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Schiit

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Henri Nannen Preis
Henri Nannen Preis
Reporter in der Hölle des Irak

Mehr als 200 Journalisten wurden seit 2003 im Irak getötet, Hunderte sind geflohen. Zainab Ahmad berichtet weiter aus Bagdad. Für ihren mutigen Einsatz bekommt sie den Henri Nannen Preis für Pressefreiheit 2008.

Irak
Irak
Sorgte der Iran für die Waffenruhe?

Nach fünf Tagen heftiger Kämpfe mit rund 300 Toten herrscht in Teilen des Irak wieder Ruhe. Angeblich habe der Iran dazu beigetragen, dass die Waffen schweigen. Das Nachbarland unterstützt Milizenführer Muktada al Sadr - ein Schiit, dessen Feinde vor allem Schiiten sind.

Zwischen Hedonisten und Hisbollah
Blog "Zwischen Hedonisten und Hisbollah"
Mit Werbung gegen Al-Qaeda

Mit einem drastischen Werbespot versucht die Regierung in Bagdad, eine Botschaft unters Volk zu bringen: "Wir sind alle Iraker." Eine interessante Initiative - zumal nicht zuletzt die irakische Regierung bzw. diverse ihrer Ministerien immer wieder als Drahtzieher ethnisch motivierter Gewalttaten gelten. Es ist ruhiger geworden in Bagdad. Ungefährlich aber ist die Stadt noch lange nicht. Noch immer bestimmen Religion und ethnische Zugehörigkeit darüber, in welchem Viertel sich wer frei bewegen kann. Die Frage "Bist du Sunnit oder Schiit?" kann auch 2008 in Bagdad noch Leben oder Tod bedeuten. In einem Werbespot, der auf den irakischen und mehreren arabischen Satelitensendern läuft, zeigt die irakische Regierung den Irsinn dieser Unterscheidung - und dass es auf die Frage "Wer bist Du?" nur eine Antwort geben kann: Iraker. http://www.youtube.com/watch?v=o-gqZ6KodoU Bist Du Sunnit oder Schiit?, fragt der Terrorist sein Opfer. Immer wieder. Sunnit oder Schiit? Tariq!!!, ruft verzweifelt seine Frau nach ihm. Sunnit oder Schiit? Iraker. Sein letztes Wort.

Asia-Cup
Asia-Cup
Der Irak flippt aus - vor Freude

Schiiten liegen Sunniten in den Armen, die Menschen schwenken Fahnen, Soldaten feuern Gewehrsalven in die Luft. Im Freudentaumel über ihre Fußball-Helden, die den Asia-Cup gewonnen haben, vereint sich die irakische Bevölkerung - ein kleines Wunder in dem geschundenen Land.

Zwischen Hedonisten und Hisbollah
Blog "Zwischen Hedonisten und Hisbollah"
Tod eines Reporters

