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3. September 2008, 11:36 Uhr

Die Rechte feiert ihren Pitbull

Sarah Palin kam aus dem Nichts und ist binnen einer Woche zur Ikone der republikanischen Partei geworden. Wenn die Gouverneurin aus Alaska nun ihre Rede hält, weiß sie vor allem eine mächtige Gruppe hinter sich: die Abtreibungsgegner - schwangere Tochter hin oder her. Von Matthias B. Krause, St. Paul

Neue Ikone der Konservativen: die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin© Matt Sullivan/Reuters

An den Penissen kommt sie nur schwer unbehelligt vorbei. Die "Missile Dick Chicks" schwenken ihre Pappmaché-Raketen wie Schwänze in Hüfthöhe über den Gehweg und singen Spottlieder. "Bomb, bomb Iran" nach der Melodie eines Beach-Boys-Hits gehört zu den Favoriten der Frauen, die gegen den Irak-Krieg protestieren. Die kleine, unscheinbare Dame lässt die Kriegsgegner links liegen. Ihren weißen Plastikhut mit dem Elefanten-Emblem der Republikaner zieht sie nur noch fester über die grauen Haare. Dann steuert sie entschlossenen Schrittes auf den Eingang des Hotels in der Innenstadt von St. Paul, Minnesota zu. Ein ganz in Pink gekleideter Mann hält ihr ein Transparent entgegen. "Pro life = universal health care" - was immer er damit auch meinen mag. Auch ihn beachtet sie nicht. Die Frau zieht die Eingangstür des Hotels auf und stürzt Richtung Rolltreppe in den ersten Stock. Oben angekommen, lockert sie endlich den festen Griff um die Tasche, die über ihrer Schulter hängt. Darin befindet sich ein Stapel Broschüren, Broschüren der "Operation Outcry", einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, legale Wege der Abtreibung in den USA abzuschaffen. Endlich darf sie sich unter Gleichgesinnten wähnen.

Auszeichnung der Abtreibungsgegner

Denn Myra Jean Myers findet in dem Hotel dankbare Abnehmer für ihre Flugblätter. Die Republican National Coalition for Life (RNC Life), nach den Worten ihrer Vorsitzenden Phyllis Schlafly die "Crème de la Crème der Anti-Abtreibungsbewegung in den USA", hat geladen, um am Rande des Republikaner-Parteitages einen Preis zu verleihen. Er geht an die Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, neuerdings auch John McCains Kandidatin für die Vizepräsidentschaft. Die RNC allerdings hatte sie schon im Mai eingeladen, als noch niemand ahnen konnte, dass der Senator ihr das hohe Amt antragen würde. Die Abtreibungsgegner wollen Palin dafür auszeichnen, dass sie sich entschied, im April ihr fünftes Kind zur Welt zu bringen, obwohl sie wusste, dass es das Down-Syndrom haben würde.

Im Foyer zum Festsaal, in dem noch das üppige Buffet gerichtet wird, dominieren die hellen Cowboyhüte der Delegierten aus Texas, jenem Bundesstaat, aus dem auch Schlafy und Myers stammen. Die Männer tragen Jeans mit Bügelfalte in spitzen Lederstiefeln, die Frauen blaue Röcke mit roter Bluse, wahlweise auch mit dem Motiv des Sternenbanners bedruckt. Viele haben sich ein blau-weiß-rotes Herz angesteckt, den aktuellen Partybutton der RNC, kaum einer ist jünger als vierzig. In einer Ecke neben einem Pfeiler sitzt Sharon Johnson und hält sich an ihrem Pappbecher mit Kaffee fest. Sie ist gekommen, um Palin zu sehen. "Ich bin entzückt, absolut entzückt, dass McCain sie ausgewählt hat", sagt Johnson, "ich denke, viele waren überrascht. Aber diejenigen von uns, die das Leben lieben, haben den Eindruck, sie hat ihren Worten wirklich Taten folgen lassen."

