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USA veröffentlichen Fotos von möglichen Massengräbern

Beobachter aus dem Weltraum: Das US-Außenministerium hat Satellitenaufnahmen veröffentlicht, die Massengräber in der Nähe der Stadt Hula und die Bewegung von Artillerie-Einheiten zeigen sollen. Frankreichs Präsident Hollande fordert unterdessen den Rücktritt Assads.

  Die Aufnahmen aus dem All sollen unter anderem mlögliche neue Massengräber zeigen.

Die Aufnahmen aus dem All sollen unter anderem mlögliche neue Massengräber zeigen.

Das US-Außenministerium hat Satellitenfotos veröffentlicht, die Hinweise auf Massengräber und Armee-Angriffe auf Zivilisten in Syrien zeigen sollen. Die Fotos seien Anfang der Woche von kommerziellen Satelliten aufgenommen worden, hieß es auf einer Internetseite, die von einer Abteilung des Ministeriums betrieben wird.

Auf den Aufnahmen sollen Massengräber in der Nähe der Stadt Hula zu sehen sein. Bei einem Massaker in der vorigen Woche waren dort mehr als 100 Menschen getötet worden. Zudem seien Krater von Artilleriegeschossen in der Nähe von Wohngebieten der Stadt Atarib zu erkennen, so das Ministerium. Auch sei offensichtlich zu sehen, dass Artillerie-Einheiten in die Umgebung dreier Städte und Kampfhubschrauber in die Nähe von Homs und Schairat verlegt worden seien. Eine Stellungnahme Syriens lag zunächst nicht vor.

Das syrische Militär und die Rebellen werfen sich gegenseitig vor, immer wieder die von dem UN-Sondergesandten Kofi Annan ausgehandelte Waffenruhe zu verletzen. Bei dem Massaker in Hula wurden die meisten Opfer aus nächster Nähe erschossen oder mit Messern getötet. Den UN-Beobachtern zufolge sind vermutlich Soldaten und eine regierungstreue Miliz dafür verantwortlich.

Hollande: Assad muss zurücktreten

Unterdessen hat der französische Präsident François Hollande den syrischen Staatschef Baschar al Assad zum Rücktritt aufgefordert. Ohne den Rücktritt Assads werde es "keine Lösung" des Konflikts in Syrien geben, sagte er nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin in Paris. Putin stellte die Wirksamkeit der westlichen Forderungen nach dem Rücktritt Assads und nach verschärften Sanktionen in Frage.

Einem Militäreinsatz in Syrien unter UN-Mandat, wie ihn Hollande vor einigen Tagen in Erwägung gezogen hatte, erteilte der russische Staatschef eine Absage. "Man darf nichts mit Gewalt erwirken", sagte Putin. Zugleich betonte er, dass sein Land keine der Konfliktparteien in Syrien unterstütze, den Kontakt zur Führung in Damaskus aber aufrechterhalten wolle.

Derweil sorgen mutmaßliche russische Waffenlieferungen an Damaskus für Streit zwischen Russland und den USA. Die Tatsache, dass Russland den Waffenhandel trotz der internationalen Bemühungen um Sanktionen aufrechterhalten habe, rufe in Washington "ernsthafte Sorgen" hervor, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton in Oslo. "Wir glauben, dass die anhaltende Versorgung mit Waffen von Russland das Regime von Assad gestärkt hat."

Moskau dementiert Waffenlieferung

Putin hatte in Berlin Waffenlieferungen dementiert. "Russland liefert keine Waffen, die in einem Bürgerkrieg zum Einsatz kommen könnten", sagte er. Moskau ist traditioneller mit Damaskus verbündet und blockierte bisher alle Versuche im UN-Sicherheitsrat, entschieden gegen die syrische Führung vorzugehen. Assad lässt seit März 2011 eine Protestbewegung blutig niederschlagen. Dabei wurden bisher mehr als 13.400 Menschen getötet.

Die UN-Mission zur Überwachung des grundsätzlich vereinbarten Waffenstillstands in Syrien erreichte unterdessen ihre Sollstärke von rund 300 Mann. Es werde in den Wochen bis zum bisher geltenden Ende des Mandats am 20. Juli nur noch geringe Veränderungen geben, sagte ein Sprecher der UNMIS-Mission.

lea/Reuters/AFP/Reuters
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