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22. August 2008, 10:22 Uhr
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Chodorkowskis Begnadigung abgelehnt

Michail Chodorkowski muss weiter im Gefängnis bleiben. Ein russisches Gericht hat den Antrag auf Begnadigung des Ex-Yukos-Chefs abgelehnt. Der Kremlkritiker sitzt seit fünf Jahren in Haft. Chodorkowski sieht sich als Opfer von Machenschaften der russischen Regierung.

Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski sitzt seit 2003 in Haft© DPA

Ein russisches Gericht hat den Antrag des früheren Ölmagnaten Michail Chodorkowski auf Begnadigung abgelehnt. Das meldete die Agentur Interfax aus dem Gerichtssaal der Stadt Tschita im Fernen Osten. Chodorkowski bleibt eine zehntägige Frist zum Widerspruch. Er war im Herbst 2003 verhaftet worden und verbüßt im Gebiet Tschita eine achtjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung und Betrugs.

Gegen den einstigen Eigentümer des Yukos-Konzerns läuft zudem ein zweites Strafverfahren. Ihm werden darin Unterschlagung und Geldwäsche von über 18 Milliarden Euro zur Last gelegt. Das Gericht folgte der Argumentation des Staatsanwaltes, wonach im Falle eine Begnadigung Fluchtgefahr bestehe und Chodorkowski zudem Zeugen beeinflussen könne. Die Richter kritisierten im Begnadigungsverfahren, dass Chodorkowski auch weiterhin jegliche Schuld bestreite.

Wenig Hoffnung auf Freilassung

Nach russischem Recht können Häftlinge wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen werden, wenn sie mehr als die Hälfte ihrer Strafe abgesessen haben. Doch bereits zu Beginn der Anhörung ließen die Äußerungen des Richters wenig Hoffnung. Laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti wies der Richter auf eine Empfehlung der Gefängnisverwaltung hin, den prominenten Häftling seine Strafe vollständig verbüßen zu lassen.

Demnach fällt Chodorkowskis persönliche Beurteilung zwar positiv aus, insgesamt aber wird seine Entwicklung negativ gesehen, da er sich nach wie vor weigert, seine Schuld anzuerkennen. Chodorkowskis Angehörige hatten sich schon im Vorfeld skeptisch über eine vorzeitige Freilassung geäußert.

Chodorkowski war im Oktober 2003 festgenommen und im Mai 2005 nach einem langen Prozess wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Sein Yukos-Konzern wurde faktisch zerschlagen und 2006 einem Konkursverwalter unterstellt. Beobachter vermuten hinter Chodorkowskis Verurteilung politische Beweggründe.

Im Westen wird der Umgang mit Chodorkowski als Maßstab für die demokratischen Ambitionen unter dem neuen Präsidenten Dmitri Medwedew betrachtet. Der Kremlkritiker Chodorkowski sieht sich selbst als Opfer von Machenschaften der russischen Führung.

DPA/AFP
KOMMENTARE (10 von 15)
 
