"Patriot"-Einsatz mit bis zu 400 deutschen Soldaten

6. Dezember 2012, 06:51 Uhr

Deutschland steht der Türkei im Syrien-Konflikt mit "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln bei. Das Kabinett will bis zu 400 Soldaten dafür abstellen.

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Auch deutsche "Patriot"-Flugabwehrsysteme werden an der türkischen Grenze zu Syrien zum Einsatz kommen.©

Die Bundesregierung will bis zu 400 Bundeswehrsoldaten zum Schutz vor Angriffen aus Syrien in die Türkei schicken. Das Kabinett billigte die Entsendung von "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln am Donnerstag. Der Bundestag soll bereits kommende Woche über die Mission abstimmen, an der sich auch die USA und die Niederlande beteiligen wollen. "Die Türkei ist der gegenwärtig vom Syrien-Konflikt am stärksten betroffene Nato-Partner", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt. Der Einsatz unterstreiche die Verlässlichkeit Deutschlands als Bündnispartner.

Mit dem Mandat soll auch der Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen abgedeckt werden, die ohnehin schon in der Region stationiert sind. Die Hightech-Flieger sind zu einem großen Teil mit deutschen Soldaten besetzt. Zu einer "Patriot"-Batterie gehören bis zu acht mobile Abschussrampen mit jeweils bis zu acht Raketen, ein Radargerät und ein Gefechtsstand. Für den Betrieb sind etwa 85 Soldaten notwendig.

Einsatz soll nur Türkei schützen

Die Nato hatte die Entsendung der "Patriot"-Einheiten am Dienstag beschlossen. Die Außenminister warnten das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zugleich vor einem Angriff auf das Nato-Mitglied Türkei.

Die Regierung in Ankara hatte die Nato nach wiederholten Granateinschlägen in ihrem Grenzgebiet zu Syrien um Hilfe gebeten. Die "Patriot"-Raketen mit einer Reichweite von 68 Kilometern sind für die Abwehr von Flugzeug-, Raketen oder Drohnenangriffen geeignet. Der Einsatz soll ausschließlich dem Schutz türkischen Gebiets dienen. Zur Durchsetzung einer Flugsverbotszone über Syrien dürfen die "Patriot"-Raketen nicht eingesetzt werden.

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