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26. Januar 2011, 09:54 Uhr

"Historische Wegmarke" für die atomare Abrüstung

Die letzte Hürde ist überwunden. Der russische Föderationsrat hat dem Start-Vertrag zugestimmt. Zuvor hatten bereits der US-Senat und der Staatsduma das neue bilaterale Abrüstungsabkommen gebilligt.

Der neue START-Abrüstungsvertrag hat im russischen Parlament die letzte Hürde bei der Ratifizierung genommen. Einen Tag nach der Duma stimmte am Mittwoch auch der Föderationsrat, das russische Oberhaus, dem Abkommen zu. Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, wurde der START-Vertrag von den 137 anwesenden Mitgliedern des Föderationsrats einstimmig ratifiziert.

US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Dmitri Medwedew hatten das Abkommen im April 2010 unterzeichnet. Es sieht unter anderem die Obergrenze von je 1550 einsatzbereiten Atomsprengköpfen auf beiden Seiten vor. Zudem erlaubt der Vertrag die Wiederaufnahme der gegenseitigen Inspektionen der Atomarsenale, die Ende 2009 unterbrochen wurden. Der US-Senat billigte das historische Abkommen bereits im Dezember.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sah darin eine "historische Wegmarke". Das von kremltreuen Kräften dominierte Oberhaus des Parlaments in Moskau sprach sich einstimmig für die Ratifizierung des Vertrags zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen (Start) aus, wie russische Agenturen am Mittwoch meldeten.

"Im Interesse unserer eigenen und der internationalen Sicherheit muss verhindert werden, dass immer mehr Staaten und am Ende gar Terroristen in den Besitz von Atomwaffen kommen", sagte Westerwelle in Berlin. Nach Einschätzung der Bundesregierung war das Jahr 2010 ein erfolgreiches Jahr für die Abrüstung und die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Das geht aus dem Jahresabrüstungsbericht hervor, den das Kabinett am Mittwoch billigte.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel nannte die Ratifizierung des Start-Vertrags eine "gute Nachricht für die internationale Sicherheit und Stabilität". Der Vertrag werde einen wichtigen Beitrag leisten, um Transparenz, Vorhersehbarkeit und Zusammenarbeit zu stärken.

Das umfassendste Abrüstungsabkommen seit zwei Jahrzehnten sei keine Bedrohung für die russischen Sicherheitsinteressen, sagte Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow. Die Staatsduma hatte dem Start-Vertrag am Vortag zugestimmt. Der US-Senat hatte bereits vor Weihnachten das Abkommen ratifiziert.

Der Vertrag verpflichtet beide Staaten, die Zahl der stationierten nuklearen Sprengköpfe in den nächsten sieben Jahren von je 2200 auf 1550 zu reduzieren. Die Zahl der einsatzbereiten Trägersysteme soll auf je 700 mehr als halbiert werden.

Moskau will den Start-Vertrag aber nur erfüllen, wenn die Sicherheit des Landes nicht durch neue US-Rüstungsinitiativen bedroht werde. Wegen früherer US-Pläne für eine Raketenabwehr in Mitteleuropa hatte Russland die Ratifizierung des 1993 unterzeichneten Start-II-Vertrags platzen lassen.

liri/AFP/DPA
 
 
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