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21. Mai 2010, 14:00 Uhr

Köhler besucht deutsche Truppen in Afghanistan

Es ist der erste Besuch eines deutschen Staatsoberhauptes in Afghanistan seit mehr als 40 Jahren: Bundespräsident Horst Köhler hat überraschend die deutschen Truppen in Masar-i-Scharif besucht - und rüffelte das deutsche Volk.

Horst Köhler, Afghanistan,

Horst Köhler begrüßt die Besatzung einer Transall in Usbekistan - von dort aus geht es weiter nach Masar-i-Scharif, Afghanistan© Wolfgang Kumm/DPA

Bundespräsident Horst Köhler ist überraschend zu einem Besuch deutscher Soldaten in Afghanistan eingetroffen. Er kam am Freitag mit seiner Ehefrau Eva Luise im Bundeswehr-Feldlager im nordafghanischen Masar-i-Scharif an. Er wolle mit seinem Besuch den Soldaten die Unterstützung Deutschlands für ihren Einsatz mitteilen und sich über die Stimmung der Soldaten informieren, sagte er. Köhler machte auf dem Rückflug von der Weltausstellung in Shanghai einen Abstecher. Sein Besuch war aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt worden. Es ist die erste Reise eines deutschen Staatsoberhauptes nach Afghanistan seit mehr als 40 Jahren.

Nach der Begrüßung durch den für den Norden Afghanistans zuständigen Kommandeur, General Frank Leidenberg, ehrte Köhler die in der Region getöteten Soldaten aus allen Einsatznationen. Der Bundespräsident verharrte still an einem Gedenkstein auf dem die Inschrift: "Zum Gedenken an unsere toten Kameraden. In Deine Hände befehle ich meinen Geist" und Plaketten mit den Namen der 58 Soldaten angebracht sind. Anschließend war ein nichtöffentlicher Lagevortrag für das Staatsoberhaupt geplant, das später mit Soldaten über ihren Einsatz sprechen wollte.

Kurz vor der Ankunft des Präsidenten wurde in der Nähe von Faisabad eine deutsche Patrouille beschossen. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert, teilte das Einsatzführungskommando in Potsdam mit. Es sei niemand verletzt worden.

Aufstockung der Truppe im Juli

In Afghanistan sind derzeit rund 4300 deutsche Soldaten stationiert. Der Bundestag hatte die Mandatsobergrenze Ende Februar um 850 auf 5350 Soldaten erhöht, um der verschlechterten Sicherheitslage vor allem in der Provinz Kundus Herr zu werden. Im Juli soll die Aufstockung der deutschen Truppen in Afghanistan beginnen. Die Bundeswehr-Soldaten sollen künftig viel stärker als bisher gemeinsam mit den afghanischen Soldaten auf Patrouillen gehen und die Aufständischen gemeinsam bekämpfen. Damit wird sich nach den Worten von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auch das Risiko für die deutschen Soldaten erhöhen.

Die neue Strategie soll die Weichen für einen Abzug ab 2011 stellen und legt den Schwerpunkt auf die Ausbildung der afghanischen Armee und Polizei sowie auf die zivile Hilfe. Bei der Bundeswehr soll die Zahl der Ausbilder für die afghanischen Sicherheitskräfte von 280 auf 1400 steigen. Die zivile Aufhauhilfe wird auf 430 Millionen Euro verdoppelt. Die USA stocken derzeit ihre Truppen im deutschen Verantwortungsbereich im Norden Afghanistans um 5000 Soldaten auf. Außerdem stationieren sie dort Dutzende dringend benötigte Helikopter und Kampfhubschrauber.

