27. September 2012, 12:23 Uhr

Assange wirbt um Unterstützung für Wikileaks

Seit über drei Monaten befindet sich Julian Assange unter Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London. In Schweden werden ihm sexuelle Vergehen vorgeworfen. Er beteuert weiter seine Unschuld.

Assange,Unterstützung,Kampf,USA

Julien Assange wettert gegen die Vereinigten Staaten und Obama: "Zeit, dass die amerikanische Regierung aufhört, Wikileaks zu verfolgen"©

In einer Videobotschaft hat Wikileaks-Gründer Julian Assange an die internationale Gemeinschaft appelliert, seine Plattform im Kampf gegen Strafverfolgung durch die USA zu unterstützen. Es sei "Zeit, dass die amerikanische Regierung aufhört, Wikileaks zu verfolgen", sagte der 41 Jahre alte Australier in einer Übertragung aus seinem Exil in der Londoner Botschaft Ecuadors an Teilnehmer eines Treffens am Rande der UN-Vollversammlung in New York.

An die Adresse von US-Präsident Barack Obama sagte Assange, dieser wolle den sogenannten Arabischen Frühling für seine Wiederwahl vereinnahmen. Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño sagte bei dem Treffen in New York, die einzige Möglichkeit, Assanges Fall auf diplomatischer Eben zu lösen, sei ein "freies Geleit" für den Aktivisten aus Großbritannien hinaus. Sein Land wolle Assange so lange wie nötig Schutz in der Botschaft in der britischen Hauptstadt gewähren. Patiños britischer Kollege William Hague hatte am Dienstag gesagt, derzeit zeichne sich keine Einigung zwischen Großbritannien und Ecuador ab.

Assange soll von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden, um dort zu Vorwürfen sexueller Vergehen vernommen zu werden. Der Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks befürchtet jedoch nach eigenen Angaben, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Spionage und Geheimnisverrat drohen könnte. Daher floh Assange am 19. Juni in die ecuadorianische Botschaft in London, wo er am 24. August offiziell Asyl erhielt.

amt/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Wikileaks-Gründer Ecuador will Assange nach Schweden bringen

Offenbar versucht die ecuadorianische Regierung die Situation um ihren prominentesten Asylanten zu entspannen. Unter dem Schutz des Landes soll Julian Assange nach Schweden gebracht werden.

Keine Todesstrafe für Assange Schweden will Garantie für das Leben des Wikileaks-Gründers

Für eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Aussange an die Amerikaner fordert Schweden einen Verzicht auf die Todesstrafe.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (21/2013)
Geht's jetzt an mein Geld?