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5. November 2008, 13:10 Uhr

Obama übertrifft Kennedy

Die Wahl des 44. US-Präsidenten war eine historische Wahl. Mit Barack Obama wird erstmals ein Afro-Amerikaner das mächtigste Amt der Welt bekleiden. Zudem haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg nie mehr Amerikaner an der Wahl beteiligt als diesmal. Unter den Erstwählern stimmten rund 70 Prozent für Obama.

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Junge Wähler für Obama: 66 Prozent stimmten für den künftigen Präsidenten© John G. Mabanglo/DPA

Die Amerikaner haben Barack Obama zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der 47-Jährige wird damit der erste Staats- und Regierungschef der USA mit dunkler Hautfarbe sein. Der Sieg Obamas gründet vor allem auf seinem Erfolg bei den Schwarzen, den Hispanics und den Frauen. Während sein Kontrahent John McCain die weißen Wählerschichten, traditionell die Stammwählerschaft der Republikaner, nicht ausreichend mobilisieren konnte, profitierte Obama zudem von seiner Fähigkeit, bisherige Nichtwähler zu mobilisieren und auf seine Seite zu ziehen.

Nach ersten Erkenntnissen der Wahlforscher lag die Wahlbeteiligung bei 64,1 Prozent. Niemals seit dem Zweiten Weltkrieg haben mehr Amerikaner an einer Präsidentschaftswahl teilgenommen - selbst bei der Wahl von John F. Kennedy im Jahr 1960 war die Beteiligung mit 63,8 Prozent niedriger. Mancherorts wurden hohe Rekordwerte erreicht. In Virginia schätzten die Behörden die Wahlbeteiligung auf 75 Prozent. Von den 213 Millionen Wahlberechtigten haben sich 187 Millionen für die Wahl registrieren lassen. Von ihnen machten rund 40 Millionen von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Bei der letzten Präsidentschaftswahl 2004 betrug die Beteiligung 60,7 Prozent - das war der höchste Wert seit 1968.

McCain verliert selbst bei weißen Wählern

Mit seinen charismatischen Reden schaffte es Barack Obama offenbar, viele Menschen dazu zu bewegen, erstmals ihre Stimme abzugeben. Die große Mehrheit dieser Erstwähler - immerhin rund zehn Prozent aller Wähler - sprach sich dann auch für Barack Obama aus. Auf drei Obama-Unterstützer unter den Erstwählern kommt demnach ein Befürworter des republikanischen Kandidaten John McCain. Jeder fünfte Neuwähler war ein Amerikaner afrikanischer Abstammung und auch die aus Lateinamerika stammenden "Hispanics" bildeten ein Fünftel der Neuwähler.

Junge Wähler in den USA neigen ohnehin tendenziell den Demokraten zu. John Kerry gewann 2004 rund 53 Prozent ihrer Stimmen. Diesmal liegt Obama den Zahlen des amerikanischen Nachrichtensenders CNN zufolge bei den 18- bis 29-Jährigen sogar mit 66 Prozent vorne. Mit steigendem Alter nimmt die Zustimmung für den kommenden Präsidenten allerdings ab. Bei den 30- bis 44-Jährigen liegt Obama aber dennoch mit 52 zu 46 Prozent ebenfalls vorne, bei den 45- bis 64-Jährigen gibt es ein Patt, während die Wähler ab 65 Jahren mehrheitlich für McCain gestimmt haben (53 zu 45 Prozent).

Wähler-Interviews zeigten auch, dass die Mehrheit der Frauen, rund 56 Prozent, Obama für den besseren Kandidaten hielten. Knapper war das Rennen bei den Männern: 49 Prozent stimmten für Obama, 48 für McCain. Etwas mehr als die Hälfte der weißen Wähler bevorzugte dagegen McCain. Der Republikaner hat damit einen schmalen Vorsprung in dieser Gruppe, die 2004 noch von George W. Bush deutlich dominiert wurde. Dass Obama bei den schwarzen Wählern deutlich vorne liegt, ist keine Überraschung; die nahezu ungeteilte Zustimmung dann aber doch beeindruckend: 96 Prozent der schwarzen Frauen und 95 Prozent der schwarzen Männer stimmten laut CNN-Zahlen für den künftigen ersten US-Präsidenten mit dunkler Hautfarbe.

