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8. September 2008, 10:35 Uhr
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Rost ist ihr größter Feind

Der militärische Erfolg Russlands in Georgien täuscht: Die russische Armee befindet sich in einem maroden Zustand: Ihre Waffen stammen überwiegend aus dem Kalten Krieg, Russland kann sich militärisch mit den USA nicht mehr messen. Das soll nun anders werden, das Land rüstet auf. Von Hauke Friederichs

Militärparade in Moskau: Viele Waffen stammen noch aus Zeiten des Kalten Kriegs© Alexander Zemlianichenko/Reuters

Die Interkontinentalrakete schießt in den Himmel, fliegt 6000 Kilometer weit und stürzt dann auf die Halbinsel Kamtschatka nieder. So geschehen bei einem Test am 28. August, der in eine neue politische Eiszeit fällt. Russland will Stärke zeigen. Vom Kontrollzentrum Plessetzk aus, im Norden des Landes, können die Raketentruppen ballistische Geschosse bis nach Nordamerika feuern. Die Rakete vom Typ PC-12M Topol soll der USA zeigen, dass ihr im Aufbau befindlicher Raketenschirm gegen Russlands Waffen wirkungslos ist. Doch Moskaus Machtspiel ist ein großer Bluff. Die Topol-Rakten wurden erstmals 1981 getestet - sie sind trotz einiger Modernisierungen längst keine Hightech-Waffen mehr.

Effektivste Druckmittel sind Gasprom und Rosneft

Russland lässt den diplomatischen Konflikt mit dem Westen immer weiter eskalieren. In den vergangenen Jahren hießen die effektivsten russischen Druckmittel noch Gasprom und Rosneft - die Energieriesen, auf deren Öl und Gas der Westen angewiesen ist. Wenn die Regierung in Moskau die Exportmengen drosselt, stehen in Europa die Raffinerien still: Treibstoff, Heizöl und Gas werden teurer. Die USA dagegen beziehen ihr Öl aus dem Irak, aus Texas und Alaska sowie von Bohrplattformen - sie sind von Russland in der Energiepolitik nicht erpressbar.

Deshalb setzen die Kreml-Herren in der neuen politischen Eiszeit wieder auf altbewährten Stahl: Tu-Bomber, MiG-Kampfflugzeuge und T80-Panzer. Russlands Anspruch und seine militärische Wirklichkeit liegen jedoch weit auseinander. Die russischen Streitkräfte sind in einem maroden Zustand. Der schnelle Erfolg in Georgien kann das nicht überdecken.

Als Russlands Präsident Dimitri Medwedew der russischen Armee den Befehl gab, in Georgien einzumarschieren, stand der Sieg seiner Truppen schon fest: Russland gegen das kleine Nachbarland, dass heißt 1,03 Millionen Soldaten gegen gerade mal 17.800 gegenüber. Dazu 23.000 schwere Kampfpanzer gegen 128 georgische und 2000 Kampfflugzeuge gegen neun mit weiß-rotem Wappen. Goliath brauchte nur fünf Tage, um David nieder zu ringen.

Peinliches für Russlands Generalstab

Doch was nach einer militärischen Erfolgsgeschichte klingt, birgt Peinliches für Russlands Generalstab: Der erste Vorstoß der russischen Armee auf die südossetische Hauptstadt Zchinwali verlief planlos. Die Russen verloren ein ganzes Bataillon. Auch die Luftwaffe erlitt in dem kurzen Krieg schwere Verluste: Vier Kampfflugzeuge wurden abgeschossen oder stürzten ab, darunter einer der größten und teuersten Langstreckenbomber vom Typ Tu-22.

Die Liste der Pannen in Georgien ist lang: Auf den engen Serpentinenstraßen blieben immer wieder alte Schützenpanzer liegen und blockierten die Aufmarschroute. Die Kommunikation zwischen Einheiten und Planungszentrum funktionierte nicht und russische Soldaten wurden beim Plündern erwischt.

Nicht nur im Ernstfall streikt die veraltete Waffentechnik. 2004 musste der Stolz der russischen Marine ins Dock geschleppt werden. Bei einer Inspektion hatten Experten entdeckt, dass das Flaggschiff "Peter der Große" marode war. Der Atomreaktor hätte jederzeit explodieren können. Vier Jahre zuvor hatte die Admiralität bereits das Atom-U-Boot "Kursk" verloren, 118 Mann Besatzung kamen dabei ums Leben. Und immer wieder stürzen veraltete MiG-Jets und Helikopter ab. So bleiben die Flugzeuge meist im Hangar und die Schiffe im Hafen.

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KOMMENTARE (10 von 44)
 
