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7. November 2007, 11:01 Uhr

L'amour auf Transatlantisch

Was waren sie doch angeschlagen, die Beziehungen zwischen den USA und Frankreich. Der "neue" Präsident Sarkozy jedoch erobert das Herz von Präsident Bush im Sturm. Seit seiner Trennung von Cécilia, scheint der französische Präsident sein Tempo noch mehr zu erhöhen

Monsieur le Président, Nicolas Sarkozy (l.), und Mister President, George W. Bush, verstehen sich prächtig© Saul Loeb/AFP

Die Band spielte "I could have danced all night", als der französische Präsident Nicolas Sarkozy sich in Begleitung dreier Ministerinnen zum Galadiner im Weißen Haus einfand. Statt Hotdog und Hamburger wie noch im Sommer beim Picknick mit seinem Amtskollegen George W. Bush gab es diesmal Hummersuppe, Lamm und ein Dessert "La Fayette" in Erinnerung an den französischen General, der im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte.

Die Szene wirkte wie das Happy End eines Hollywood-Films - Sarkozy und Bush hörten kaum auf, ihre immerwährende Freundschaft und Treue zu beschwören.

Kuscheltherapie im Weißen Haus

Das französische Volk sei "der älteste Freund Amerikas", sagte Bush und hob sein Glas auf Frankreich und die Freiheit. Sarkozy sprach von einer "leidenschaftlichen Beziehung" und "gegenseitiger Bewunderung". Er habe gezeigt, dass man ein Freund Amerikas sein und trotzdem Wahlen in Frankreich gewinnen könne. Französische Journalisten nannten das Treffen eine "Kuscheltherapie".

Der Name La Fayette fiel bei dem Essen am Dienstagabend noch öfters. "Im Jahr 1777 empfing ein anderer George W., nämlich George Washington, einen Franzosen", erinnerte Bush. La Fayette war damals ein junger Idealist, der sich im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg engagieren wollte. Washington, der keine Kinder hatte, nahm La Fayette unter seine Fittiche. Der Franzose kämpfte in entscheidenden Schlachten und wurde als Held in Amerika gefeiert.

Sarkozy zieht noch einmal Tempo an

Sarkozy war Stunden vor dem Essen im Weißen Haus mit Weltkriegsveteranen, Geschäftsleuten, einem Bürgermeister, einem Rabbiner und in Washington lebenden Franzosen zusammengetroffen. Am Vortag noch war er für einen zweistündigen Blitzbesuch im Tschad gewesen, um dort inhaftierte Europäer nach ihrer Freilassung in die Heimat zu begleiten. Kurz vor seinem Abflug in die USA schaute er noch eben bei wütenden Fischern in der Bretagne vorbei, die gegen Treibstoffpreise protestierten.

Seit seiner Scheidung vor knapp vier Wochen scheint der französische Präsident sein Tempo zum Leidwesen seiner Mitarbeiter noch einmal kräftig erhöht zu haben. Seine Ex-Frau Cécilia, die nach der Trennung angekündigt hatte, sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen zu wollen, schmückte unterdessen die Seiten der "New York Post", die ein Foto von ihr in Manhattan veröffentlichte. Amerikanische Fernsehzuschauer bekamen erst kürzlich zu sehen, wie Sarkozy aus Ärger über eine Frage nach Cécilia ein Interview abbrach und laut schimpfend den Raum verließ.

Die neuen Frauen des französischen Präsidenten

Fast sieht es nach einer Revanche aus, dass Sarkozy sich nun in den USA gleich mit drei Ministerinnen umgibt und sie mehrfach öffentlich lobt. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde sei die erste Frau, die ein "seriöses" Ressort in einer französischen Regierung übernommen habe, betonte Sarkozy - ohne darauf einzugehen, dass Frankreich vor seiner Amtszeit mit Edith Cresson auch schon eine Premierministerin hatte.

Die 30 Jahre alte, aus Senegal stammende Rama Yade sei für ihn "das Gesicht eines neuen, jungen Frankreichs". Und Justizministerin Rachida Dati mit ihren marokkanisch-algerischen Wurzeln verkörpere die Vielfalt Frankreichs.

DPA
 
 
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