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3. Februar 2012, 08:53 Uhr

Völkermordtribunal gibt Folterchef lebenslänglich

Kaing Guek Eav alias Duch ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das 2010 über den Chef-Henker der Roten Khmer verhängte Strafmaß von 35 Jahren war im Nachhinein abgemildert worden und sorgte für viel Empörung bei den Opfern des Pol-Pot-Regimes. Nun hat das Völkermord-Tribunal das Urteil revidiert.

Die Revisionskammer des Völkermord-Tribunals hat das Strafmaß für einen der Hauptverantwortlichen der Massaker unter der Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha erhöht. Das Gericht verurteilte Kaing Guek Eav alias Duch am Freitag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft.

Das ursprüngliche Urteil hatte auf 35 Jahren Haft gelautet. Die Haftzeit wurde wegen abgesessener Untersuchungshaft und früherer Verfahrensfehler auf 19 Jahre reduziert. Gegen dieses Urteil hatten neben dem Angeklagten auch Staatsanwaltschaft und Nebenkläger Berufung eingelegt. Kaing Guek Eav leitete das Foltergefängnis Tuol Sleng, in dem mindestens 12.000 Menschen umkamen.

1,7 Millionen Menschen starben

Die Roten Khmer wollten eine kommunistische Agrargesellschaft verwirklichen. Sie vertrieben die Städter aufs Land. Hunderttausende starben durch Hungersnöte, Seuchen und Zwangsarbeit. Das paranoide Regime ließ weitere Hunderttausende als Feinde der Revolution foltern und hinrichten. Insgesamt 1,7 Millionen Menschen kamen ums Leben.

1979 vertrieben die Vietnamesen die Roten Khmer. Kambodscha wurde zum Spielball der Weltmächte und versank im Bürgerkrieg. Die Regierung ließ sich erst nach zähen Verhandlungen mit den Vereinten Nationen auf das Völkermordtribunal ein.

mad/DPA
 
 
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