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Putin macht Depardieu zum Russen

Wirklich wahr: Kremlchef Wladimir Putin hat den französischen Schauspieler Gérard Depardieu für dessen Verdienste um die russische Kultur eingebürgert. Die Russen sind darüber geteilter Meinung.

Der französische Schauspieler #Link;http://www.stern.de/kultur/film/gerard-depardieu-90248070t.html;Gérard Depardieu# (64, "Cyrano de Bergerac", "Asterix und Obelix") ist nun Russe. Präsident #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/wladimir-putin-90306459t.html;Wladimir Putin#, 60, verlieh seinem "Freund" mit einem Ukas - einem Präsidentenerlass, der Gesetzesqualität hat - die russische Staatsbürgerschaft, wie der Kreml am Donnerstag mitteilte. Der Schauspieler habe einen "bedeutenden Beitrag" zur russischen Kultur geliefert, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax. Den Einbürgerungsantrag habe der Star "vor nicht allzu langer Zeit über die Botschaft" gestellt."Tatsache ist, dass Depardieu in einer Reihe großer Kinoprojekte mitgespielt hat", sagte Peskow. Dazu zähle auch die Rolle des legendären Zarenberaters und Wunderheilers Rasputin (1869-1916).

Nur 13 Prozent Steuern

Depardieu hatte sich zuvor über hohe Steuern für Reiche in Frankreich beschwert und #Link;http://www.stern.de/lifestyle/leute/gerard-depardieu-der-umzug-geraet-zur-staatsaffaere-1943285.html;seinen Wohnsitz nach Belgien# verlegt. Daraufhin bot ihm Putin bei einer großen Pressekonferenz am 20. Dezember halb im Scherz einen russischen Pass an. Auch Regierungschef #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/dimitri-medwedew-90512812t.html;Dmitri Medwedew# lockte den Star mit dem niedrigen russischen Steuersatz von nur 13 Prozent.

"Ein Witz wird Realität"

"In Übereinstimmung mit Absatz a des Artikels 89 der Verfassung der Russischen Föderation ist der Antrag auf russische Staatsbürgerschaft von Gérard Xavier Depardieu, geboren 1948 in Frankreich, angenommen worden", lautete der kurze Text, den der Kreml auf seiner Internetseite veröffentlichte. "Ein Witz wird Realität", titelte das russische Internetportal #Link;http://newsru.com/russia/03jan2013/deapardieu.html;newsru.com# daraufhin und schrieb: "Präsident Wladimir Putin hat den Russen einen neuen herausragenden Staatsbürger geschenkt."

"Massenmigration" nach Russland

Depardieu hatte bald nach Putins Angebot gesagt, der Kremlchef habe ihm bereits einen russischen Pass geschickt. Doch Putins Sprecher Dmitri Peskow wies das als Scherz zurück.

Der französische Verfassungsrat hatte die auch von Depardieu kritisierte Reichensteuer von jährlich 75 Prozent auf Einkommen von mehr als einer Million Euro noch kurzfristig gestoppt. Dennoch hielt der Schauspieler an seinen Auswanderungsplänen fest. Sobald reiche Europäer mehr über das günstige russische Steuersystem erführen, werde es eine "Massenmigration" geben, schrieb der russische Vizeregierungschef #Link;https://twitter.com/Rogozin;Dmitri Rogosin bei Twitter#.

Leid und Freud in Russland

"Falls Gérard wirklich eine russische Aufenthaltsgenehmigung oder einen russischen Pass will, so ist diese Frage bereits positiv entschieden", hatte Putin am 20. Dezember gesagt. In Russland gab es indes ein geteiltes Echo auf die Einbürgerung. "Gérard Depardieu kennt und liebt Russland, das immer auf ihn gewartet hat", sagte der Präsident der Internationalen Vereinigung russischer Landsleute, Pjotr Scheremetjew. Der Regisseur Wladimir Meschow hingegen, der mit Depardieu den Film "Sawist Bogow" (2000, Der Neid der Götter) drehte, sagte: "Das bedeutet nicht, dass er ein russischer Patriot ist."

ger/lin/DPA/DPA

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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