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6. Oktober 2009, 09:27 Uhr

Nordkorea bewegt sich

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il hat die Rückkehr zu den Sechsparteien-Gesprächen über das Atomprogramm seines Landes in Aussicht gestellt. Allerdings stellte der Diktator Bedingungen und will wohl auch den Wiederaufbau der Atomanlagen nicht stoppen.

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Am Rande des Staatsbesuchs von Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao (2.v.l.) deutete Nordkoreas Diktator Kim Jong Il (2.v.r.) Zugeständnisse im Atomstreit an© EPA/DPA

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il hat in Gesprächen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Sechsparteien-Gespräche über sein Atomprogramm signalisiert. Das berichteten übereinstimmend amtliche Medien aus beiden Ländern am frühen Dienstagmorgen. Kim machte seine Bereitschaft von Verbesserungen im Verhältnis zu den USA abhängig.

Kim habe Wen erklärte, dass eine atomwaffenfreie Zone in ganz Korea weiter das Ziel sei und dass das feindliche Verhältnis zu den USA "durch bilaterale Gespräche in friedliche Beziehungen" verwandelt werden sollte, berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Wens dreitägiger Besuch in Pjöngjang endet der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge am heutigen Dienstag.

Die USA reagierten zurückhaltend. Man kenne diese Berichte, habe aber von den Chinesen noch keine Details aus dem Treffen erfahren, sagte Außenamtssprecher Ian Kelly. Die USA befürworteten grundsätzlich jeden Dialog, der das Ziel habe, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu machen.

Nordkorea hatte sich im April von den Sechsparteiengesprächen mit den USA, China, Japan, Russland und Südkorea zurückgezogen und im Mai seinen zweiten Atombombentest durchgeführt. Die USA, China, Japan, Russland und Südkorea versuchen seit Jahren in Gesprächen, Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Sie haben dem Land dafür Wirtschaftshilfe und andere Vergünstigungen in Aussicht gestellt.

Wiederaufbau der Atomanlagen von Yongbyon schreitet voran

Unterdessen treibt Nordkorea nach Medienberichten den Wiederaufbau seiner umstrittenen Atomanlagen in Yongbyon weiter voran. Es gebe Anzeichen dafür, dass die Wiederaufbauarbeiten in der Endphase seien, berichtete die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Die Arbeiten seien seit Anfang des Jahres im Gange.

Südkoreanische Medien hatten bereits kurz nach dem zweiten nordkoreanischen Atomtest am 25. Mai berichtet, dass die Atom-Wiederaufarbeitungsanlage im Atomkomplex von Yongbyon wieder gestartet sei. In der Anlage lässt sich atomwaffenfähiges Plutonium aus benutzten Kernbrennstäben zurückgewinnen. Wesentliche Teile seiner Nuklearanlagen hatte Nordkorea im Rahmen eines im Februar 2007 mit den USA, China, Russland, Südkorea und Japan geschlossenen Abkommens unbrauchbar gemacht.

AP/DPA
 
 
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