Zuletzt war Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Mitte April in Afghanistan gewesen. Am letzten Tag seines Besuches waren in der Provinz Baghlan, die an Kundus angrenzt vier deutsche Soldaten bei Taliban-Angriffen getötet und fünf Soldaten verletzt worden. Guttenberg brach damals seine Rückreise ab und kehrte nach Afghanistan zurück.Der Tod der Soldaten verschärfte die Debatte in Deutschland über den Einsatz weiter. Zwei Wochen zuvor waren am Karfreitag bereits drei deutsche Soldaten in einem Hinterhalt der Taliban ums Leben gekommen. Eine klare Mehrheit der Bevölkerung ist in Umfragen für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
sternenhagel (23.05.2010, 16:52 Uhr)
Was sie wollen
der Aktionärskongreß singt

Wir brauchen wieder Kanonen
uns fehlen nur Panzer zum Glück
ja was wir wolln ist Krieg Krieg Krieg


Wir machen profit mit den Bomben
gewinne so satt und so dick

wir wollen Krieg ja Krieg ja Krieg


ob Hindukusch ob kosovo
die Nato schlägt jetzt zu

ob minen ob raketen
die Opfer
die sind wir
sind wir
sindwir


Der Generalstab singt

Wir brauchen viele Soldaten
uns fehlen Heere zum Glück

dann heißt es Sieg Sieg Sieg

und gibts auch Millionen von Toten
dem Volk werden Triumphe geboten

wir eilen von Sieg zu Sieg

Tote, Opfer Leichen,
die Nato schützt die Reichen

Geschütze und Gewehre
die Rechnung zahlen
wir
ja wir
ja wir

Der Bundestag singt

Wir brauchen viele Ressourcen
uns fehlen Benzin und auch Öl
wir wollen Profit Profit Profit

Wir müssen die Märkte beschützen
die Profitgeier kräftig stützen

für mehr Profit Profit Profit

die Löhne der Arbeiter kürzen
das Geschäft der Konzerne würzen

auf der Kippe stehen

wir
ja wir
ja wir
WernerMeyer (22.05.2010, 06:57 Uhr)
Raus aus Afganistan
Dieser Kriegseinsatz der Bundeswehr
ist eindeutig verfassungswidrig.............

Köhler ist nur noch peinlich..............
brigitteramsau (21.05.2010, 23:06 Uhr)
Bin da noch nicht gewesen Politik...
...und muss der Steuerzahler zahlen. Er haette doch den Edlen Guttenberg mit sich fuehren koennen.

Boah, dat Deutschland in Schlingernder Wehr eh "Schimmernder Wehr".

Herzliches Beileid an den Kaiser Koehler.
leisegang (21.05.2010, 18:58 Uhr)
...ach so.
Ich dachte man hatte es gleich wieder rausgelöscht. Sollte nur witzig sein. So halt.
Krieg ich jetzt die Waffen oder nicht? Oder mit was soll ich da unten Kämpfen?
leisegang (21.05.2010, 18:56 Uhr)
Wollt Ihr die totale Unterstützung für den kriegsähnlichen Einsatz?!
Wie jetzt? Mit was jetzt genau? Damit wir nicht ganz mit leeren Händen dastehen haben wir noch schnell ein paar gepanzerte Fahrzeuge in der Schweiz bestellt? Ich dachte wir sind die drittgrößte Waffenexportnation in der Welt. Selbst Griechenland ist hellauf begeistert von unseren Waffen. Vielleicht sollte wir uns lieber aufrüsten. Der Krieg in Nahen Osten wird kommen! Die gelbe Gefahr.! Aber eigentlich sind wir ja schon in einen ganz anderen viel gefährlicheren Krieg, dem Wirtschaftskrieg.

