Die Wahl des 44. US-Präsidenten war eine historische Wahl. Mit Barack Obama wird erstmals ein Afro-Amerikaner das mächtigste Amt der Welt bekleiden. Zudem haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg nie mehr Amerikaner an der Wahl beteiligt als diesmal. Unter den Erstwählern stimmten rund 70 Prozent für Obama.

Junge Wähler für Obama: 66 Prozent stimmten für den künftigen Präsidenten© John G. Mabanglo/DPA
Die Amerikaner haben Barack Obama zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der 47-Jährige wird damit der erste Staats- und Regierungschef der USA mit dunkler Hautfarbe sein. Der Sieg Obamas gründet vor allem auf seinem Erfolg bei den Schwarzen, den Hispanics und den Frauen. Während sein Kontrahent John McCain die weißen Wählerschichten, traditionell die Stammwählerschaft der Republikaner, nicht ausreichend mobilisieren konnte, profitierte Obama zudem von seiner Fähigkeit, bisherige Nichtwähler zu mobilisieren und auf seine Seite zu ziehen.
Nach ersten Erkenntnissen der Wahlforscher lag die Wahlbeteiligung bei 64,1 Prozent. Niemals seit dem Zweiten Weltkrieg haben mehr Amerikaner an einer Präsidentschaftswahl teilgenommen - selbst bei der Wahl von John F. Kennedy im Jahr 1960 war die Beteiligung mit 63,8 Prozent niedriger. Mancherorts wurden hohe Rekordwerte erreicht. In Virginia schätzten die Behörden die Wahlbeteiligung auf 75 Prozent. Von den 213 Millionen Wahlberechtigten haben sich 187 Millionen für die Wahl registrieren lassen. Von ihnen machten rund 40 Millionen von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Bei der letzten Präsidentschaftswahl 2004 betrug die Beteiligung 60,7 Prozent - das war der höchste Wert seit 1968.
Mit seinen charismatischen Reden schaffte es Barack Obama offenbar, viele Menschen dazu zu bewegen, erstmals ihre Stimme abzugeben. Die große Mehrheit dieser Erstwähler - immerhin rund zehn Prozent aller Wähler - sprach sich dann auch für Barack Obama aus. Auf drei Obama-Unterstützer unter den Erstwählern kommt demnach ein Befürworter des republikanischen Kandidaten John McCain. Jeder fünfte Neuwähler war ein Amerikaner afrikanischer Abstammung und auch die aus Lateinamerika stammenden "Hispanics" bildeten ein Fünftel der Neuwähler.
Junge Wähler in den USA neigen ohnehin tendenziell den Demokraten zu. John Kerry gewann 2004 rund 53 Prozent ihrer Stimmen. Diesmal liegt Obama den Zahlen des amerikanischen Nachrichtensenders CNN zufolge bei den 18- bis 29-Jährigen sogar mit 66 Prozent vorne. Mit steigendem Alter nimmt die Zustimmung für den kommenden Präsidenten allerdings ab. Bei den 30- bis 44-Jährigen liegt Obama aber dennoch mit 52 zu 46 Prozent ebenfalls vorne, bei den 45- bis 64-Jährigen gibt es ein Patt, während die Wähler ab 65 Jahren mehrheitlich für McCain gestimmt haben (53 zu 45 Prozent).
Wähler-Interviews zeigten auch, dass die Mehrheit der Frauen, rund 56 Prozent, Obama für den besseren Kandidaten hielten. Knapper war das Rennen bei den Männern: 49 Prozent stimmten für Obama, 48 für McCain. Etwas mehr als die Hälfte der weißen Wähler bevorzugte dagegen McCain. Der Republikaner hat damit einen schmalen Vorsprung in dieser Gruppe, die 2004 noch von George W. Bush deutlich dominiert wurde. Dass Obama bei den schwarzen Wählern deutlich vorne liegt, ist keine Überraschung; die nahezu ungeteilte Zustimmung dann aber doch beeindruckend: 96 Prozent der schwarzen Frauen und 95 Prozent der schwarzen Männer stimmten laut CNN-Zahlen für den künftigen ersten US-Präsidenten mit dunkler Hautfarbe.
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