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1. Juli 2008, 17:32 Uhr

Politkowskajas Mörder in Westeuropa vermutet

Die russische Justiz vermutet den Mörder der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja in Westeuropa. Um welches Land es sich handelt, gab sie nicht bekannt. Allerdings wurden Deutschland, Belgien, Frankreich und die Schweiz um Mithilfe bei der Fahndung gebeten.

Die kremlkritische Journalistin Anna Politkowskaja verfasste zahlreiche Artikel, in denen sie Gräueltaten russischer Soldaten in Tschetschenien beschrieb© Peter Endig/DPA

Der mutmaßliche Mörder der russischen Journalistin Anna Politkowskaja soll sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden in Westeuropa versteckt halten. Der 34-jährige Tschetschene Rustam Machmudow sei in ein westeuropäisches Land geflohen, sagte der Leiter der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungskommission, Alexander Bastrykin, in St. Petersburg nach Angaben seines Büros.

Die russische Justiz richtete ein Rechtshilfeersuchen unter anderem an Deutschland. "Wir kennen sogar das Land, in dem er sich aufhält", sagte der Chefermittler der Staatsanwaltschaft, Alexander Bastrykin, der Agentur RIA Nowosti. Das Land nannte er aber nicht. Auch die Justiz in Belgien, Frankreich und der Schweiz sei um Mithilfe bei der Fahndung nach dem verdächtigten Tschetschenen Rustam Machmudow gebeten worden.

Im Zusammenhang mit dem Mord ist gegen vier andere Verdächtige Anklage erhoben worden, wie die Ermittlungskommission im vergangenen Monat mitgeteilt hatte. Drei Männern werde Beteiligung an der Tat vorgeworfen, einem Beamten des Inlandsgeheimdienstes (FSB) Machtmissbrauch. Die vier Verdächtigen wurden im vergangenen August festgenommen, darunter ein Bruder des mutmaßlichen Todesschützen. Politkowskaja wurde im Oktober 2006 in ihrem Moskauer Wohnhaus erschossen.

Ihre Kollegen bei der Zeitung "Nowaja Gaseta" sind überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und ihrer Arbeit gibt. Die Journalistin verfasste zahlreiche Artikel, in denen sie Gräueltaten russischer Soldaten in Tschetschenien beschrieb.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
ecomoc4u (02.07.2008, 22:24 Uhr)
Was hört man denn noch von dem Giftmord in England
nichts. ist doch alles aufgeklärt.
.
ein doppelagent wurde liquidiert, weil er moskau mit veröffentlichung gedroht hat. gut, war nicht die feine englische art. moskau: "wir haben damit nichts zu tun, punkt."
.
oder habe ich hier etwas nicht mitbekommen.
Preussin (02.07.2008, 05:16 Uhr)
Politisch motivierte Morde
...werden in Russland seltener aufgeklärt. Was hört man denn noch von dem Giftmord in England ? Die Spur versandete in Russland.
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