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10. Februar 2011, 11:54 Uhr

Neue Friedensgespräche, neuer Reaktor

Zwei Jahre nach dem Terrorangriff von Mumabi wollen Indien und Pakistan wieder miteinander über den Frieden reden. Derweilen baut Pakistan anscheinend einen vierten Reaktor. Das Land hat Indien bei der Aufrüstung überholt.

Erstmals seit den Terrorangriffen in Mumbai vor gut zwei Jahren wollen die Atommächte Indien und Pakistan ihre Friedensgespräche offiziell wieder aufnehmen. Pakistan sei bereit, "über alle Themen" mit dem südlichen Nachbarn zu sprechen, erklärte das Außenministerium in Islamabad am Donnerstag. Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi werde dazu im Juli nach Indien reisen.

Derweilen baut Pakistan offenbar einen weiteren Reaktor zur Herstellung von Atomwaffen. Satellitenbilder vom 15. Januar zeigten den Bau eines vierten Reaktors in der Atomanlage Khushab, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des US-Instituts für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (ISIS). "Pakistan ist entschlossen, erheblich mehr Plutonium für Nuklearwaffen herzustellen", hieß es weiter. Seit der Bekanntgabe des ersten Reaktors in Khushab 1998 habe die Atommacht zwischen 2000 und 2002 einen zweiten Reaktor gebaut und 2006 mit dem Bau eines dritten begonnen.

In den vergangenen Jahren hat Pakistan nach Einschätzung von Experten sein Atomwaffenarsenal verdoppelt und die Zahl seiner Atomsprengköpfe auf mehr als hundert erhöht. Vor vier Jahren noch wurde das Arsenal auf 30 bis 60 Atomsprengköpfe geschätzt. Seitdem hat das Land die Plutoniumherstellung und Urananreicherung allerdings stark vorangetrieben.

"Sie haben das ziemlich schnell ausgebaut", sagte der ISIS-Vorsitzende David Albright vergangenen Monat der "Washington Post". So habe Islamabad den Rivalen Indien bei der Aufrüstung inzwischen überholt. Schätzungen zufolge besitzt Indien 60 bis 100 Atomsprengköpfe.

liri/AFP
 
 
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