10. September 2012, 12:38 Uhr

Griechenland prüft Reparationsansprüche an Berlin

Die Regierung in Athen lässt prüfen, ob Deutschland zu Reparationszahlungen für die Gräuel des Zweiten Weltkriegs verpflichtet ist. Dass das Thema gerade jetzt auf die Agenda kommt, ist kein Zufall.

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Ließ eine Arbeitsgruppe zum Thema Reparationszahlungen einrichten: der stellvertretende griechische Finanzminister Christos Staikouras©

Griechenland sucht nach Wegen, Deutschland wegen Gräueltaten und Zerstörungen während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg zur Kasse zu bitten. Das Finanzministerium will in seinen Archiven nach Dokumenten fahnden, die Reparationsforderungen begründen könnten. Die vom stellvertretenden Finanzminister Christos Staikouras eingerichtete Arbeitsgruppe solle bis zum Ende des Jahres ihre Ergebnisse vorlegen, teilte das Finanzministerium am Montag mit.

Die Koalitionsregierung unter dem konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras steht im Parlament unter Druck. Sowohl die linke als auch die rechte Opposition fordern Klärung des Themas der Reparationen. Deutschland wird von vielen Griechen für den Zwang zur Sparpolitik verantwortlich gemacht.

Das griechische Außenministerium hatte sich zuletzt im März zu diesem Thema geäußert. Damals hieß es, Athen sei von seinen Forderungen nie zurückgetreten. Die Forderungen müssten aber "zur richtigen Zeit und nach guter Vorbereitung" gestellt werden. Die Bundesregierung hat Reparationsforderungen mehrfach als bereits abgegolten zurückgewiesen.

kng/DPA
 
 
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