Notwendigkeit von Krieg ergibt sich schon aus der Tatsache dass es ja keinen Frieden ohne Krieg geben kann. Oder? Durch Krieg erschafft man Frieden. Nicht mit reden. Hatten die Neanderthaler schon drauf. Ja, die Hunnen und die Vandalen auch. Krieg durch Frieden äh... umgekehrt Krieg um des Friedens Willen, oder so. Naja, jedenfalls. Krieg halt. Seid Ihr nicht auch Stolz auf die Deutschen Soldaten. Noch stolzer können wir sein wenn sie endlich in Palästina für Sicherheit sorgen und nicht nur vor der Küsten Libanons. Dann ist da unten endlich Ruhe. Ich weis, die Arbaber fanden uns schon immer toll, zumindest seit dem 2. WK.
leisegang (21.05.2010, 18:44 Uhr)
Wollt Ihrrr den totalen kriegsähnlichen Einsatz?
Wie jetzt? Mit was jetzt genau? Damit wir nicht ganz mit leeren Händen dastehen haben wir noch schnell ein paar gepanzerte Fahrzeuge in der Schweiz bestellt? Ich dachte wir sind die drittgrößte Waffenexportnation in der Welt. Selbst Griechenland ist hellauf begeistert von unseren Waffen. Vielleicht sollte wir uns lieber aufrüsten. Der Krieg in Nahen Osten wird kommen! Die gelbe Gefahr.! Aber eigentlich sind wir ja schon in einen ganz anderen viel gefährlicheren Krieg, dem Wirtschaftskrieg.

Notwendigkeit von Krieg ergibt sich schon aus der Tatsache dass es ja keinen Frieden ohne Krieg geben kann. Oder? Durch Krieg erschafft man Frieden. Nicht mit reden. Hatten die Neanderthaler schon drauf. Ja, die Hunnen und die Vandalen auch. Krieg durch Frieden äh... umgekehrt Krieg um des Friedens Willen, oder so. Naja, jedenfalls. Krieg halt. Seid Ihr nicht auch Stolz auf die Deutschen Soldaten. Noch stolzer können wir sein wenn sie endlich in Palästina für Sicherheit sorgen und nicht nur vor der Küsten Libanons. Dann ist da unten endlich Ruhe. Ich weis, die Arbaber fanden uns schon immer toll, zumindest seit dem 2. WK.
chatahootchee (21.05.2010, 18:42 Uhr)
HAT ER ES WIRKLICH GETAN?
"... und rüffelte das deutsche Volk." Was rueffelte er denn? Ist mein Deutsch schon so schlecht, dass ich es nicht mehr lesen kann?
undueberhaupt (21.05.2010, 18:01 Uhr)
Möglich ist alles!
@jetrabbit
.
Vielleicht bekommen wir eines Tages noch eine schöne Horst Köhler Halle.
leisegang (21.05.2010, 17:17 Uhr)
Nie wieder Krieg, endlich wieder Krieg
Vor zwei Monaten war ich mal in Würzburg. Die Stadt die kurz vor Ende des Krieges mal schnell platt gemacht wurde. Am Rathaus hing eine großeflächige schwarze Plane mit Tausenden von Totenaufzählungen. Darunter die Worte: "Nie wieder Krieg". Zur selben Zeit war die Debatte um den Kundus noch aktuell und man versuchte doch die Notwendigkeit des Krieges zu erklären. Darauf kann ich nur schließen dass Hitler es auch als notwendig erachtete mal in Polen klar Schiff zu machen, es könnte ja schlimmeres drohen. Präventiv quasi. Ich finde überigens auch, man sollte generell präventiv Krieg führen, bevor überhaupt einen Krieg oder eine Notwenigkeit entsehen könnte. Von einer, in ferner Zukunft, möglichen Bedrohung mal ganz Abgesehen. Zuerst Zuschlagen und dann Fragen ob man denn nicht Frieden schließen wolle. Zu unseren Bedingungen natürlich. Friedensverhandlungen klar doch. Lassen mich doch noch mal schnell mit meinen beiden B52 Bombern meine Stellung verdeutlichen, dann können wir gleich weiterreden. Ach, Zivilisten gibts in dem Land auch? Ich dachte das wären alle Talibans, oder wie man die auch nennt.
jetrabbit (21.05.2010, 16:35 Uhr)
während dessen
beginnt in NY am ground zero der bau, einer der grössten moscheen der welt... fehlt nur noch das "mohammed atta" denkmal... beschützt ruhig weiter die BRD in afghanistan.
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