ecomoc4u (23.08.2008, 12:26 Uhr)
@Carolarco
die christlichen oligarchen haben sich mit putin arrangiert. was sollten sie auch machen, die hatten nur einen russischen pass. diese räuber stellen keine gefahr für putin dar. schnell wurden hier lösungen gefunden.
.
ganz anders sieht es aber mit den jüdischen oligarchen aus. durch doppelte staatsbürgerschaft und internationale beziehungen konnten diese auch vom ausland her ihre strippen ziehen. vor allem die guten beziehungen zu den usa und england haben hier eine grosse gefahr dargestellt.
.
das wissen sie ganz genau, und lenken dennoch geschickt vom sachverhalt ab.
verdrehen die tatsachen, und versuchen diese feinen unterschiede zu verharmlosen.
Carolarco (23.08.2008, 11:54 Uhr)
Antisemiten aller Laender vereinigt euch
Seien wir doch mal ehrlich. Chodorowski ist doch eigentlich voellig uninteressant. Nur die Tatsache das er Jude ist erklaert das ploetzlich aufwallende "voelkische Rechtsempfinden" einiger Deutscher hier.Mal wieder ein schlagender Beweis, dass braun und rot heute leider nicht mehr zu unterscheiden ist.
Benkku (23.08.2008, 10:58 Uhr)
An die ewig "Anständigen".
Falls sich Deutschland wie die übrigen Willigen: Georgien, Polen, Tschechien und die baltischen Länder, an der Kriegstreiberei gegen den russischen Bären beteiligen sollte, wäre die logische Konsequenz, denen allen den Gashahn für immer zuzudrehen. Diejenigen, die hier im Forum hetzenderweise dazu beitragen, könnten sich darüber gar nicht mehr sonderlich beschweren wollen. Irgendwelche Ansprüche gibt es nämlich nicht.
Georges13437 (23.08.2008, 00:24 Uhr)
@Zaxxon
Nun habe ich versucht ihnen den Tiefgang und die Objektivität im Denken nahezubringen, aber der alte deutsche Spruch " Man soll keine Perlen vor die Säue werfen", scheint sich wieder mal bewahrheitet zu haben.
Diskussion für mich beendet.
MfG Georges13437
Benkku (22.08.2008, 21:57 Uhr)
Putin ist wachsam.
Chodorkowski wollte eigentlich in die Rüstungsindustrie eintreten, aber wegen seiner jüdischen Herkunft konnte er sich diesen Wunsch nicht erfüllen, da Juden in der Sowjetunion als politisch unzuverlässig galten.Chodorkowski entzog sich im Oktober 2003 einer Vorladung und flüchtete nach Israel. Im Nov. 2003 erhielt er die israelische Staatsbürgerschaft. Mittlerweile stiftete er hohe Millionensummen an Israel. (Wikipedia)
zaxxon (22.08.2008, 16:08 Uhr)
rote brille...
@some1: russland hat ein funktionierendes rechtsystem? selten so etwas weltfremdes gelesen!
@Georges13437: ich lebe lieber in einem freien land, auch wenn nicht immer alles rosig ist, selbst in den usa kann JEDER seine meinung sagen!
geht das auch in russland oder china?
irgendwie kreisen ihre gedanken sie selbst ein, nicht die usa...
Georges13437 (22.08.2008, 13:48 Uhr)
@Zaxxon
Es ist nicht wichtig welche politische Gesinnung ich habe, ich sehe nur den derzeitigen Zustand im Verhältnis zwischen den westlichen Ländern gegenüber den ehemaligen Ländern des Kommunismus im Osten. Dabei muß man seine Blauäugigkeit beiseite legen und nicht glauben, daß Rußland so einfach zu überrollen ist. Das ganze NATO-Gebaren wird sich nicht auszahlen, da Rußland wieder in altes Denken verfällt. Hätte Herr Bush diese Einkesselungspolitik nicht begonnen, wäre heute vieles einfacher, so sollten sie selbst ihre Russenfeindschaft mal auf den Prüfstand stellen. Ich bin keinesfalls ein Traumtänzer was Rußland betrifft, ich akzeptiere nur diese Einseitigkeit im Denken nicht. Nicht immer ist Rußland das Böse, auch andere haben ihre Beine schon in der Hölle. Sie selbst werter Zaxxon dürfen sich weiter auf der Schleimspur von Frau Merkel amüsieren. Ich bin politisch grundsätzlich keinem Vorflöter hörig.
MfG Georges13437
some1 (22.08.2008, 13:08 Uhr)
Betrug in Mrd.höhe...
Betrug in Mrd.höhe, Steuerhinterziehung, Veruntreuung und Korruption - er hatte einfach nur Pech und hätte seinen Wohnsitz in Deutschland nehmen sollen. Hier wäre er mit 2 Jahren auf Bewährung davon gekommen.
Gut, dass es noch Länder gibt in denen das Justizsystem funktioniert.
Mensch.Student (22.08.2008, 12:59 Uhr)
... und das ist auch GUT so!
kk
zaxxon (22.08.2008, 12:25 Uhr)
manoman...Georges13437
was hat sie den so verbittert gemacht? hat "der westen" mal ihr haus bombadiert oder waren sie damals zu lange in ner "ddr" kommi kaderschmiede!? ziehen sie mal den kopf aus dem "russischen mafiaarsch", dann sehen sie mal wieder klar.
kann ihnen auch nur raten, den westen sofort zu verlassen denn sie können sich doch hier mit ihrer einstellung nicht zuhause fühlen!!!
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