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UN-Sondertribunal verliest Urteil gegen Charles Taylor

Er soll eine Rebellentruppe unterstützt haben, die tausenden Zivilisten Gliedmaßen abhackte, und dafür geraubte "Blutdiamanten" erhalten haben. Nach fünf Jahren wird am heutigen Donnerstag das Urteil des UN-Sondertribunals gegen Liberias Ex-Präsidenten Charles Taylor erwartet.

Das UN-Sondertribunal zu Sierra Leone hat am Donnerstag damit begonnen, das Urteil gegen den liberianischen Ex-Diktator Charles Taylor zu verlesen. Taylor ist in elf Punkten angeklagt, darunter Mord, Rekrutierung von Kindersoldaten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Vorerst geht es um die Schuldfrage und noch nicht um ein mögliches Strafmaß.

Taylor war 2006 festgenommen worden. Er soll in Sierra Leone die brutale Rebellengruppe "Revolutionäre Vereinigte Front" (RUF) im Gegenzug für so genannte "Blutdiamanten" mit Waffen ausgerüstet haben.

Wird der 64-Jährige schuldig gesprochen, wäre er das erste ehemalige afrikanische Staatsoberhaupt, das von einem internationalen Gericht zur Verantwortung gezogen wird. In dem Kriegsverbrecher-Prozess, der im Juni 2007 begann und unter anderem durch Zeugenaussagen des britischen Models Naomi Campbell sowie der US-Schauspielerin Mia Farrow Aufsehen erregte, war Taylor in insgesamt elf Punkten angeklagt. Er hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen und sich als Opfer einer internationalen Intrige dargestellt.

jwi/DPA/DPA

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