Heute vor einem Jahr starb Kamal Anbar, ein junger Reporter, der 68. Journalist, der seit Kriegsbeginn im Irak getötet wurde. Für mich war Kamal weit mehr als eine Nummer auf einer traurig langen Liste. Ich werde nie vergessen, wie erstaunt mich Kamal ansah, als ich ihm, bei unserem letzten Abendessen vor seinem Tod, erzählte, dass in Deutschland noch heute amerikanische Soldaten stationiert sind. Und dass es eher Demonstrationen gegen ihren Abzug gibt, weil die Regionen, in denen ihre Stützpunkte liegen, um die Arbeitsplätze fürchten. "Vielleicht denken wir im Irak ja eines Tages auch so", sagte er. Das war in der ersten Märzwoche 2006. Eine Woche später war er tot. Am 26. März 2006 starb der 28jährige Kamal Manahi Anbar auf dem Weg zu seiner ersten Recherche. Kamal Manahi Anbar aus Bagdad, 28 Jahre alt, acht Geschwister, preisgekrönter Bodybuilder und innig gläubiger Schiit, sechs Monaten vor seinem Tod hatte er geheiratet, seine Frau war im dritten Monat schwanger. Er war dere achte im Irak getötete Journalist im Jahr 2006, der 68. seit Kriegsbeginn. Und der erste getötete IWPR -Trainee im Irak, seit unsere Organisation im Sommer 2003 mit der Ausbildung irakischer Journalisten begonnen hat. Am 26. März 2006 machte sich Kamal (rechts, bei unserem letzten gemeinsamem Abendessen in Suleimania) mit einem Freund auf den Weg zur ersten Recherche seines jungen Reporterlebens. In der Husseiniya al-Mustafa , einer schiitischen Moschee im Bagdader Stadtteil Shaab , wollte er einen Scheich zur wirtschaftlichen Lage von Familien interviewen, die vor ethnischen Konflikte aus ihren Vierteln geflohen sind. Die Geschichte wollte er dann, hatte er seinem Freund erzählt, uns für unsere Webseite anbieten. Er hätte keinen schlechteren Zeitpunkt wählen können. Kaum hatten die beiden die Moschee erreicht, bogen amerikanische Militärfahrzeuge um die Ecke, US-Soldaten und irakische Truppen rückten ins Viertel ein, und sofort brachen Feuergefechte aus. Kamal und sein Freund rannten auseinander und suchten in unterschiedlichen Ecken Zuflucht. Kamal sprang über einen Zaun in den Garten des Hauses neben der Moschee, dessen Besitzer mit seiner Familie ebenfalls vor den Schüssen Deckung suchte. Kamal schrieb der Familie seinen Namen und die Telefonnummer seiner Eltern auf ein Stück Papier - falls ihm etwas zustieße. Als die Kämpfe nachzulassen schienen, wagte er sich auf die Straße. Er wollte versuchen, auf die andere Seite zu gelangen, um von dort das Viertel zu verlassen. Er kam nicht weit. Vor dem Tor streckten ihn zwei Kugeln nieder, eine durchschlug den rechten Wangenknochen, eine traf ihn am Hals. Gezielte Schüsse? Ein Versehen? Sein Freund fand die Leiche kurz darauf, als er aus seinem Versteck kam und nach Kamal suchte. In den Nachrichten hieß es später, irakische und amerikanische Truppen hätten in einer erfolgreichen Aktion gemeinsam ein Terroristenversteck in Bagdad gestürmt, dabei seien 16 Aufständische getötet und eine Geisel befreit worden. Von toten Zivilisten kein Wort. Irakische Medien beschuldigten die Amerikaner eines Massakers: In der Moschee seien reihenweise Unbewaffnete beim Gebet regelrecht hingerichtet worden. Auch Monate später waren die Umstände der Razzia in der Moschee in Shaab nicht vollständig geklärt, wie in zig anderen Fällen, bei denen Zivilisten starben, auch. Ein Jahr nach seinem Tod hat sich die Lage in Bagdad nicht verbessert. Die Zahl der getöteten Journalisten ist auf 155 gestiegen. Meine Kollegin Tiare, die Kamal unmittelbar vor seinem Tod zwei Wochen lang in Wirtschaftsjournalismus ausgebildet hatte, stand nach der Todesnachricht völlig unter Schock. "Ich glaube, ich bin für dieses Land nicht geschaffen. Wie können die Menschen inmitten all dieses Sterbens einfach immer weitermachen?" Sie war fast wütend auf unsere kurdischen Kollegen, die relativ zügig nach Kamals Tod zur Tagesordnung übergingen. "Niemand ist für dieses Land geschaffen, Tiare", sagte ich. "Aber die Menschen hier haben gelernt, mit allem fertig zu werden, was das Leben ihnen so in den Weg legt, und sei es der Tod." Ich las ihr damals eine E-mail vor, ein Freund aus Bagdad hatte sie als Trost geschickt: "In Kurdistan trauern die Menschen, wenn einer der ihren stirbt - weil er schon auf Erden im Paradies war. In Bagdad sind sie froh - weil der Gestorbene endlich dieser Hölle auf Erden entkommen ist." Hölle auf Erden - diese Bezeichung trifft Bagdad heute wohl noch besser als vor einem Jahr. Ich hoffe, Kamals Sohn lebt lange genug, die Stadt seines Vaters noch von einer friedlicheren Seite zu erleben.

Entführung im Irak
Entführung im Irak
"Ruhe, sonst werdet ihr erschosssen"

Fünf Briten sind gestern im Irak entführt worden. stern.de hat mit einem Augenzeugen gesprochen. Er schildert, wie die unmaskierten Männer schwerbewaffnet das Gebäude betraten und jedem mit Erschießung drohten, der sich rührt.

Irak
Irak
Tod beim Fußballspiel

Sie wollten für ein paar Stunden den grausamen Alltag in ihrem Land vergessen, einfach Kind sein. Doch das fröhliche Spiel endete grausam. Eine Autobombe tötete im Irak 18 fußballspielende Kinder.

Ali Sami
Ali Sami
Der Briefträger von Bagdad

Das Land versinkt im Chaos, fast jeden Tag werden Menschen Opfer von Selbstmordattentätern. Ali Sami lässt sich davon nicht beirren. Seine Form des Widerstands ist ganz einfach: Er macht seinen Job.

Libanon
Libanon
Großdemonstrationen in Beirut

"Siniora raus!" forderten Hunderttausende pro-syrischer Demonstranten vor dem Beiruter Regierungspalast und kesselten die Minister ein. Die Hisbollah-Sympathisanten verlangen den Rücktritt der vom Westen unterstützten Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora.

Bagdad
Bagdad
Ausgangssperre nach Anschlagsserie

Nach einer blutigen Anschlagsserie in Bagdad mit mehr als 200 Toten gilt in der irakischen Hauptstadt eine Ausgangssperre; auch der Flughafen wurde gesperrt. Mehrere Autobomben waren im Schiiten-Viertel Sadr City explodiert.

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