03.2010, 20:33 Uhr)
Der Krug geht so lange......
Westerwelle und Sarkozy sind Brüder.... wusstet ihr nicht??
Brüder im ?Geiste? mein ich natürlich.....

Beide haben kein Gespür für PEINLICHKEITEN! Denen ist es egal was das Volk über sie denkt.... zumindest hat jetzt sarkozy einen Denkzettel bekommen! Sozialisten und Linke haben gewonnen.

Das wäre gut, wenn nicht auch le pen, der Rechtsradikale, Stimmen gewonnen hätte!
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