Gura (07.09.2008, 22:40 Uhr)
Cooler Tippfehler
Auf Seite 2 des Artikels ist folgendes zu lesen:
"US-Präsident Wladimir Putin und Medwedew haben eine Reduzierung der Soldatenzahl beschlossen."
Großartig...LOL
TheHonk (07.09.2008, 21:57 Uhr)
...
@tetate:
würdest du einem ausgehungerten bettler dein pausenbrot für 10€ verhökern ?
@lokiasgard alias adolf hitler:
mit dir rede ich nicht. 1) du bist ein nazi 2) zu blöde
@F.Z:
natürlich sollte man russland millitärich nicht unterschätzen. die russen haben noch nie was gehabt. denk doch mal an den WWII da haben die ihre leute größtenteils UNBEWAFFNET an die front geschickt!
aber dort in den arsch zu kriechen und wie sie so schön formukliert haben "davon absehen, Russland in irgendeiner Form zu veraregern" IST genau der FALSCHE weg!
man sieht ganz deutlich was sich im osten tut. dass unsere östlichen nachbarn tierisch angepisst sind weil man das nicht wahrhaben will und sich die sache schönzureden versucht, kann man ihnen nicht verdenken.
alle anderen sollten sich nicht so sehr auf die usa konzentieren denn die russen sind noch weniger unschuldig als usa. nur hört man davon nix, aber das ist kein wunder.. schliesslich haben die russen (mal wieder) einen geheimdiest-agenten als marionette.
in russland regieren nach wie vor die generäle. jeder der sich da was vormacht ist einfach nur behämmert. sorry aber es ist echt so.
RenegadeXX (07.09.2008, 21:05 Uhr)
@OnceKnow
"Der Krieg ist von dort ausgegangen und ist dorthin zurückgekehrt."
Das trifft doch auch auf Georgien zu, warum ist dann die Aufregung so gross?
"Bezgl. des zudrehen des Gashahn in der Ukraine"
Mir wird in den westlichen Staaten auch der Saft abgedreht, wenn ich nicht bereit bin, die ständigen Preiserhöhungen zu zahlen.
Ja und was ihre Rechtfertigung des Atombomenabwurfes auf Japan angeht, da frage ich mich doch wer hier der Faschist ist.....
OnceKnown (07.09.2008, 20:40 Uhr)
@Robbespierre
Ich verstehe langsam die Sprache die Loki-Asgard spricht, so steht z.B. usi für USIsrael (tm) - das sind die bösen zionistischen Finanzjuden, wahlweise als heimliche Herren der USA oder aber deren Vasallen.
Loki-Asgard (07.09.2008, 20:07 Uhr)
ach robbi
Das bezog sich auf einen Kommentar von Known, was ich mit der Anrede @Known kenntlich gemacht habe.
F.Z. (07.09.2008, 20:06 Uhr)
Absolut richtig andy_andy
Ich stimme andy_andy voll und ganz zu! Es soll bitte niemand auf der Welt Russland als Militaermacht unterschaetzen und das gilt vor allem fuer die "Weltmacht" USA!Der ganze Artikel ist wie meist im Stern, billigste und schlechtrecherchierte Polemik.Hat sich jemand schonmal Gedanken gemacht, das Russland der groesste Erdgaslieferant der Welt ist und wir in Europa ausnahmslos alle von der russischen Gaslieferung abhaengig sind? Russland ist gerade dabei eine Pipeline nach Fernost zu bauen um die dortigen Maerkte zu erschliessen und das Potential ist riesig, man denke nur an das energiehungrige China, welches auch die Kaufkraft besitzt.Die grosse Gefahr besteht das uns, sobald der Fernosthandel sich etabliert hat, ganz einfach der Hahn zugedreht werden kann und dann gehen ich ganz Europa die Lichter aus.Deshalb wuerde ich auch davon absehen, Russland in irgendeiner Form zu veraregern, wie es unsere oestlichen Nachbarn gedankenlos tun!Wir sind leider in Europa von Russland abhaengig, das ist nunmal Fakt!
Robbespierre (07.09.2008, 19:38 Uhr)
@Lokus Asgard
Eine Verständnisfrage: Was bitte meinen Sie genau mit "Also Bomben auf usi"?
.
und
.
"Dann sind sie sicher mit mir der Meinung das es zu begrüßen ist wenn islamische Staaten schnellstens eine A Bombe bekommen, damit endlich die Bürger in New York und LA für die Taten ihrer Regierung büßen dürfen, schließlich haben die Bush gewählt."
.
???
tetate (07.09.2008, 18:57 Uhr)
@TheHonk
warum
tun die russen der welt nicht den gefallen, sprengen ihren teil der erde ab und verpissen sich damit in eine andere galaxis ?
.
Uns was kommt danach? Afganistan? Iran? China? Sie können ein sehr großer Freund von Mr. Bush werden.
tetate (07.09.2008, 18:49 Uhr)
@TheHonk
Soll das heißen, dass Russland kein Recht hatte Preise an Weltmarktpreise anzupassen? Stattdessen sollte Russland Rücksicht auf finanzielle Lage der Ukraine nehmen? Ich glaube nicht, dass WIR, hier im Westen, das Recht haben es den Russen, oder sonst jemandem, vorzuschreiben was die mit deren Rohstoffen tun sollten und zum welchem Preis die an wenn verkaufen dürfen. Klar ist es immer blöd wenn man mehr bezahlen muss, und dafür gibt es kein guten Zeitpunkt, aber wenn die Ukraine eine Anti-amerikanische Politik geführt hätte, hätten die Ukraine auch noch Sanktionen aufm Halz(s. Weiss-Russland). Und das Halten Sie bestimmt für Richtig.
Nur zur Info: Ukraine hat vorher für Erdgas 6 Mal weniger bezahlt als wir. Jetzt Zahlen wir in EU, und die Restliche Welt, alle gleich. Was ist daran Falsch?
tetate (07.09.2008, 18:47 Uhr)
@OnceKnow
Ich vergaß, Russland hat Bin Laden ausgebildet, Russland ist ins Irak einmarschiert und tötet da Menschen wegen Öl. Die Menschen in USA können nichts dafür die werden von der Regierung nur mit Infos versorgt die vor aufbereitet werden(sieh Fox News Vorfall).
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