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Nordkorea droht mit "ultra-hartem Reaktionskrieg"

Pjöngjang bestreitet vehement die US-Vorwürfe, hinter dem Hackerangriff auf Sony zu stecken. Nun droht das Regime mit "härtesten Gegenaktionen auf das Weiße Haus, das Pentagon und das ganze Land".

  Die US-Sicherheitsbehörde FBI glaubt, eindeutige Hinweise dafür zu haben, dass Nordkorea hinter der Attacke auf Sony steckt. Pjöngjang weist die Anschuldigungen Washingtons zurück.

Die US-Sicherheitsbehörde FBI glaubt, eindeutige Hinweise dafür zu haben, dass Nordkorea hinter der Attacke auf Sony steckt. Pjöngjang weist die Anschuldigungen Washingtons zurück.

Im Streit um die Cyber-Attacke gegen das Filmstudio Sony Pictures hat das kommunistische Regime Nordkoreas seinen Ton gegenüber den USA verschärft. Die Nationale Verteidigungskommission warnte am Sonntag, "die Streitkräfte und die Bevölkerung sind zu einer Konfrontation mit den USA in allen Kriegsbereichen einschließlich des Cyber-Kriegsraums bereit, um diese Zitadellen in die Luft zu sprengen."

Die härteste Gegenaktion werde sich offen gegen das Weiße Haus, das Pentagon und das gesamte US-Festland richten, hieß es in der von den Staatsmedien auf Englisch veröffentlichten Erklärung.

Das mächtigste Entscheidungsgremium des Landes bekräftigte, Nordkorea habe nichts mit dem Hacker-Angriff zu tun. In der koreanischsprachigen Version hatte Nordkorea mit einem "ultra-harten Reaktionskrieg" gegen die USA gedroht.

Nordkorea wieder auf Liste der Terrorunterstützer?

Nordkorea reagierte damit auf die Anschuldigung der USA, Pjöngjang stecke hinter dem Hacker-Angriff. Als Strafe für die Hacker-Attacke auf Sony erwägen die USA, Nordkorea nach sechs Jahren wieder auf die Liste der Terrorunterstützerstaaten zu setzen. Ein solcher Schritt werde bereits geprüft, sagte Präsident Barack Obama am Sonntag dem Nachrichtensender CNN. Zugleich stellte er klar, dass Washington den Cyberangriff auf Sony Pictures wegen der Polit-Posse "The Interview" nicht als "Kriegsakt" einstufe, sondern als Vandalismus.

Das Weiße Haus reagiert damit auf eine Forderung des einflussreichen Senators Robert Menendez an das Außenministerium, das in der Frage maßgeblich ist. Der demokratische Politiker sieht in dem Hacker-Angriff einen "gefährlichen Präzedenzfall" für eine Cyberattacke, die einer großen internationalen Firma enormen Schaden verursachen könne.

Die Attacke anonymer Hacker und mysteriöse Anschlagsdrohungen auf US-Kinos hatten Sony bewogen, den für kommenden Donnerstag geplanten Filmstart abzublasen. Dem Konzern entstand dadurch nach Expertenschätzung ein Schaden von einer halben Milliarde Dollar. Nach Erkenntnissen des FBI steht die Regierung in Pjöngjang hinter dem Angriff.

Die USA hatten Nordkorea 2008 von der Liste der Terrorunterstützer gestrichen. Zur Zeit stehen dort der Iran, der Sudan und Syrien sowie Kuba. Havanna soll aber nach der jüngsten Aussöhnungsoffensive zwischen beiden Staaten auf Wunsch Obamas von der Liste genommen werden.

China soll helfen

Zur Abwehr künftiger Cyberattacken wollen die USA offenbar den Erzrivalen und Nordkorea-Verbündeten China ins Boot holen. Peking sei um "Zusammenarbeit" gebeten worden, sagte ein hoher US-Regierungsvertreter. Eine entsprechende Anfrage sei bei gemeinsamen Gesprächen über Internetsicherheit gestellt worden. Washington und Peking seien sich einig, dass "zerstörerische Angriffe im Cyberspace außerhalb der Normen angemessenen Cyber-Verhaltens stehen". Eine engere Zusammenarbeit auf dem Gebiet ist brisant, da sich beide Regierungen gegenseitig etwa der Industriespionage im weltweiten Datennetz verdächtigen.

Im Zentrum der ganzen Affäre steht eine Gruppe mit dem Namen Guardians of Peace (GOP), die Ende November einen Cyberangriff auf Sony gestartet und interne Dokumente und E-Mails veröffentlicht hatte. Vor einigen Tagen sprach die Gruppe wegen der Parodie "The Interview", in der es um ein angebliches Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht, ominöse Drohungen aus und erinnerte an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Mehrere Kinoketten entschieden daraufhin, den Film aus dem Programm zu nehmen - woraufhin Sony den Kinostart komplett absagte.

ivi/AFP/Reuters/Reuters
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