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Die Nato wird vorerst nicht mehr mit Russland im gemeinsamen Nato-Russland-Rat zusammenarbeiten - zumindest so lange, bis Moskau seine Truppen vollständig aus Georgien abgezogen hat. Unterdessen haben die Russen mit dem Abzug begonnen: Eine erste Kolonne hat die Stadt Gori verlassen.
Auf Georgiens wichtigster Ost-West-Bahnstrecke ist am Sonntag ein mit Treibstoff beladener Zug explodiert. An der Unglückstelle fünf Kilometer westlich der Stadt Gori stieg aus dem Zugwrack schwarzer Rauch auf, der kilometerweit zu sehen war. Verletzt wurde offenbar niemand.
Im Streit um den Kaukasus-Konflikt wird der Ton zwischen der Nato und Russland schärfer: Das Bündnis macht eine weitere Zusammenarbeit mit Moskau davon abhängig, dass die Regierung ihre Truppen aus Georgien abzieht. Bis dahin liegen weitere Gespräche auf Eis. Die Reaktion aus Russland kam prompt.
Auf den militärischen Krieg folgt nun der juristische: Russland hat 100 Ermittler nach Georgien geschickt, die Beweise für einen Völkermord durch Georgien sammeln sollen. Georgien wiederum will gegen Russland vor den Internationalen Gerichtshof ziehen.
Die Lage in Georgien wird immer unübersichtlicher: Trotz der Einigung auf einen Friedensplan meldet Georgien einen Panzervorstoß sowie Bombardements auf die Stadt Gori. Russland dementiert die Angriffe. US-Präsident George W. Bush kritisierte die Russen dennoch scharf.
Trotz der Einigung auf einen Friedensplan sind nach georgischen Angaben 50 russische Panzer in die strategisch wichtige Stadt Gori eingerückt. Neuer Ärger droht auch von Seiten der selbsternannten Regierungen der abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien.
Gefährliche Fiktion: Ein gefälschter Fernsehbericht über einen Einmarsch russischer Truppen in der Südkaukasusrepublik sowie den Tod des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili hat am Samstagabend viele Georgier in Angst und Schrecken versetzt.
Die Beobachter der Europäischen Union in Georgien sind am ersten Einsatztag nicht behindert worden. Sie sollen die Waffenruhe nach dem Krieg um die abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien überwachen. Allerdings will Russland verhindern, dass die EU-Vertreter die Provinzen betreten.
Auf ihrem Krisengipfel in Brüssel versuchen die EU-Regierungen, eine einheitliche Linie gegenüber Russland und dem Kaukasus-Konflikt festzulegen. Im stern.de-Interview erläutert der Europaabgeordnete Elmar Brok, weshalb für die Europäer so viel auf dem Spiel steht.
Die Bundesregierung hat Russland aufgefordert, den Abzug aus Georgien "jetzt unverzüglich" zu vollenden. Kanzlerin Merkel regte außerdem eine Nachbarschaftskonferenz an. Unterdessen kontrollieren russische Truppen weiterhin die georgische Hafenstadt Poti.
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