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15. Juni 2006, 08:38 Uhr

Linienbus mit Landmine gesprengt

Mindestens 64 Tote und dutzende Verletzte hat der Anschlag auf einen Linienbus im Nordosten Sri Lankas gefordert. Direkt nach dem Anschlag bombardierte die Luftwaffe ein Rebellengebiet.

Die tamilische Bevölkerung ist vor allem in Norden und Osten Sri Lankas angesiedelt© stern.de-Infografik

Bei einem Anschlag mit einer Landmine auf einen Bus sind in Sri Lanka mindestens 64 Menschen ums Leben gekommenm, darunter acht Kinder. Mehr als 70 Menschen seien bei der Explosion einer Mine in dem südasiatischen Inselstaat verletzt worden, 20 davon schwer, sagte Regierungssprecher Keheliya Rambukwella. In dem Bus waren Pendler auf dem Weg zur Arbeit und viele Schulkinder. Der Regierungssprecher sagte, mit dem "brutalen Anschlag" habe die LTTE Spannungen zwischen Tamilen und Singhalesen schüren wollen.

Luftangriffe auf Rebellen

Bisher bekannte sich niemand zu dem Terrorakt. Die srilankischen Streitkräfte machten jedoch die tamilischen Rebellen für die Explosion verantwortlich. Die "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) wiesen die Verantwortung ihrerseits paramilitärischen Truppen zu, die nach Ansicht der Rebellen von der Regierung unterstützt werden. Ihr Ziel sei der Terror, sagte Militärsprecher Brigadegeneral Prasad Samarasinghe. Es war das schwerste Attentat seit Anfang 2002, als die Regierung und die Rebellenorganisation LTTE einen Waffenstillstand beschlossen hatten, der sich jedoch als brüchig erwies.

Unmittelbar nach dem Anschlag bombardierte die Luftwaffe Sri Lankas nach LTTE-Angaben die Stadt Mullaittivu im Rebellengebiet im Nordosten der Insel. Das Gebiet sei mit Artillerie angegriffen worden, meldete der den Rebellen nahestehende Internetdienst Tamilnet. Über Opferzahlen der Angriffe war zunächst nichts bekannt.

Zu dem Anschlag auf den Bus kam es rund 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo in einem Gebiet, das von der Regierung kontrolliert wird. Zwischen den LTTE-Rebellen und der Regierung gilt seit Anfang 2002 ein zunehmend brüchiger Waffenstillstand. Allein in den vergangenen sechs Monaten wurden mehr als 700 Menschen getötet, darunter Zivilisten, Soldaten und Rebellen.

DPA/AP
 
 
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