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KOMMENTARE (10 von 12)
 
nightmare_online (04.09.2008, 08:58 Uhr)
@poloele
Wählen sie McCain/Palin!
Es gibt nichts was für Europa besser wäre als eine Fortsetzung der Wirtschaftspolitik von Bush, das ruiniert dann die US-Wirtschaft endgültig, und die Absatzchancen "unserer" Produkte werden sich weiter verbessern.
Bei der Fortschreibung der Finanzpolitik werden die USA in Zukunft dann auch etwas weniger Geld für Invasionen anderer Länder übrig haben (wozu die Kosten der von McCain propagierten zusätzlichen 95 Jahre Irak-"Aufenthalt" ebenfalls ihr Scherflein beitragen werden), da das weiter rasant steigende Defizit und die damit verbundene Zinslast die Möglichkeiten für entsprechende "Abenteuer" mehr und mehr einengen wird.
Also nochmal: Wählen Sie McCain/Palin, das ist ne super Idee!
ecomoc4u (04.09.2008, 08:52 Uhr)
na ja, wenn 60% der amis
glauben, die erde sei erst 6000 jahre alt, dann kann man eine pipeline auch als gottgegeben betrachten.
ecomoc4u (04.09.2008, 08:42 Uhr)
mcsame
wurde gefragt, ob palin denn auslandserfahrung aufweisen könnte. mcsame antworte, ...als governor von alaska sei sie nah an russland, somit hätte sie durchaus kenntnis!!!
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hahaha, mcbush-mcsame-mccaput
flyingfree (04.09.2008, 07:10 Uhr)
Abtreibungsheldin
Ein behindertes Kind zur Welt zu bringen hat nichts mit der grundsätzlichen Einstellung zu Abtreibung zu tun.
Das haben schon zahllose andere Frauen(Eltern)genauso entschieden.
Es bedeutet man hat sich für das Kind entschieden weil man es WILL, ungeachtet der Möglichkeit dass es nicht "perfekt" sein wird.
Abtreibung bedeutet, man treibt ab ungeachtet des zu erwartenden Ergebnisses der Schwangerschaft. Weil es eine "Panne" war, aus Altersgünden oder wirtschaftlicher Not zum Beispiel.
DasBertl (04.09.2008, 03:44 Uhr)
Hat doch die Frau
original vor Theologiestudenten in Alaska behauptet der krieg in Alaska sei eine "von Gott gegebene Aufgabe" zudem sei der Bau einer 30 Milliarden Dollar teuren Gaspipeline "Gottes Wille" und forderte die Studenten auf, für die Truppen im Irak und die Gaspipeline zu beten.
Die Frau macht es sich ja echt einfach... Alles ist von Gott gegeben, alles will Gott so... Ist dieser Gott der große Kapitalismus oder was? Die Frau hat dochn Schaden und ich hoffe das die Mehrheit der US-Amerikaner das auch kapiert.
Leider gibts ja nicht wenige dort die genau den gleichen Schwachsinn glauben, den diese Frau verzapft. Religöse Fundamentalisten in der Islamischen Welt? Ich weiß nicht, mir machen die christlichen Fundamentalisten in den USA wesentlich mehr sorgen, denn die HABEN die Waffen von denen die anderen nur träumen....
poloele (04.09.2008, 01:50 Uhr)
immedr noch amerikanische Wahlen
Das sind immer noch unsere Wahlen, und Ihr Deutschen duerft gottlob nicht waehlen.
Ich bin zwar pro-abortion, werde aber trotzdem McCain/Palin waehlen. Ich brauch keinen Popstar im Weissen Haus.
traldors (04.09.2008, 01:00 Uhr)
Bravo Mr. Cain (...)
mit Ihrer Nominierung der Lady haben Sie Ihren Republikanern einen "Bärendienst" erwiesen.
Warum anständig verlieren, wenn man schon vorher dokumentiert, das einem das Amt völlig egal ist.
Die Frau ist untragbar. Wenn ich Republikaner wäre und in der Lage nachzudenken, dann wäre ich instant ein Demokrat.
Obama weiss das mit Sicherheit zu schätzen, die zahlreichen Comedians werden diese Puritanerin in zahllose Facetten zerlegen.
Das wird eine Mordsgaudi! Da ciaoe ich sogar gerne amerikanisches Fernsehen, Internet sei Dank!
tagora-sagittara (04.09.2008, 00:37 Uhr)
ich stehe nicht auf...
republikanische Todeskampfzuckungen. Lasset sie untergehen,... denn sie haben es sich verdient!!!
ganzbaf (03.09.2008, 22:57 Uhr)
Und was....

ist mit den Indianern?
Warum keine Sioux Squaw zur Vizepräsidentin machen?
Da wäre ein Pitbull aber ein Scheissendreck dagegen... ;-P
MRP66 (03.09.2008, 22:40 Uhr)
Hä?
Was hat eine Frau, die sich zum ungeborenen Leben bekennt, mit Pitbulls zu tun? Ich bin ja sehr für die Demokraten, aber dies ist ein sehr einseitiger Artikel!
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