In Sri Lanka eskaliert der Bürgerkrieg zwischen Tamilen-Rebellen und Regierungsarmee. Bis zu 250.000 Zivilisten befinden sich zwischen den Fronten, nun wurde sogar ein Krankenhaus beschossen. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten zu den Hintergründen des Konflikts.

Zivilisten unter Beschuss: Ein Vater hält seinen Sohn im Arm, der bei Gefechten zwischen tamilischen Rebellen und der Regierungsarmee von Sri Lanka verwundet wurde© AP
Die srilankische Armee hat nach Angaben des Roten Kreuzes bei den Kämpfen im Norden des Landes ein Krankenhaus beschossen. Bei dem Angriff seien mindestens neun Menschen getötet und weitere 20 verletzt worden, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit.
Die Armeeführung wies die Vorwürfe zurück und machte die Tamilen-Rebellen für den Zwischenfall verantwortlich. Diese kontrollieren das Gebiet, in dem das Krankenhaus steht. Die "Befreiungstiger von Tamil Eelam" äußerten sich zunächst nicht zu dem Beschuss; eine den Rebellen nahestehende Internetseite beschuldigte allerdings die Regierung.
Bis zu 250.000 Zivilisten gefährdetEin IKRK-Vertreter zeigte sich schockiert, dass das Krankenhaus schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen getroffen worden sei. Ein Sprecher der Vereinten Nationen sagte, es habe wahrscheinlich viele Opfer gegeben, weil das Krankenhaus zum Zeitpunkt des Angriffs überfüllt gewesen sei.
Der Bürgerkrieg zwischen den Tamilen-Rebellen im Norden Sri Lankas und den Regierungstruppen dauert seit 1983 an. In jüngster Zeit hat die srilankische Armee die Aufständischen weit zurückgedrängt und auf einem Gebiet von nur noch 300 Quadratkilometern eingekreist. International wächst die Sorge um die in der Krisenregion eingeschlossenen Menschen. Die Regierung bezeichnet die von Hilfsorganisationen genannte Zahl von 250.000 gefährdeten Zivilisten als übertrieben.
DPA/Reuters