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14. März 2010, 18:58 Uhr

Schäuble will Griechenland keinen Kredit gewähren

Auf dem Treffen der 16 Euro-Länder wird über das Wohl und Weh Griechenlands entschieden. Während Gerüchte sich häufen, das ein Rettungspaket für den bankrotten Staat bereits stehen, lehnt Finanzminister Wolfgang Schäuble eine Finanzspritze ab. Und die Griechen? Sie wollen das EU-Geld gar nicht.

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Die Euroländer debattieren über ein Rettungspaket für Griechenland© Uwe Anspach/DPA

Der Notfallplan der Euro-Länder gegen eine Staatspleite Griechenlands nimmt trotz anhaltender Differenzen konkrete Formen an. Vor einem Treffen der Finanzminister der 16 Euro-Länder am Montag in Brüssel häuften sich Spekulationen, dass ein Rettungspaket bereits festgezurrt werden könnte. Berlin erwartet dagegen keine Beschlüsse und sieht derzeit auch keine Notwendigkeit.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schloss Entscheidungen der Euro-Gruppe an diesem Montag über mögliche Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland aus. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Es gibt immer Gerüchte, vor solchen Sitzungen besonders. Aber es gibt keine neue Sachlage. Deshalb gibt es auch keine Veranlassung, Beschlüsse über finanzielle Hilfen zu treffen."

Auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm betonte im "Handelsblatt", es bleibe bei der Entscheidung der EU-Staats- und Regierungschefs auf ihrem informellen Treffen am 11. Februar. "Eine darüber hinausgehende politische Entscheidung wird es am Montag in Brüssel nicht geben." Bei dem Treffen am 11. Februar wurde vereinbart, dass die Euro-Partner notfalls entschlossene und koordinierte Maßnahmen ergreifen würden, um die finanzielle Stabilität der Euro-Zone zu bewahren. Aus Berliner Sicht ist dieser Fall gegenwärtig nicht eingetreten.

Hilfspaket von bis zu 25 Milliarden Euro

Mehrere europäische Zeitungen hatte am Wochenende unter Berufung auf EU-Quellen in Brüssel berichtet, die Euro-Finanzminister wollten auf ihrem Treffen über ein Hilfspaket von bis zu 25 Milliarden beraten, das im schlimmsten Fall zum Einsatz kommen könnte.

Auf der offiziellen Agenda des monatlichen Treffens der Euro-Gruppe steht die Zustimmung der Finanzminister zu den von Athen beschlossenen Sparmaßnahmen, um die ausufernden Staatsschulden einzudämmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa erfuhr, könnte es aber auch eine Entscheidung über einen Rettungsschirm geben.

Die Europäische Kommission wollte keine Stellung nehmen. In Kommissionskreisen hieß es: "Die Tatsache, dass Griechenland einen sehr ambitionierten Konsolidierungsplan vorgelegt hat, hat einige dazu veranlasst zu sagen, dass etwas geschehen muss. Aber es wird nichts entschieden werden, bis sich die Minister am Montag treffen."

Griechenland will Probleme selbst lösen

Seit Wochen wird über ein mögliches Hilfspaket in einem Umfang von 25 Milliarden oder gar 30 Milliarden Euro spekuliert, sollte Griechenland die Probleme nicht selbst lösen können. Der Notfallplan gestaltet sich schwierig, weil der EU-Vertrag es verbietet, dass Staaten für die Schulden anderer Länder einstehen.

Im Gespräch sind abgestimmte bilaterale Hilfen, etwa Kredite oder Kreditbürgschaften. Inzwischen - auch nach Vorlage des verschärften Athener Sparprogramms - hat sich die Lage etwas entspannt. Zudem hatte Griechenland kürzlich erfolgreich eine neue Anleihe am Markt platziert und sich so frisches Geld beschafft. Offen ist aber, ob Athen auch künftig seine Schulden am Markt refinanzieren kann. Griechenland selbst betonte am Sonntag erneut, die Sanierungseiner Staatsfinanzen ohne Geldzuwendung seiner EU-Partner schaffen zu wollen. "All dieses Gerede von einem Rettungsplan ist Gerede, nur Gerede", sagte eine Sprecherin des Athener Finanzministeriums der Nachrichtenagentur AP. Finanzminister Giorgos Papaconstantinou erwarte beim Treffen der Euro-Gruppe am und dem EU-Finanzministertreffen am Dienstag keine konkreten Beschlüsse.

Schäuble kündigte an, nach Möglichkeit an der Sitzung der Euro-Gruppe teilzunehmen. "Eventuell werde ich sogar so früh aus dem Krankenhaus entlassen, dass ich an der Euro-Gruppen-Sitzung Montagnachmittag in Brüssel teilnehmen kann." Die Entscheidung aber falle erst am Montagmittag. Ursprünglich wollte Schäuble nach einer Operation Mittwoch oder Donnerstag wieder nach Berlin zurückkehren.

Bundesbank hält Goldreserven unter Verschluss

Bei dem von ihm geforderten Europäischen Währungsfonds stellt sich Schäuble auf langwierige Verhandlungen in der EU ein. Die nötigen Vertragsveränderungen für einen solchen Fonds, mit dem künftig Krisen in der Euro-Zone vermieden werden sollen, bräuchten viel Zeit: "Das ist sicherlich mühsam und wird dauern. Aber wir müssen jetzt damit anfangen." Erneut drohte er künftigen Euro-Sündern notfalls mit Rauswurf aus der gemeinsamen Währungsgruppe.

