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13. April 2007, 14:44 Uhr

Milliardär Beresowski will Putin stürzen

Wieder einmal hat der russische Milliardär Boris Beresowski von seinem Londoner Exil aus dazu aufgerufen, die Regierung Putins zu stürzen. In einer ersten Reaktion verlangten die russischen Behörden Beresowskis Auslieferung.

Boris Beresowski - hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2002© Gerry Penny/AP

Der im Londoner Exil lebende russische Milliardär Boris Beresowski strebt den gewaltsamen Sturz des russischen Präsidenten Wladimir Putin an. Er finanziere Politiker aus dem Umfeld Putins für eine Palastrevolution, sagte Beresowski der britischen Tageszeitung "The Guardian". Beresowski hatte bereits früher zum Sturz Putins aufgerufen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte, den Oligarchen auszuliefern.

"Es ist unmöglich, das russische Regime mit demokratischen Mitteln zu verändern", sagte Beresowski dem "Guardian" mit Blick auf die Parlaments- und Präsidentenwahlen im kommenden Winter. Deshalb bereite er einen gewaltsamen Umsturz vor. Der Kremlchef schade seiner Heimat, indem er demokratische Reformen rückgängig mache, die Opposition unterdrücke und sich über die Verfassung hinwegsetze, sagt Beresowski. Er macht den Kreml auch für den spektakulären Gifttod seines Mitarbeiters Alexander Litwinenko im November 2006 verantwortlich gemacht.

"Briten wissen, was er vorhat"

In scharfen Worten forderte die russische Führung, Beresowski den Flüchtlingsstatus abzuerkennen. "Wir würden gerne glauben, dass Großbritannien niemals jemandem politisches Asyl gewährt, der mit Gewalt einen Regimewechsel in Russland herbeiführen will", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow dem "Guardian".

Außenminister Lawrow warf Beresowski den Missbrauch seines Status vor. "Die britischen Behörden wissen bestens, was dieser Mensch vorhat", sagte Lawrow am Freitag in Moskau. Generalstaatsanwalt Juri Tschaika leitete ein Strafverfahren wegen Aufrufs zum gewaltsamen Umsturz ein und forderte erneut die Auslieferung durch London.

Beresowski seit 2000 im Exil

Beresowski galt als einer der engsten Vertrauten von Putins Vorgänger Boris Jelzin. Der Milliardär war im Jahr 2000 nach London ins Exil gegangen und hatte dort politisches Asyl erhalten. Mit seinem enormen Vermögen setzte er von London aus seinen Kampf gegen Präsident Putin fort.

Im vergangenen Jahr drohte der damalige britische Außenminister Jack Straw, Beresowski seinen Flüchtlingsstatus abzuerkennen, nachdem dieser bereits damals zum gewaltsamen Umsturz in Russland aufgerufen hatte. Ein britisches Gericht lehnte aber ein russisches Auslieferungsgesuch mit dem Hinweis ab, Beresowski genieße in Großbritannien Asyl.

 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
O.Bi (14.04.2007, 18:27 Uhr)
Schon wieder Werbung.

Der Wichtigtuer braucht wieder ein bisschen Werbung um nicht in Vergessenheit zu geraten.
Und natürlich gleich „Kreml-Kritiker – krank oder tot“. Immerhin, sieht Beresowskij noch ganz fidel aus, obwohl er seinen geistigen Zustand überprüfen lassen sollte.
Schreiben Sie doch mal zu Abwechslung, was in USA mit den Spionen-Verrätern gemacht wird, oder wie gut die, die nur vermutlich Terroristen sein könnten, in Guantanamo haben.
Einfache Menschen haben in Russland schwer. Klar, damit so ein Oligarch seine Milliarden hat, müssen unzählige Kinder, Erwachsene und Alten beraubt werden. Ich hoffe, dass Russland seinen Weg in die zukünftige gerechtere, lebenswerte für alle, Gesellschaft findet. Mit einem wie Jelzin und schon gar nicht Bersowskij wird das nicht möglich sein, mit einem wie Putin schon eher, obwohl ich persönlich ihn nicht besonders mag. Aber eine Demokratie a-la-Amerika braucht das russischen Volk bestimmt nicht.
gudrun13 (14.04.2007, 10:36 Uhr)
Das hieße den Belzebub mit demTeufel auszutreiben
... oder anderes herum: Das Geld anstelle des Militärs zu setzen. Keine besondere Alternative ... wenn ein Oligarch anstelle von Putin schalten und walten kann. Oder glaubt hier ernsthaft jemand dass Beresowski die "Demokratie" oder was immer solche Leute darunter verstehen - bringen würde. Hat sich schon einmal jemand gefragt wie solche Oligarchen an "ihr" Geld gekommen sind ... einen Putin den kann man allenfalls noch entmachten. Einen machtgeilen Oligarchen denn kann man nicht absetzen, den kann man nicht verurteilen und absetzen kann man ihn schon gar nicht...
Optimist60 (13.04.2007, 23:24 Uhr)
Nichts Gutes Mr. Putin!
Armut, totale Korruption, Nazionalism, Gesetzlosigkeit, Diktatur der Geheimdienst. Das Land lebt zu 80% von Verkauf von Rohstoffen. Außer Moskau und ein paar Städte herrscht ein Stillstand. Alle meine Freunde beschweren sich über sehr schweres Leben im Lande.
Mensch.Student (13.04.2007, 22:29 Uhr)
Unwahrscheinlich..
das Ihr das veröffentlich :)
Seit Chdorkowski fühlt sich kein Oligarch mehr sicher und das ZURECHT! Letzendlich macht Putin nichts was seinem Volk schadet und wenn er versucht (mit welchen Mitteln auch immer) an das veruntreute Geld seines Volkes ranzukommen finde ich das nur fair. In diesem Sinne: Welcome 4ever Mr. Beresowski
iovialis (13.04.2007, 16:00 Uhr)
Russland
Die Leute in Russland mögen Putin und seinen Führungsstil. Das kommt auch daher, weil er sehr viel für sein Land tut. Die Iraker wünschen sich z.B. lieber einen Diktator zurück, als die "Demokratie", die ihnen Amerika gebracht hatte.
Russland zu verstehen ist nicht ganz so einfach - es ist eine andere Kultur, eine andere Mentalität und vielleicht ist "eine starke Hand" gar nicht so schlecht. Bisher hat jede Revolution ihre Kinder gefressen - und ein gewaltsamer Wechsel im Kreml könnte fatale Folgen haben.
Man darf Putin nicht nur durch die Augen der Macht sehen, sondern muß gleichzeitig Land und Leute im Hinterkopf haben.
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