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Hartes Urteil sorgt bei Clinton für Unmut

"Ich bin zutiefst enttäuscht", sagte US- Außenministerin Hillary Clinton nach dem Urteil: Im Iran ist eine amerikanische Journalistin wegen angeblicher Spionage im Eil-Verfahren zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Washington will die Entscheidung nicht akzeptieren.

Eine amerikanische Journalistin ist nach Angaben ihres Anwalts im Iran wegen Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Verteidiger Abdolsamad Chorramschahi kündigte am Samstag an, das Urteil gegen Roxana Saberi anfechten zu wollen. Das Gerichtsverfahren war am Montag mit ungewöhnlicher Eile und hinter verschlossenen Türen abgehandelt worden. Der Fall droht die jüngste politische Annäherung zwischen den USA und dem Iran im Atomstreit zu überschatten.

"Ich bin zutiefst enttäuscht", sagte US- Außenministerin Hillary Clinton. "Wir werden der iranischen Regierung weiterhin energisch unsere Besorgnis deutlich machen." Clinton hatte Ende März bei einer Afghanistan-Konferenz in Den Haag den Iranern einen Brief übergeben, in dem die Freilassung Saberis verlangt wurde. Washington bemühe sich derzeit, Einzelheiten der Gerichtsentscheidung zu erhalten und für das Wohlergehen der Verurteilten zu sorgen.

Die 31-jährige Saberi wurde Ende Januar festgenommen. Damals hieß es, ihre Akkreditierung sei abgelaufen. Anfang April wurde sie dann wegen Spionage angeklagt. In einem Telefonat mit ihrem Vater hatte die Journalistin erklärt, sie sei nach dem Kauf einer Flasche Wein festgenommen worden. Saberi hat eine doppelte Staatsangehörigkeit und lebt seit sechs Jahren im Iran. Sie berichtete für mehrere Medien, darunter den britischen Rundfunksender BBC und das National Public Radio (NPR) der USA.

Journalisten-Organisation fordert Freilassung

Washington hat die Anschuldigungen gegen Saberi als grundlos bezeichnet und ebenso wie mehrere Menschenrechtsorganisationen die Freilassung der Journalistin gefordert. Das Außenministerium hatte am Donnerstag erklärt, auf ein "positives" Verhalten Teherans in dem Fall würden die USA mit Wohlwollen reagieren.

Menschenrechtler haben den Iran mehrfach wegen der Festnahme von Journalisten und der Unterdrückung der Medienfreiheit kritisiert. Auch das in New York ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) kritisierte das Urteil am Samstag. Das Verfahren gegen Saberi sei nicht ausreichend transparent gewesen, hieß es in einer Erklärung. Die Journalisten-Organisation forderte die iranischen Behörden auf, Saberi gegen Kaution freizulassen.

DPA/AP/AP/DPA
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