Die Bundesbank kündigte Widerstand an, sollte die Politik zur Finanzierung des umstrittenen Euro-Fonds die umfangreichen Goldreserven der Notenbank anzapfen wollen. Sie reagierte damit auf einen Bericht des Magazin "Focus" über angebliche Überlegungen der Bundesregierung, den Fonds mit dem Gold abzusichern.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
mike24121953 (15.03.2010, 08:46 Uhr)
RICHTIG
Wer sich unter Vortäuschung falscher Tatsachen in die EU einschleust, dem darf heute nicht geholfen werden!
Griechenland muss raus aus der eu, allein schon um zu zeigen, dass man die eu nicht ungestraft betrügt!
Zitat des Artikels:
Die Bundesbank kündigte Widerstand an, sollte die Politik zur Finanzierung des umstrittenen Euro-Fonds die umfangreichen Goldreserven der Notenbank anzapfen wollen.
Wer regiert uns eigentlich, wer hat denn das sagen, die Politik oder die Notenbanken?
Ich nehme an, die BIZ in Basel, die Zentralbank aller Zentralbanken!
?und solange das so ist, ist es völlig egal, wen oder was wir wählen!
knilch_59 (14.03.2010, 23:59 Uhr)
Vielleicht sollte man gleich einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss einberufen, ...
... der klärt, wer was wann zugesagt hat.
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Leider sind wir schon so weit: Die Betontheit der Dementis verstärkt den Zweifel.
Schäuble und Co haben es dermaßen verschissen, dass man sich ziemlich ist, dass es in Wirklichkeit doch anders abläuft, als wir es heute glauben sollen. Also ist davon auszugehen, dass man Athen heute doch konkrete Zusagen gemacht hat und eine Deadline definiert hat, bei der Deutschland doch hilft.
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Stellt sich wirklich die Frage, ob die Presse dabei noch wirklich unabhängig agiert, sondern sich selbst in vorauseilendem Gehorsam gleichschaltet und dementiert.
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Auch von der Opposition ist wohl keine Wahrheit zu erwarten. Zu groß die eigene Verstrickung (SPD / Grüne), oder aber die grundsätzliche Beteiligung mit Staatsknete wild um sich zu werfen, wenn Gewerkschaften motzen (SPD / Die.Linke).
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Es bleibt dabei: Keinen Cent für Athen - und falls die Bundesregierung insgeheim gegen ihre propagierte Haltung handeln sollte, wäre juristisch zu prüfen, ob man nicht einmal einen Fall von Amsthaftung gegen das Bundeskabinett anstreben sollte!
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@Prologo: Sie nerven! Wenn Sie ein Forum zum Posten Ihrer unmaßgeblichen Meinung bar jedes Regelwerkes möchten, hosten Sie eine eigene Site. Ich verspreche einen großen Bogen hierum zu machen!
Prologo (14.03.2010, 22:44 Uhr)
@Administrator, 22,08 Uhr, Habe noch was vergessen,....

.....Sie haben ja auch Merkel gesperrt und Guttenberg gesperrt, da brauchen Sie sich nicht rausreden.

Sie sperren ganz gesteuert vornehmlich Artikel zu Merkel, zu Guttenberg und zur FDP.

Und sie glauben, dass das keiner merkt.

MfG,
T.
Prologo (14.03.2010, 22:28 Uhr)
@Administrator, also jetzt macht Euch nicht noch ganz lächerlich,...

.....und ich erkläre es Ihnen auch gerne zum wiederholten Male, wenn Sie von fünf Artikeln zur FDP nur einen für Kommentare frei geben, dann ist das Zensur, Zensur in höchster Form.

Soll ich Ihnen hier nochmal zum wiederholten Male erklären, was Zensur ist? Zensur ist das, was Sie hier betreiben.
Sie sperren Artikel zur freien Meinungsäußerung. Mein Gott ist denn das so schwer zu verstehen??

Die Kommentarschreiber hier schreiben das doch auch, also lasst endlich die Hosen runter, oder schließt den Laden ganz.

MfG,
T.
Administrator (14.03.2010, 22:08 Uhr)
@Prologo
Wir erklären es gern zum wiederholten Mal: Nicht alle Kommentare zu Westerwelle sind geschlossen, wir geben jeweils einen pro Tag frei, so dass dort diskutiert werden kann.
brigitteramsau (14.03.2010, 22:04 Uhr)
@Prologo
...finde ich auch, entweder man will ein Blog betreiben oder nur Regierungs konforme Kommentare zulassen.

Haben sich jetzt die ehemaligen roten Socken auch hier aehnlich wie in der Bundesregierung mit Merkel und vielen anderen eingenistet?

Journalismus bedeutet Verantwortung und Redefreiheit.
Prologo (14.03.2010, 21:22 Uhr)
Freie Meinungsäußerung verhindern ist auch Zensur,....

....oder, lieber Stern. Der Admin ist ja nur Befehlsausführer. Seit zwei Tagen hat der Stern hier alle Kommentare zu Artikeln von Westerwelle im Forum blockiert.

Deshalb halte ich meinen Vorwurf von Zensur durch sperren aufrecht. Der Rückgang von Kommentaren ist ja deutlich.

Deshalb fordere ich Admin auf, diesen Kommentar an die Redaktionsleitung des Stern, Herrn Jörges weiterzuleiten, Jörges schätze ich noch anders ein.

Auch die Kommentare an "Diskutieren Sie mit Admin" sollten Sie an Jörges weiterleiten, denn der Stern verliert hier sein Ansehen.

Zu diesem läppischen Griechenland Artikel, ....

......kein Kommentar!

MfG,
T.
Fraggles (14.03.2010, 20:01 Uhr)
jaja
ich sehs schon kommen, es wird genauso sein wie bei der Bankenrettung "Wir wollen zwar eigendlich nicht aber systemrelevant bla bla"
Und der dumme ist der Steuerzahler.
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