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22. Juli 2009, 09:45 Uhr

Tony Blair würde Mugabe stürzen

Er hat zusammen mit den USA Saddam Hussein gestürzt und würde das Gleiche jetzt mit Robert Mugabe machen - wenn er denn könnte. Der frühere britische Premier Tony Blair im stern-Interview über seine außenpolitischen Prinzipien, seinen Einsatz in Nahost und eine offene Wunde.

Tony Blair, England, Irak

"Wenn Du es kannst, dann solltest du es auch tun": das Credo des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair© Leon Neal/AFP

Tony Blair würde Robert Mugabe stürzen, wenn er die Mittel dazu hätte. "Wenn du es kannst, dann sollst du es auch tun", laute seine Vorstellung von Außenpolitik, sagte der derzeit als möglicher EU-Präsident gehandelte Brite in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. Wer beispielsweise die Möglichkeit habe, den simbabwischen Diktator zu stürzen, "sollte das tun. Der Typ hat sein Land zerstört. Viele Menschen sind gestorben, die nicht hätten sterben müssen. Seinetwegen".

Der Irak-Krieg bleibt für den Briten eine offene Wunde. Auf eine entsprechende Frage antwortete der frühere britische Premierminister im stern: "Ja, damit muss ich leben, weil ich mit den Konsequenzen dieser Entscheidung zu leben habe." Wichtige Beweise zum angeblichen Besitz von Massenvernichtungswaffen hätten sich als "falsch herausgestellt", gesteht Blair in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Magazins ein. "Aber bedauere ich deshalb, Saddam beseitigt zu haben? Offen gestanden: Nein!"

Aufgrund seiner vorbehaltlosen Unterstützung der USA im Irak-Krieg war Blair vor allem in der Nahost-Region heftig kritisiert worden. Dennoch wurde er später zum Unterhändler des sogenannten Nahost-Quartetts, bestehend aus den Vereinten Nationen, der EU, Russland und den USA, ernannt. Er habe sich um den Posten sogar bemüht, sagte Blair dem stern. Seine enge Verbindung zu den USA sei "nie ein Problem" gewesen. "Im Gegenteil, sie ist ein Vorteil." So habe ihm Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gesagt, dass er gerade aufgrund seiner Freundschaft zu den USA und Israel "nützlich" sei. Er kämpfe hart für das, was den Palästinensern zustehe, sagte der frühere Premier dem Magazin. "Aber wenn Israel angegriffen wird, muss es sich verteidigen können."

 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Aquarius2 (22.07.2009, 20:26 Uhr)
Er hat schon genug gestürzt
und zwar im eigenen Land.
Anstatt zu stürzen sollte good old Tony mal etwas aufbauen. Das scheint ihm aber nicht so recht zu liegen ...
galahad610 (22.07.2009, 14:43 Uhr)
moment mal...
so leute,und jetzt mal wieder sachlich werden...
euer aller meinung über ihn steht hier nicht zur debatte,denn der sinn ist ja eigentlich aussagen(des artikels) zu kommentieren...der aufmacher lautet:
blair würde mugabe stürzen (oder wäre dafür das es jemand macht oder es passiert)
...gibt es dazu IRGENDWELCHE einwände?ist hier etwa jemand DAFÜR das mugabe bleibt?DAS ist das was es hier zu kommentieren gilt..jeder bitte erstmal einen grundkurs in dialektik,und der verweis auf völlig sinnfremde threads hat hier ohnehin nix verloren...also an alle:bitte mal wieder zurück zum artikel...und ICH bin DAFÜR das mugabe fliegt...nein,eigentlich nach den haag oder gleich.....
so,jetzt seid IHR dran...und sachlich bleiben!
nightmare_online (22.07.2009, 14:28 Uhr)
@TanniWhite
Da Sie haben aber bei Blairs Verdiensten eines unterschlagen: Er hat Labour in GB genauso systematisch ruiniert wie es Schröder und Konsorten mit der SPD hier in D gemacht haben.
whismerh2 (22.07.2009, 13:19 Uhr)
Dann
würde ich einfach empfehlen, selbst hin zu fahren un seinen großen Sprüchen Taten folgen lassen, das dieser Kriegsverbrecher überhaupt noch eine plattform findet, den Maulhelden zu spielen ist schon erschreckend genug.
TanniWhite (22.07.2009, 12:18 Uhr)
Wer hat denn...
...von den Kommentatoren mal Jahre in England vor, während und nach Blair verbracht? Man muss dabei gewesen sein, um zu kapieren, dass dieser Mensch 1997 das Land komplett umgekrempelt und ins 21. Jahrhundert bugsiert hat. Die einzigen zwei Dinge, die ihm vorzuwerfen sind sind 1. der Irak-Krieg als Bush-Anhängsel (hätte Tony Blair der britischen Nation verkündet, man würde als eigene Kraft in den Krieg ziehen und nicht mit den USA als "großen Bruder", dann würde heute in England kein Mensch mehr von Churchill reden, nur noch von Blair!) und 2. das versprochene Referendum um den Euro hat er nicht gemacht...
Ansonsten hat sich Tony Blair m.E. nichts vorzuwerfen. Und ich denke mal, ich kann das eher beurteilen als andere.
Henning100 (22.07.2009, 12:11 Uhr)
Sieht schon aus wie Napoleon
Wenn ich mir sein Photo oben anschaue: die Pose ist schon gut. Aber er hat einen grossen Widersacher: Sarkozy !! Mal sehen, wer das Rennen macht.
j_w_s (22.07.2009, 11:47 Uhr)
Entsetzen
Für die sog. 1.Welt ist dieses Sendungsbewusstsein typisch.
Das ist nur eine andere Form von Kolonialisierung.
Was weiss Herr Blair schon von gut und böse, richtig und falsch. Das bleibt für ihn alles im Nebel der Arroganz verborgen.
Mastergirl (22.07.2009, 10:08 Uhr)
Heiligenschein auf dem Kopf
Er soll erst mal in seinem eigenen Land für Ordnung sorgen (wenn er denn könnte, er hatte ja in seiner Amtszeit genug Gelegenheit gehabt). Da werden die eigenen Steuerzahler abgezockt (Spesenskandal, gierige Boni-Banker usw...). Erst mal vor der eigenen Haustüre kehren, bevor er sich in der Weltgeschichte so wichtig tut!
 
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