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12. Dezember 2007, 13:11 Uhr

Blocher fällt durch

Der umstrittene Rechtspopulist Christoph Blocher wird vorerst kein Mitglied der Schweizer Regierung. Überraschend bekam er vom zuständigen Wahlgremium nicht die erforderlichen Stimmen. Den Posten könnte nun seine Parteikollegin Eveline Widmer-Schlumpf übernehmen.

Vereidigung der neuen Schweizer Regierung: Zweite von Rechts, die neue Kanzlerin Casanova© Alessandro della Valle/AP

Der umstrittene Spitzenkandidat der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), Christoph Blocher, wird der neuen siebenköpfigen Schweizer Regierung zunächst nicht angehören. Auch im zweiten Wahlgang hatte der Populist überraschend im Parlament nicht die notwendige absolute Mehrheit bekommen. Die sechs anderen Regierungsmitglieder wurden wiedergewählt, darunter auch SVP-Verteidigungsminister Samuel Schmid.

Nichtwahl Blochers könnte Krise nach sich ziehen

Unklar war zunächst, ob und wann es einen noch möglichen dritten Wahlgang geben wird. Wird Blocher erneut nicht gewählt, will die SVP, die mit einem Stimmenanteil von 29 Prozent im Oktober die Parlamentswahlen dominiert hatte, nach bisherigen Aussagen in die Opposition gehen. Schon jetzt gehen Kommentatoren davon aus, dass die Nichtwahl Blochers die Schweiz in eine tiefe politische Krise stürzen wird. Statt Blocher bekam seine Parteikollegin Eveline Widmer-Schlumpf eine absolute Mehrheit und ist damit theoretisch Regierungsmitglied.

Sie war von den Sozialdemokraten und den Grünen als Bewerberin aufgestellt worden. Beobachter gingen davon aus, dass die Politikerin aus dem Kanton Graubünden die Wahl nicht annehmen wird. Sie hielt sich zunächst nicht in Bern auf.

Corina Casanova ist die neue Bundeskanzlerin der Schweiz. Die Politikerin der Christdemokraten und bisherige Vizekanzlerin bekam in der Vereinigten Bundesversammlung im ersten Wahlgang 124 Stimmen, eine Stimme mehr als notwenig.

Die siebenköpfige Schweizer Regierung, der Bundesrat, wird vom Parlament bestimmt und besteht seit 1959 praktisch aus Mitgliedern der vier großen Parteien SVP, Christ-, Frei- und Sozialdemokraten.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
davidherzig (12.12.2007, 20:44 Uhr)
ich muss einigen recht geben!
ich bin schweizer und kann getrost sagen: die bundeskanzlerin ist in der schweiz so etwas wie die sekretärin der regierung. einen kanzler à la merkel gibt es nicht. die 7 regierungsmitglieder (sie werden bundesrat genannt) regieren gemeinsam. der jährlich gewählte bundespräsident leitet nur die sitzungen des bundesrates und nimmt repräsentative aufgaben wahr.
ich muss einigen schreibern recht geben: es erstaunt schon sehr, dass der stern das helvetische regierungssystem nicht kennt. ich hoffe sehr, dass die redaktion nicht noch mal die hitler-tagebücher findet...
FerkelOhneM (12.12.2007, 19:48 Uhr)
Anonymus
DPA/AP/Reuters?
Der/die Autor(e/I)n haben allen Grund, sich hinter einem allumfassenden Namen zu verstecken.
Avalon05 (12.12.2007, 18:25 Uhr)
Casanova
Casanova ist weder ein Sex-Proz noch hat sie zu regieren. Sie steht der Bundeskanzlei vor...
gnuq (12.12.2007, 18:19 Uhr)
Dümmer als die Bild-Zeitung
Der Artikel ist immer noch dumm wie Brot. Während man vom "stern" erwarten kann, dass er den Unterschied zwischen einer schweizerischen Bundeskanzlerin und einer deutschen Bundeskanzlerin kennt, kann man das vom (deutschen) stern.de-Leser nicht erwarten. Deshalb ist es irreführend, wenn es unter der Überschrift "Eine Casanova für die Regierung" heißt: "Zur neuen Bundeskanzlerin wurde die Christdemokratin Corina Casanova gewählt. Corina Casanova ist die neue Bundeskanzlerin der Schweiz. Die Politikerin der Christdemokraten und bisherige Vizekanzlerin bekam in der Vereinigten Bundesversammlung im ersten Wahlgang 124 Stimmen, eine Stimme mehr als notwenig [sic!]". Ohne irgendeinen Kommentar zu der Funktion der Ämter Bundeskanzler/Vizekanzler.
Warum dümmer als die Bild Zeitung? Weil die meist Fehler in ihrer Online-Ausgabe relativ schnell berichtigt.
Aber hier geht es wohl nur darum, auf Teufel komm raus die Wörter "Casanova" und "Schweiz" in einer Überschrift unterzubringen.
Um es mal ganz deutlich zu sagen: Die Nachricht, dass Frau Casanova Bundeskanzlerin ist, ist weder überraschend noch außerhalb von Berner Beamtenkreisen von irgendeinem Interesse. Ach ja, außer natürlich dem ach so lustigen Namen. Die Schweizer Besucher hier wissen nicht, ob sie über so viel Dummheit lachen oder weinen sollen.
Yazid (12.12.2007, 17:10 Uhr)
an albundy69
Sehr geehrter albundy69. Ich habe nun schon verschiedentlich Ihre undifferenzierten und unsachlichen Kommentare lesen müssen. Wie wäre es, wenn Sie sich zur Abwechslung etwas zurückhalten würden? Man wäre Ihnen sehr verbunden und Selbstkritik hat ja bekanntlich auch noch niemandem geschadet. Danke.
albundy69 (12.12.2007, 16:39 Uhr)
Aber hallo, ............................
.....wie ist es denn um dass ach so gepriesene Demokratieverständniss der Schweizer bestellt, wenn der Spitzenkandidat der grössten Partei von Linken, Verrätern und linken Kanalratten aus rein taktischen Gründen nicht gewählt wird. Dieser Kommentar beinhaltet ebenfalls die Mitsegler, die auf der "Welle Blocher" ins Parlament kamen, um hier in "geheimer Wahl" zum Brudermörder zu werden. EKELIG !!!!!
lucchi (12.12.2007, 14:22 Uhr)
Unseriöse Arbeit
..wenn nicht einmal derart einfache Fakten richtig sind, wie schlimm muss es dann um "Stern-Informationen" aus weit entfernten Ländern stehen???
Yazid (12.12.2007, 14:16 Uhr)
Hm...
Verwunderlich. Irgendwie verwunderlich. Sind denn wirklich alle Journalisten in Ihrem Hause, die auch nur minimale Kenntnisse des Schweizerischen Politsystemes besitzen, bereits im Weihnachtsurlaub? Man ist sich bessere Recherche von Ihnen gewohnt. Peinlich.
Diaula (12.12.2007, 13:51 Uhr)
Oh heilige Einfalt
Casanova "regiert" die Schweiz keinesfalls.
Die "Bundeskanzlerin" ist in der Schweiz ein eher subalterner Posten, eine Art Bürochef des Kabinetts.
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