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19. Januar 2009, 13:41 Uhr

Verwirrung um angeblichen Asylantrag

Montasser al Saidi, der irakische Journalist, der mit seiner Schuhwurf-Attacke auf US-Präsident George W. Bush Weltruhm erlangt hat, will angeblich politisches Asyl in der Schweiz beantragen. Das behauptet zumindest ein Schweizer Anwalt, doch Saidis Familie dementiert.

Schuhwerfer, Bagdad, Bush, Irak, Asyl

Demonstranten halten ein Bild von Montasser al Saidi hoch: Der inhaftierte Journalist hat politische Asyl in der Schweiz beantragt© Ahmad al Rubaye/AFP

Der international als Schuhwerfer von Bagdad bekanntgewordene irakische Journalist Montasser al Saidi will angeblich politisches Asyl in der Schweiz beantragen. Das Büro des Genfer Anwalts Mauro Poggia bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Genfer Zeitung "Tribune de Genève". Seine Familie wies dies dagegen als "Lüge" zurück. Der 29-Jährige hatte Mitte Dezember mit seinen Schuhen nach US-Präsident George W. Bush geworfen und damit weltweit für Aufsehen gesorgt.

"Diese Nachricht entbehrt jeder Grundlage, Montasser hat keinen Antrag auf politisches Asyl gestellt. Das ist eine Lüge", sagte sein jüngerer Bruder Maitham al Saidi in Bagdad zu dem Bericht. Die Familie sei lediglich von einer Gruppe von Anwälten aus Genf kontaktiert worden, die ihr angeboten habe, sich an der Verteidigung des Journalisten zu beteiligen. "Das haben wir nicht abgelehnt."

Das Büro Poggias hatte zuvor den Zeitungsbericht bestätigt, demzufolge der wegen der Wurfattacke inhaftierte 29-Jährige im Gefängnis um sein Leben fürchtet. Er werde schikaniert und habe eine Verletzung am Auge und Rippenbrüche davon getragen, erklärte Poggia unter Berufung auf den irakischen Anwalt des Journalisten. Auch könne er im Irak nicht mehr seinem Beruf nachgehen, da er sehr kritisch gegenüber der gegenwärtigen Regierung eingestellt sei.

"Sein Leben kann zur Hölle für ihn werden"

Poggia sagte, er werde noch in dieser Woche an das Schweizer Außenministerium schreiben, um eine Unterstützung des Asylantrags zu erreichen. Die Familie al Saidi sehe die Schweiz als Land des Friedens und der Menschenrechte.

Der Junggeselle al Saidi könne dann in Genf bei den Vereinten Nationen als Journalist arbeiten, meinte der Anwalt. Im Irak sei der Mann auf das Wohlwollen aller Arten von Extremisten angewiesen, die unter anderem aus ihm einen Märtyrer für die Leiden einen ganzen Volkes machen wollten. "Sein Leben kann in seinem Heimatland zur Hölle für ihn werden."

Al Saidi wartet in Bagdad auf seinen Prozess. Das Verfahren sollte ursprünglich am 31. Dezember beginnen, wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben, weil noch nicht feststeht, welche Vorwürfe gegen al Saidi erhoben werden. Der Fernsehjournalist sollte eigentlich wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsgastes angeklagt werden.

Al Saidi hatte am 14. Dezember bei einer Pressekonferenz mit Bush und dem irakischen Regierungschef Nuri al Maliki seine Schuhe auf das amerikanische Staatsoberhaupt geschleudert und dabei in arabischer Sprache gerufen: "Das ist Dein Abschiedskuss, Du Hund! Das ist von den Witwen, den Waisen und all denen, die im Irak getötet wurden!" Die Aktion ließ al Saidi im Irak zu einer Art Volksheld werden. Tausende Menschen demonstrierten für seine Freilassung.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
vegefranz (19.01.2009, 15:32 Uhr)
er könnte als Schuhbelastungs-Tester arbeiten....
und in der Salamander-Schuhfabrik den ganzen Tag Schuhe an die Wand werfen. Der Schuhhersteller wüsste dann, wie lange die Schuhe halten
Helmut.K (19.01.2009, 14:17 Uhr)
@tobix
ja genau.. einfach umdrehen und gehen.. ich wette das würdest du auch versuchen wenn dich jmd anzocken würde.. ^^ ..wegen leuten wie DIR, denken mache hierzulande man könnte machen was man will..die deutschen wehren sich garnicht.. sagt man dann.. tolle leistung herr intellekt
fitzvanthom (19.01.2009, 13:45 Uhr)
Ich hab einen begehbaren
Schuhschrank, da kann er erstmal wohnen...
tobix (19.01.2009, 12:51 Uhr)
@Helmut.K
Wenn du das schon als "gebildet tust" bezeichnest und dann noch so freundliche Formulierungen wie "schalt dein Hirn vorher ein" bringst, dann lassen wir die Diskussion lieber.
TheWurst (19.01.2009, 12:27 Uhr)
Nobelpreis
Da ist was dran, den Nobelpreis für Dämlichkeit hätte der gute Mann wirklich verdient...
Helmut.K (19.01.2009, 12:23 Uhr)
@tobix
genau das meine ich.. wenn jmd dabei ist deine mutter oder deine schwester umzubringen, würdest du dann ihn mit worten versuchen davon abzubringen ??? weil sonst begibst du dich auf seine "ebene" ???
wenne schon so gebildet tust, dann schalt dein hirn vorher ein !! .. sogar schon die alten griechen wussten, dass mit manchen zeitgenossen einfach nichts zu bewegen ist mit worten.. und bush, die feige ratte, hat auf jeden fall allen schmah dieser welt verdient! .. jmd der tausende von menschenleben opfert aus niederträchtigen gründen: EIGENNÜTZIGE HABGIER !! .. solche leiute sollte man am pfahl auf m markplatz aufstellen und nicht dank dimplomatischer immunität noch eine plattform für seinen rechtfertigungsscheiss bieten !!
tobix (19.01.2009, 11:55 Uhr)
@Helmut.K
Viele würden gerne verschiedenes mit Bush machen. Aber man hält sich nicht nur aus Feigheit zurück, sondern auch weil ein körperlicher Angriff nicht dem demokratischen Geist entspricht - man begibt sich auf die Ebene, die man kritisiert.
.
Und den Nobelpreis... bekommen den auch die Attentäter, die US-Soldaten (und Zivilisten) an Kontrollpunkten in die Luft sprengen?
Helmut.K (19.01.2009, 11:51 Uhr)
wie behindert sind denn bitte die kommetare hier ?
.. der schuhwerfer hat DAS getan was viele, vor allem viele dummschwätzer hierzulande, nur zu gerne tun würden aber sich nicht trauen würden !! .. für diese akktion sollte er den nobelpreis verloehen bekommen !!! LASST IHN FREI !! .. oder nach deutschland !!
undjetztnochder (19.01.2009, 11:51 Uhr)
Asyl in den USA
Warum beantragt er kein Asyl in den USA? - Also Mal im Ernst. Bei aller berechtigter Kritik an Bush: Schuhe werfen geht nicht, und schon mal gar nicht auf einer Pressekonferenz. Sonst wird diese wichtige Einrichtung einer demokratischen Mediengesellschaft wegen solcher Hitzköpfe auch noch beschnitten. Kritik geht anders - und von einem Journalisten erwarte ich, dass er das auch weiß - selbst wenn er Araber ist.
TheWurst (19.01.2009, 11:42 Uhr)
Ja ja...
was ein mutiger Volksheld...
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