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Barack Obama verspricht den Wandel - werden auch wir eine Kehrtwende in der amerikanischen Politik zu spüren bekommen?

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KOMMENTARE (10 von 10)
 
bavona (06.11.2008, 06:47 Uhr)
"Superman" ...
hat gewonnen , wie seit Wochen prognostiziert - dabei erfolgte dieser Sieg weder "Erdrutschartig" - gerade mal 52% der Amis wählten ihn ( vergesse man nicht das bei letzter Wahl selbst Sieger Bush leicht unter 50% lag...),noch war es "die Sensation"...immerhin gehörten selbst unter Bush schon schwarze der Regierung an!
Ich halte nichts von "Messias" und Showstars, für mich zählen nur Sachthemen - Yes we can - was? Change - wohin?
Wollen wir doch mal sehen WEM Obama die über 600 Spendenmillionen heimzahlt, die wohl kaum von jenen kamen deren Haus gerade versteigert wird...
fons (05.11.2008, 14:30 Uhr)
Geots Gedanke aufgegriffen
Also das Wort "farbig" ist meines Erachtens nacht nicht so rassenspezifisch, wie das Wort "schwarz":
"Dass Obama bei den schwarzen Wählern deutlich vorne liegt, ist keine Überraschung"
Geot (05.11.2008, 13:27 Uhr)
Vielen Dank...
... für die schnelle Korrektur!
Beste Grüße
Joe Freiburg
Geot (05.11.2008, 12:03 Uhr)
bitte politische Korrektheit!!!
Zitat: "Dies nicht nur, weil mit Barack Obama erstmals ein FARBIGER das mächtigste Amt der Welt bekleiden wird..."
Meine Güte, könnte der Stern wenigstens an einem solch historischen Tag mal politisch korrekte Begriffe verwenden??? Der Begriff "Farbige" steht deutlich auf der Liste der nicht erwünschten Wörter, auch wenn sich die Herren Redakteure immer wieder auf die Übersetzung von "colored" beziehen.
Ich bitte jetzt einmal um schnelle Korrektur!!!
Beste Grüße
Joe Freiburg
fons (05.11.2008, 11:37 Uhr)
/agree mit "Ähm,..."
Das kommt erschwerend hinzu...Es ging hier aber nur um die rechnerische Lösung ;o)
kaisergarten (05.11.2008, 11:09 Uhr)
Ähm,..
schon mal dran gedacht, dass die Bildunterschrift falsch ist? Gerade wenn im Text steht, dass Zweidrittel der Erstwähler Obama gewählt haben.
fons (05.11.2008, 10:48 Uhr)
Rechnen leicht gemacht...
@Skorti:
Es geht hier "nur" um die Neuwähler.
Obama bekam ja auch Stimmen von den Alt-Wählern, wodurch die Rechnung 1/3 der Neuwählerstimmen = Wahlniederlage meines Erachtens nicht aufgeht...
mea_culpa (05.11.2008, 10:30 Uhr)
In der Tat seltsame Prozentrechung
Der einzige Grund warum ich den Artikel angeklickt habe:
[]Jeder dritte Erstwähler gab seine Stimme Barack Obama[]
Gut, es gab auch andere Kandidaten, d.h. nicht automatisch zwei Drittel der Erstwaehlerstimmen fuer McCain, aber stimmig ist das so sicher nicht.
Skorti (05.11.2008, 10:23 Uhr)
Dann hätte er verloren.
In der Einleitung heißt es: "Fast jeder Dritte, der zum ersten Mal seine Stimme abgab, stimmte für Obama". Damit hätte er wohl verloren, das wären dann 66% der Ertswähler für McCain.
flashback02 (05.11.2008, 10:03 Uhr)
Kaum zu glauben...
...dass 48% aller amerikanischen Wähler für McCain gestimmt haben sollen.
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